


Eine Gruppe von mehr als zehn LIV-Spielern unter Führung von Dustin Johnson fordert vom saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) Geld aus ihren Verträgen. Das berichtete The Athletic am Sonntag, dem 25. Oktober 2026. Die offenen Ansprüche summieren sich demnach auf mehr als 100 Millionen US-Dollar. Zur Gruppe gehören neben dem zweifachen Major-Sieger Johnson auch der zweifache Masters-Champion Bubba Watson und der Belgier Thomas Detry. Der PIF bot nach Informationen von The Athletic und der New York Times zunächst zwei Cent pro Dollar der offenen Summen an.
Die Gruppe wird von David Cornwell vertreten, Johnsons langjährigem Anwalt. Ihr Ziel ist eine Abfindung im Zuge der Abwicklung der alten LIV-Strukturen. Die übrigen Mitglieder der Gruppe sind bislang nicht namentlich bekannt. Detry spielte bei LIV zuvor gemeinsam mit Johnson im Team 4Aces. Nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person wird voraussichtlich keiner der Spieler die Restrukturierungsvereinbarung zwischen LIV und dem Finanzinvestor BC Partners in ihrer aktuellen Form unterschreiben.
Die Gruppe trat kurz vor der Frist am Sonntag, dem 25. Oktober, an die Öffentlichkeit. Bis dahin sollten sich die Spieler für LIV 2.0 verpflichten, BC Partners hat die Frist bis Ende des Monats verlängert. Laut einer informierten Person sieht sich der Fonds als Kapitalgeber, der seine Investitionen eingestellt hat, und führt keine Gespräche mit den Spielern oder ihren Anwälten. Eine offizielle Stellungnahme des PIF liegt nicht vor.
Bryson DeChambeau gehört nicht zu Johnsons Gruppe. Er führt im Insolvenzverfahren eine eigene Gruppe von Spielern an und zählt zu den größten Gläubigern von LIV. Ob er bei LIV 2.0 weitermacht, hat er noch nicht entschieden.
Die Spieler argumentieren, sie hätten im Vertrauen auf wiederholte Zusagen des PIF Entscheidungen getroffen, die ihre Karrieren grundlegend verändert hätten. „Der PIF war ein ehrenwerter Geschäftspartner – bis zu dem, was wir als seine Abkehr von den LIV-Golfern betrachten", sagte Cornwell The Athletic. Laut GolfMagic sagte Cornwell zudem, die Gruppe strebe wegen dieser Zusagen im Rahmen der Abwicklung von LIV eine vernünftige Abfindung an.
Gegenüber der New York Times wurde Cornwell grundsätzlich. „Wie man eine Sache angeht, so geht man meist alles an", sagte er. Und weiter: „Wie der PIF mit den LIV-Golfern umgeht, könnte ein Signal dafür sein, wie er Profisportlerinnen und Profisportler in anderen Sportarten behandeln wird."
Zusätzliche Brisanz erhält die Forderung durch die Zahlungen an die Führungsebene. Wie The Athletic und die Nachrichtenagentur AP berichteten, erhielten sieben Führungskräfte vor dem Insolvenzantrag Halteprämien von zusammen mehr als 15,6 Millionen US-Dollar. Allein CEO Scott O'Neil bekam 6,375 Millionen US-Dollar.
Der PIF hatte LIV Golf seit dem Start 2022 als Konkurrenz zur PGA Tour finanziert, Johnson und Watson gehörten zu den ersten prominenten Zugängen. Im April 2026 stellte der Fonds die Finanzierung ein, im September meldete LIV Insolvenz nach Chapter 11 an. Die Spieler gehören zu den größten ungesicherten Gläubigern der Liga. Die Ansprüche sollen über das Gericht geregelt werden.
Den Neustart soll BC Partners Credit tragen. Geplant ist eine Finanzierung von bis zu 300 Millionen US-Dollar, die Spieler sollen die Mehrheit an der Liga halten und Miteigentümer von LIV Golf und ihren Teams werden. Für 2027 sind zehn Turniere vorgesehen, fünf in den USA und fünf international. Die Investitionen des PIF enden nach 2026. „Genauso wichtig ist uns, dass die Spieler, die diese Liga ausmachen, an dem teilhaben, was sie mit aufbauen", sagte Ted Goldthorpe von BC Partners Credit am 6. Oktober, wie GolfMagic berichtete.
Für die Gruppe um Johnson liegt der Haken im Kleingedruckten: Wer bei LIV 2.0 unterschreibt, verzichtet laut Cornwell auf mögliche Ansprüche gegen den PIF. Die Frist für die Zusagen war bereits vom 13. auf den 25. Oktober verschoben worden. Ob genug Spieler zugesagt haben, entscheidet BC Partners eigenständig.
Während Johnson und Watson um ihr Geld kämpfen, haben andere LIV bereits verlassen. Jon Rahm verzichtete bei seiner Trennung auf Millionen, die ihm zugestanden hätten. Sergio Garcia zog vor Gericht und wurde aus seinem Vertrag entlassen. Gegangen sind oder gehen außerdem Tyrrell Hatton, Tom McKibbin, Louis Oosthuizen, David Puig, Adrian Meronk, Abraham Ancer und Lucas Herbert, dazu Thomas Pieters und Charles Howell III. Ian Poulter kündigte seinen Abschied am 23. Oktober auf X an.
Öffentlich zu LIV 2.0 bekannt haben sich Richard Bland, Ben Campbell, Brendan Steele und Cameron Tringale. Laut Financial Times und USA Today haben rund 15 Spieler vorläufig zugesagt.
Ob BC Partners die Frist vom 25. Oktober verlängert, war am Montag, dem 26. Oktober, nicht bekannt. Die Anwälte von LIV stellten in Aussicht, bis Ende Oktober zu entscheiden, ob LIV 2.0 startet oder die Liga geschlossen wird. Cornwell machte deutlich, dass die Entscheidung seiner Mandanten maßgeblich davon abhängt, wie der PIF die Abwicklung handhabt. Tyrrell Hatton plant derweil bereits sein nächstes Turnier: Anfang November startet er bei der Abu Dhabi Aldar Championship auf der DP World Tour.
26 Oct 2026
Dustin Johnson und weitere Spieler von LIV Golf wollen ihre Forderungen gegenüber der Tour nicht aufgeben und verlangen bis zu 100 Millionen Dollar. (Foto: Imago / NurPhoto)