


Die Abwanderung von LIV Golf geht weiter. Am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, berichtete das Fachportal Flushing It Golf, dass Thomas Pieters nicht bei LIV 2.0 antreten werde. Wenig später meldete das Sports Business Journal dasselbe für Charles Howell III. Beide wollen laut den Berichten auf die DP World Tour. Eine direkte Stellungnahme der beiden lag bei Redaktionsschluss nicht vor. Zeitgleich verlässt mit Jon Rahm der bekannteste Spieler die Liga. Laut ESPN verzichtet er dabei auf rund 100 Mio. US-Dollar aus dem Rest seines Vertrags.
Pieters ist auf der europäischen Tour kein Unbekannter. Vor seinem Wechsel zu LIV hatte er sechs Turniere auf der DP World Tour gewonnen, zuletzt 2022 die Abu Dhabi HSBC Championship. 2016 gehörte er zum europäischen Ryder-Cup-Team. Eine Rückkehr wäre für ihn kein Neuanfang.
Howell III hat seine Laufbahn vor allem auf der PGA Tour verbracht. Dort gewann er dreimal, zuletzt 2018. Auf der europäischen Tour hatte er in den vergangenen Jahren kaum Starts. Er steht derzeit auf Platz 517 der Weltrangliste und bräuchte für Turniere 2027 Einladungen. Sein Abgang kam überraschend: Howell III hatte LIV in den finanziellen Schwierigkeiten unterstützt und galt als wahrscheinlicher Teilnehmer der neuen Saison.
Wie mit den Rückkehrern umzugehen ist, spaltet das Feld. Justin Rose sieht darin keinen Anlass für Groll. Er sagte dem Mirror: „Von meiner Seite aus gibt es keinen Groll. Jeder ist willkommen zurück.“
Rory McIlroy würde laut einem Bloomberg-Interview bei einer Abstimmung für die Rückkehr der LIV-Spieler stimmen, weil das dem Geschäft nützen würde. Der Mirror zitiert ihn außerdem mit den Worten: „Die Bedrohung ist vorbei“.
Joost Luiten sieht das anders. Gegenüber Today’s Golfer sagte er: „Sie haben sich dafür entschieden, dem Geld nachzujagen. Und jetzt ist das Geld weg, und sie wollen zurückkommen, als wäre nichts passiert. Ich finde das nicht richtig.“
Eugenio Chacarra hat LIV nach der Saison 2024 verlassen und sich über die DP World Tour zurückgekämpft. Am 18. Oktober gewann er die DP World India Championship in Neu-Delhi, seinen dritten Saisonsieg. Damit übernahm er die Spitze des Race to Dubai. Früher hatte er sich deutlich kritisch geäußert. Gegenüber Flushing It sagte er: „Bei LIV ändert sich nichts, es zählt nur das Geld.“ Heute klingt er gelassener: „Ich bin LIV immer dankbar. Ich habe nichts Schlechtes zu sagen.“
Die Abwanderung zeigt, wie sehr LIV Golf von einzelnen Namen abhängt. Mit Rahm, Pieters, Howell III und den übrigen Abgängen verliert die Liga nicht nur bekannte Gesichter, sondern vor allem Planungssicherheit für ihren Spielkalender. Dass Rahm laut Berichten auf rund 100 Mio. US-Dollar verzichtet, ist ein deutliches Zeichen für die Unsicherheit bei LIV. Die DP World Tour hat die Entscheidung zusätzlich zugespitzt: Wer 2027 bei LIV 2.0 antritt, verliert seine Mitgliedschaft. Für Spieler mit Tour-Status ist das eine klare Wahl. Für Spieler wie Howell III, die keinen Status haben, wird der Weg zurück deutlich schwieriger.
LIV hat bis zum 25. Oktober Zeit, genug Spielerzusagen für die Finanzierung von BC Partners zu sichern. Erst danach wird sich zeigen, ob die Liga 2027 startet und wie viele Spieler bleiben. Offen ist auch, wie die DP World Tour mit den Rückkehrern umgeht.
19 Oct 2026
Thomas Pieters will LIV Golf verlassen und zurück auf die DP World Tour. (Foto: Imago / Camilla Stolen)