


Jon Rahm wird nach Angaben seines Anwalts nicht an LIV Golf 2.0 teilnehmen. Der Spanier hält die vorgeschlagenen Bedingungen für inakzeptabel. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Über die Auflösung seines bisherigen Vertrags wird noch verhandelt; seine nächste sportliche Station ist offen.
Der geplante Neustart von LIV Golf soll ohne Jon Rahm stattfinden. Bei einer Insolvenzanhörung am Mittwoch, 7. Oktober 2026, in New Jersey erklärte sein Anwalt John Beck, dass der zweifache Major-Sieger das Angebot für die künftige Liga geprüft und abgelehnt habe. Darüber berichten unter anderem BBC Sport und Golf Channel.
Golf Channel zitiert Beck mit den Worten, ins Deutsche übersetzt: „Herr Rahm hat die vorgeschlagenen Bedingungen von LIV 2.0 eigenständig geprüft … und ist zu dem Schluss gekommen, dass diese für ihn inakzeptabel sind. Er wird künftig nicht an LIV 2.0 teilnehmen.“ Welche einzelnen Vertragsbestandteile für die Ablehnung ausschlaggebend waren, geht aus der Erklärung nicht hervor.
Die Absage betrifft das neue Modell für die Saison 2027. Sie bedeutet allerdings nicht, dass Rahms bestehende vertragliche Bindung an LIV bereits vollständig beendet ist.
Nach Angaben von BBC Sport befinden sich Rahms Vertreter und die Liga in fortgeschrittenen Gesprächen über eine einvernehmliche Trennungsvereinbarung. Diese soll möglichst vor einer weiteren Anhörung am 5. November abgeschlossen werden. Golf Channel nennt den 15. Oktober als angestrebten Termin für eine Einigung. Eine bereits unterzeichnete Vereinbarung melden die beiden Berichte nicht.
Damit sind zwei Fragen zu unterscheiden: Jon Rahm hat sich gegen die Teilnahme an LIV 2.0 entschieden. Zu welchen Bedingungen er aus seinem bisherigen Vertrag ausscheidet, müssen die Beteiligten noch klären. Diese rechtliche Trennung ist auch für mögliche Gespräche mit anderen Touren relevant.
LIV Golf sucht nach einer neuen finanziellen Grundlage, nachdem der saudische Public Investment Fund das Ende seiner bisherigen Finanzierung angekündigt hatte. Seit September befindet sich die Liga in einem Chapter-11-Verfahren in den USA. Dieses Insolvenzverfahren kann eine Restrukturierung ermöglichen; es bedeutet nicht zwangsläufig das Ende des Spielbetriebs.
Für 2027 ist eine neu aufgestellte Liga vorgesehen. Zum Konzept gehören Beteiligungen der Spieler am Unternehmen, ein kleinerer Turnierkalender und geringere Preisgelder. Nach dem Bericht von Golf Channel sollen die Spieler gemeinsam 52,5 Prozent der Anteile an der umstrukturierten Liga erhalten.
BC Partners Credit soll eine Finanzierung von bis zu 300 Millionen US-Dollar ermöglichen. Die BBC beschreibt diese ausdrücklich als mögliche Finanzierung; ein gesicherter Neustart lässt sich daraus noch nicht ableiten. Die Frist für Spielerzusagen wurde auf den 25. Oktober verlängert. Investor Ted Goldthorpe zeigte sich gegenüber BBC Sport dennoch zuversichtlich, genügend Spieler für das neue Modell gewinnen zu können.
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Mit Rahm verliert das Zukunftsprojekt einen Spieler, der die bisherige Liga sportlich geprägt hat. Der Spanier gewann die LIV-Einzelgesamtwertung 2024, 2025 und 2026. Sein Wechsel im Dezember 2023 war zudem eine der prominentesten Verpflichtungen der Serie: Rahm kam als amtierender Masters-Champion und hatte bereits die U.S. Open 2021 gewonnen.
Seine Bedeutung geht damit über einen bekannten Namen auf der Teilnehmerliste hinaus. Für den geplanten Neustart fehlt ein mehrfacher Gesamtsieger und einer der erfolgreichsten Spieler des bisherigen Wettbewerbs. Welche weiteren Profis sich gegen LIV 2.0 entscheiden könnten, ist dagegen noch offen.
Eine mögliche nächste Station ist die DP World Tour. Rahm einigte sich im Mai mit der europäischen Tour und behielt seine Mitgliedschaft. Damit blieb auch seine grundsätzliche Berechtigung für den Ryder Cup 2027 bestehen – eine sichere Teilnahme am europäischen Team ist damit jedoch nicht verbunden. Eine Entscheidung für eine vollständige Saison auf der DP World Tour ist bislang ebenfalls nicht bekannt.
Eine Rückkehr auf die PGA Tour wäre kein automatischer nächster Schritt. Die Tour will erst mit Spielern über ihre Rückkehr sprechen, wenn deren vertragliche Bindung an LIV geklärt ist. Brooks Koepka kam über eine zeitlich begrenzte Sonderregelung zurück, die Jon Rahm damals nicht nutzte. Daraus ergibt sich für ihn heute kein verbindlicher Rückkehrweg.
Vorerst bleibt daher die Trennungsvereinbarung mit LIV der nächste entscheidende Schritt. Erst danach dürfte sich konkreter abzeichnen, wo Rahm künftig regelmäßig antritt.
08 Oct 2026
Jon Rahm wird LIV Golf verlassen. Unklar ist, auf welcher Tour er seine Karriere fortsetzen wird. (Foto: Imago / Steve Flynn)