


BC Partners Credit hat eine erste verbindliche Investitionszusage für LIV Golf bekanntgegeben und will der Liga im Rahmen einer Gesamtfinanzierung bis zu 300 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Das Geld soll LIV beim Ausstieg aus dem Insolvenzverfahren nach Chapter 11 helfen und die Saison 2027 absichern. Die Finanzierung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Insolvenzgerichts.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Am 7. Oktober steht eine erste, überwiegend prozedurale Anhörung im Verfahren an. Die eigentliche Entscheidung über das am Montagabend eingereichte Restructuring Support Agreement (RSA) ist für den 14. Oktober angesetzt. Das RSA verlängert zugleich die Frist für die aktuellen LIV-Spielerinnen und -Spieler, sich zur neu aufgestellten Liga zu bekennen – bis zum 25. Oktober.
Nach Darstellung der BBC besteht für die Spielerinnen und Spieler keine Pflicht, bei „LIV 2.0" mitzumachen – auch dann nicht, wenn sie zuvor Mehrjahresverträge unterschrieben hatten. Wie viele bereits zugesagt haben, geht aus den vorliegenden Berichten nicht eindeutig hervor; eine Meldung, LIV habe genügend mündliche Zusagen beisammen, konnten wir nicht unabhängig bestätigen.
LIV hatte am 8. September in New Jersey Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet, nachdem der saudische Staatsfonds PIF seine Finanzierung eingestellt hatte. Seit dem Start hatte der PIF nach Angaben von BBC und AP mehr als fünf Milliarden Dollar in die Liga gesteckt. Zur Finanzierung des laufenden Verfahrens stellt der PIF laut BBC zusätzlich einen Insolvenzkredit von 49,6 Millionen Dollar bereit (sogenannte „debtor in possession"-Finanzierung).
Nach dem Restrukturierungsplan sollen neue Anteile zu 52,5 Prozent an die Spieler, zu 45 Prozent an BC Partners und Mitinvestoren und zu 2,5 Prozent an das Management gehen. Laut dem eingereichten Term Sheet erhalten die Spielerinnen und Spieler neben dem Eigenkapital auch Signing-Boni und „bestimmte NIL-Rechte" (Name, Bild und Ähnlichkeit). Die Restrukturierung soll Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Lesen Sie hier mehr über den Insolvenzantrag von LIV Golf.
Erstmals liegen auch konkrete Zahlen zu den Spielerforderungen vor. Nach Angaben der BBC schulden die Insolvenzunterlagen 14 aktuellen und ehemaligen LIV-Spielern zusammen gut 45 Millionen Dollar. Die größte Einzelforderung hält Jon Rahm mit rund 7,5 Millionen Dollar, gefolgt von Bryson DeChambeau (5,7 Millionen), Dustin Johnson (5,5 Millionen), Cameron Smith (4,8 Millionen) und Tyrrell Hatton (3,4 Millionen). Auch Brooks Koepka taucht mit 1,7 Millionen Dollar auf, obwohl er im Januar zur PGA Tour zurückgekehrt war.
Wichtig zur Einordnung: Eine mit den Zahlen vertraute Quelle sagte der BBC, die Liste bilde die „für das dritte Quartal 2026 geschuldeten und nicht gezahlten Beträge" ab – nicht die vollen Summen.
BC Partners Credit erklärte, die Mittel finanzierten eine Phase, in der Spieler Eigentümer von Liga und Teams würden. Für 2027 plant LIV nach übereinstimmenden Angaben von AP und Golf Channel zehn Turniere – fünf davon in den USA, fünf als internationale Team-Events. LIV-Chef Scott O'Neil beschreibt die neue Liga als Wettbewerb mit reduziertem Spielplan und einem „disziplinierteren" Ansatz.
Ted Goldthorpe, Partner und Leiter von BC Partners Credit, sagte in der Mitteilung, Ziel sei es, LIV „auf solidem finanziellem Fundament und mit neuem Schwung in die Saison 2027" aus dem Verfahren zu helfen. Ebenso wichtig sei, dass die Spieler an dem teilhaben, was sie mit aufbauen: „Spielern echtes und umsetzbares Eigentum an der Liga und den Teams zu geben, ist eine einzigartige Chance im Profigolf."
Scott O'Neil erklärte, man glaube fest an die Zukunft der Liga und an die Chance, gemeinsam mit den Spielern „etwas Eigenständiges" aufzubauen. Man erreiche die wichtigsten Meilensteine, auch wenn „noch Arbeit vor uns liegt".
Aus Spielersicht klingt es zurückhaltender. Adrian Meronk sagte der AP, es gebe „noch viele Unbekannte", weshalb eine Entscheidung schwerfalle. „Ich warte erst mal ab. Wir haben noch ein paar Wochen, aber das hilft sehr." Der Pole hatte am Wochenende die Alfred Dunhill Links Championship gewonnen und sich damit zugleich den Status für die DP World Tour im kommenden Jahr gesichert.
Parallel zum Finanzierungsstreit bleibt die Vertragslage einzelner Spieler ungeklärt. Der Spanier Sergio Garcia hat das Insolvenzgericht gebeten, seinen LIV-Vertrag zu beenden, und verlangt rechtliche Klarheit über dessen Status (mehr dazu in unserem Bericht: Sergio Garcia will LIV-Vertrag vor Gericht beenden).
Nach der Anhörung am 7. Oktober richtet sich der Blick auf den 14. Oktober, wenn das Gericht über das RSA entscheiden soll. Wird es genehmigt, kann LIV offiziell mit Spielern, Sponsoren und Medienpartnern über die Zukunft verhandeln. Offen bleibt auch, wie das Instrument am Ende einzuordnen ist: Früheren Berichten zufolge handelt es sich im Kern um eine kreditähnliche Finanzierung mit Optionsrechten, nicht um einen klassischen Anteilskauf.
07 Oct 2026
Auch Bryson DeChambeau steht vor einer unsicheren Zukunft bei LIV Golf. (Foto: Imago / Icon Sportsire)