


Sergio Garcia hat das Insolvenzgericht von New Jersey gebeten, seinen Vertrag mit LIV Golf zu beenden. Das berichten unter anderem RTE, Golfweek und Golf Digest. Der Antrag wurde am 1. Oktober über seine Firma Even Par LLC eingereicht; LIV hatte am 8. September Insolvenz nach Chapter 11 beantragt.
In einem sechsseitigen Schriftsatz bezeichnen sie den Vertrag als „executory personal services contract", also einen noch laufenden Dienstleistungsvertrag, der „nicht ohne Garcias Zustimmung übernommen werden kann". Die Beendigung sei nicht zu beanstanden, weil LIV selbst erklärt habe, der Vertrag sei „nicht Teil des Geschäftsplans für die Zukunft". Turnierveranstalter, Sponsoren und andere Partner wüssten sonst nicht, ob der Spanier frei von konkurrierenden Verpflichtungen sei.
Wichtig: Garcia widerspricht der Auflösung nicht. Er verlangt nur rechtliche Klarheit – das Gericht soll den Vertrag entweder für beendet erklären oder ihm erlauben, ihn selbst zu beenden. Seine Anwälte stellen zudem klar, dass der Antrag keine „endgültige, unumkehrbare Entscheidung" gegen eine mögliche Zukunft bei einem LIV-Nachfolger sei. Garcia hält sich die Tür also offen. Die Zitate stammen aus der Berichterstattung; die Gerichtsakten lagen uns nicht vor.
Das Insolvenzverfahren soll den Weg für „LIV2.0" ebnen. Nachdem Saudi-Arabiens Public Investment Fund (PIF) im April angekündigt hatte, die Finanzierung nach der Saison 2026 einzustellen, sucht die Liga neue Geldgeber. Spielern werden laut Berichten mindestens 45 Millionen Dollar geschuldet.
Finanzieren soll den Neustart die Londoner Private-Equity-Firma BC Partners mit einem vorgeschlagenen 300-Millionen-Dollar-Deal. Nach dem Plan sollen die Spieler künftig 52,5 Prozent an der neu aufgestellten Liga halten. CEO Scott O'Neil stellt sich für 2027 eine Saison mit zehn Events vor, davon fünf Team-Events und mit deutlich kleineren Preisgeldern als bisher.
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Für die Finanzierung müssen laut RTE mindestens 50 Prozent der Spielerinnen und Spieler mit finanziellen Forderungen eine Teilnahme ab 2027 zusagen – sie müssen zugleich mindestens zwei Drittel der Forderungssumme vertreten. Frist ist der 13. Oktober. Golf Channel berichtet, LIV habe mündliche Zusagen oberhalb dieser Schwelle. Die großen Namen Jon Rahm, Bryson DeChambeau und Cam Smith haben sich bislang aber nicht zur neuen Liga bekannt.
Das Gericht setzte außerdem einen siebenköpfigen Gläubigerausschuss ein, der die Interessen der ungesicherten Gläubiger vertritt und den Umbau mitgestaltet. Einziger Spieler darin ist der Rookie Michael LaSasso. Die größte Einzelforderung hält Berichten zufolge Jon Rahm mit rund 7,5 Millionen Dollar.
Garcia, 46, gewann 2017 das Masters, hat elf PGA-Tour- und 16 DP-World-Tour-Siege und will 2027 laut RTE auf der DP World Tour antreten. In der LIV-Saisonwertung 2026 war er Zehnter.
Der Kooyonga Golf Club in Adelaide beantragte laut RTE beschleunigt, seinen für März 2027 vereinbarten Vertrag als LIV-Gastgeber aufzulösen. Der Club gibt an, bislang nicht wie vereinbart bezahlt worden zu sein, und fordert rund 134.000 Dollar für Vorbereitungskosten zurück. Er verlangt von LIV bis zum 6. November eine Entscheidung darüber, ob das Turnier stattfindet, mit welchem Budget und mit welchen Spielern.
Das Event war vom 18. bis 21. März 2027 als Interimsveranstaltung geplant, mit einem Preisgeld von 30 Millionen Dollar (4 Millionen für den Sieger). South Australias Treasurer Tom Koutsantonis nannte eine Austragung 2027 „unwahrscheinlich". Nach seinen Angaben zahlt der Bundesstaat erst nach der Veranstaltung – öffentliches Geld steht damit vorerst nicht auf dem Spiel. Der Kooyonga Golf Club zweifelt mit seinem Antrag offen an, ob das Turnier stattfindet.
Die nächste Anhörung ist für den 7. Oktober angesetzt. Australian Golf Digest meldet zudem – als einzige Quelle –, die PGA Tour habe erklärt, die Ausnahme für Brooks Koepka zur Rückkehr bestehe nicht mehr, und Spieler müssten mit mindestens einem Jahr Sperre rechnen.
06 Oct 2026
Sergio Garcia will seinen ertrag mit LIV Golf auflösen. (Foto: Imago / Icon Sportswire)