


Rory McIlroy hat sich klar positioniert: Würde er über die Rückkehr von LIV-Spielern auf die PGA Tour abstimmen, würde er mit Ja stimmen. Das sagte der Weltranglistenzweite am 13. Oktober beim Bloomberg New Economy Forum in New Delhi. Er betonte allerdings, dass es sich um seine persönliche Meinung handelt. Die PGA Tour hat keine Regeländerung angekündigt.
Für die Golfwelt ist das ein wichtiges Signal in einer Phase großer Unsicherheit. LIV Golf hat im September Chapter-11-Insolvenz beantragt, nachdem der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) die Finanzierung eingestellt hatte. Der Finanzinvestor BC Partners hat laut Berichten bis zu 300 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt, allerdings an Bedingungen geknüpft. Die Liga plant für 2027 einen Neustart als „LIV 2.0“. Jon Rahm hat bereits erklärt, dass er nicht dabei sein wird.
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McIlroy begründet seine Haltung vor allem wirtschaftlich: „Eine steigende Flut hebt alle Boote. Ich denke, dass es für das Geschäft der Touren absolut von Vorteil ist, einige dieser Spieler zurückzuhaben.“ Gleichzeitig sieht er die Gegenseite. Treue Mitglieder könnten sich benachteiligt fühlen, wenn ehemalige LIV-Spieler ohne Weiteres zurückkehren dürfen. Deshalb sollten die Führungen beider Touren ihre Mitglieder fragen, was sie sehen möchten. „Es gibt eine Balance“, sagte McIlroy.
Eine klare Antwort zu Strafen gab er nicht. Scottie Scheffler hat sich dagegen bereits für Sanktionen ausgesprochen. McIlroy hat seine Haltung in den vergangenen Jahren geändert. 2023 hatte er gefordert, dass ehemalige LIV-Spieler Konsequenzen tragen müssen. Im Februar 2024 sagte er: „Offensichtlich habe ich meine Meinung zu Strafen geändert, weil ich sehe, wo der Golfsport steht.“
Besonders deutlich wird McIlroy bei der Frage, wie LIV sein Kapital eingesetzt hat: „LIV hatte wahrscheinlich eine halbe gute Idee, die ziemlich schlecht umgesetzt wurde.“ Die Liga habe viel Geld verschwendet. Sie hätte es strategischer einsetzen und mit den Verbänden des Golfsports zusammenarbeiten können. Stattdessen habe sie vor allem Tour-Profis bereichert, die ohnehin schon gut verdienten.
McIlroy spricht dabei auch über seine eigene Rolle. Er und Tiger Woods gehörten zu Beginn zu den lautesten Kritikern, hatten aber auch am meisten zu verlieren, da beide für ihr Ansehen auf der PGA Tour stehen. Damals stand der Start von TGL bevor, einer Liga, für die man PGA-Tour-Mitglied sein musste. „Jeder hat andere Interessen im Golfsport“, sagte er. „Man versucht, seine eigenen Interessen zu schützen, aber auch die des Golfsports als Ganzes.“
Am Montag, dem 12. Oktober, hatte DP World-Tour-Chef Guy Kinnings angekündigt, dass Spieler, die 2027 bei LIV 2.0 antreten, keine Mitgliedschaft auf der DP World Tour erhalten. Das ist für den Ryder Cup relevant, denn nur Tour-Mitglieder sind für das europäische Team spielberechtigt.
McIlroy unterstützt diese Entscheidung ausdrücklich: „Ich denke, die DP World Tour hat eine gute Entscheidung getroffen. Die Golflandschaft verändert sich seit vier, fünf Jahren ständig. Inzwischen ist der Punkt erreicht, an dem die Spieler entscheiden müssen, was ihnen wichtig ist.“ Er fügte hinzu: „Ich denke, diese Phase, in der man versucht, beides zu machen, ist vorbei.“
Hinweis zur Transparenz: Rory McIlroy ist seit diesem Jahr Botschafter der DP World. Das Unternehmen richtet das DP World India Championship aus und ist Hauptsponsor der DP World Tour. Seine Aussagen zu dieser Regel sind deshalb nicht neutral. Die Regel richtet sich gegen LIV 2.0. Eine Doppelmitgliedschaft auf PGA Tour und DP World Tour ist weiterhin möglich.
Die Spaltung hat auch persönliche Spuren hinterlassen. McIlroy sagt, dass er zu einigen ehemaligen Ryder-Cup-Teamkollegen heute weniger Kontakt hat. „Wir hatten unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des Golfsports, aber ich glaube nicht, dass man deswegen Freundschaften verlieren sollte“, sagte er. Hinzu kam, dass die Spieler nicht mehr dieselben Turniere spielten und sich nicht für den Ryder Cup qualifizieren konnten. „Wenn man nicht an denselben Orten lebt wie diese Leute, verliert man den Kontakt.“ Namen nannte er nicht.
McIlroy sieht LIV nicht mehr als ernsthafte Gefahr für den Golfsport: „Wenn sie es schaffen, wird das sicherlich keine Bedrohung für die traditionelle Ordnung des Spiels sein, wie es vielleicht einmal war.“ Ob sich die Touren seiner Haltung anschließen, bleibt abzuwarten.
14 Oct 2026
Rory McIlroy hat sich über die Zukunft der LIV Golfer geäußert. (Foto: Imago / Action Plus)