


Sergio Garcia kann seinen Vertrag mit LIV Golf formell beenden. Das Insolvenzgericht in New Jersey hob die automatische Verfahrenssperre insoweit auf, dass Garcia seinen Vertrag schriftlich kündigen darf. Damit erhält der Spanier die rechtliche Klarheit, die er in einem Ende September beziehungsweise Anfang Oktober eingereichten Antrag verlangt hatte.
Garcia kann nun seine Optionen für die Saison 2027 prüfen. Eine Rückkehr auf die DP World Tour ist möglich. Auch Gespräche mit der PGA Tour sind grundsätzlich denkbar. Eine automatische Rückkehr zu einer der beiden Touren bedeutet die Gerichtsentscheidung allerdings nicht.
Garcia hatte über seine Firma Even Par LLC beantragt, den LIV-Vertrag entweder durch das Gericht beenden zu lassen oder ihm die eigene Kündigung zu erlauben. Seine Anwälte von Baker & McKenzie argumentierten, dass Veranstalter, Sponsoren und andere Vertragspartner sonst nicht sicher wüssten, ob Garcia frei von konkurrierenden Verpflichtungen sei.
Der Antrag richtete sich nicht grundsätzlich gegen eine mögliche Zukunft bei LIV oder einem Nachfolger. Garcia widersprach nach den vorliegenden Berichten auch nicht der geplanten Neuordnung der Spieler-Verträge. Er verlangte vor allem eine eindeutige rechtliche Regelung. Den Vorsitz im Insolvenzverfahren führt Richter Michael B. Kaplan.
Lesen Sie hier mehr über die Klage von Sergio Garcia vor dem Insolvenzgericht.
Der Fall hat einen juristischen Hintergrund: Nach US-Insolvenzrecht beendet die Ablehnung eines laufenden Vertrags nicht automatisch dessen rechtliche Existenz. Sie gilt zunächst nur als Vertragsbruch. LIV hatte erklärt, Garcias Vereinbarung sei „nicht Teil des Geschäftsplans für die Zukunft“. Formal hätte der Vertrag dadurch aber weiter Unsicherheit erzeugen können.
Die gerichtliche Entscheidung schafft nun den notwendigen Spielraum. Garcia darf eine schriftliche Kündigung zustellen und seinen Vertrag auf diesem Weg formell beenden.
Garcia ist weiterhin Mitglied der DP World Tour. Er hatte bereits angekündigt, 2027 wieder auf der europäischen Tour spielen zu wollen. Die neuen Berichte stellen zugleich heraus, dass die DP World Tour für 2027 keine parallelen Starts bei LIV und auf der europäischen Tour zulassen will.
Für Garcia ist die Freigabe deshalb besonders wichtig. LIV plant im Fall eines erfolgreichen Neustarts offenbar nur eine Saison mit zehn Turnieren. Viele Spieler müssten diesen Kalender durch Starts auf anderen Touren ergänzen. Garcia kann nun entscheiden, ob er vollständig zur DP World Tour zurückkehrt, weitere Optionen verfolgt oder mit LIV über einen neuen Vertrag verhandelt.
Auch eine Rückkehr zur PGA Tour ist durch die Vertragsbeendigung nicht garantiert. Die PGA Tour hat öffentlich erklärt, dass sie mit Spielern, die noch rechtlich an LIV gebunden sind, nicht verhandeln wolle. Hintergrund ist das Risiko eines Vorwurfs der unzulässigen Einflussnahme auf bestehende Verträge.
Garcias formelle Trennung von LIV beseitigt dieses konkrete Hindernis. Weitere Bedingungen könnten jedoch gelten. Für Spieler, die LIV verlassen, steht nach den vorliegenden Berichten mindestens eine einjährige Sperre im Raum. Die einmalige Rückkehrregelung, von der Brooks Koepka profitieren konnte, soll nicht einfach wiederholt werden.
Bei Jon Rahm ist die Lage anders. Sein Vertrag wurde nicht wie die Vereinbarungen vieler anderer LIV-Spieler abgelehnt. Die Anhörung zu seiner Vereinbarung wurde auf den 5. November 2026 vertagt. Nach den vorliegenden Berichten ist Rahm der einzige Spieler, dessen Vertrag im Verfahren zu einem späteren Zeitpunkt behandelt wird.
Das macht seine Situation besonders wichtig. Rahm gehört zu den bekanntesten Spielern der Liga und gilt neben Bryson DeChambeau als eines ihrer wichtigsten Aushängeschilder. Wo Rahm 2027 spielen wird, bleibt mindestens bis zur Anhörung offen.

Parallel versucht LIV, den Neustart für 2027 abzusichern. Die ursprüngliche Frist für die Zustimmung der Spieler war der 13. Oktober. BC Partners verlängerte sie um zwei Wochen auf den 25. Oktober. Nach den bisherigen Informationen müssen mindestens die Hälfte der Spieler mit finanziellen Forderungen zustimmen. Diese Spieler müssen zugleich mindestens zwei Drittel der gesamten Forderungssumme vertreten. Im Gegenzug sollen die Spieler künftig 52,5 Prozent an der neu aufgestellten Liga halten.
BC Partners hat zunächst 4 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Insgesamt ist ein Finanzierungspaket von bis zu 300 Millionen Dollar vorgesehen. Ted Goldthorpe von BC Partners sagte bei einer Konferenz in London: "Die Maschine läuft, wir verpflichten Spieler. Ich bin sehr zuversichtlich." LIV-Golf-Chef Scott O'Neil bezeichnete die Investition als wichtigen Schritt für die Zukunft der Liga. Die neuen Verträge sollen sich stärker an einer Beteiligung der Spieler am Unternehmen orientieren und die teuren Vereinbarungen aus der Gründungsphase ersetzen.
Garcia war seit dem Start von LIV Golf 2022 einer der bekanntesten Spieler der Tour und Kapitän des Teams Fireballs GC. Der Masters-Sieger von 2017 hat nun die rechtliche Freiheit, seine Karriere für 2027 neu zu planen.
Die Entscheidung sagt jedoch noch nicht, wo Garcia künftig spielen wird. Eine Rückkehr zur DP World Tour erscheint nach seinen früheren Aussagen naheliegend. Ein Weg zur PGA Tour wäre dagegen mit weiteren Bedingungen verbunden. Ebenso bleibt offen, ob Garcia mit LIV oder einem möglichen Nachfolger über eine neue Vereinbarung verhandelt.
Für LIV ist der Fall ein wichtiges Signal: Während die Liga um Spielerzusagen und eine neue Finanzierung kämpft, kann einer ihrer prominentesten Kapitäne den bisherigen Vertrag verlassen. Bei Rahm und der Zukunft der Liga bleibt die entscheidende Frage dagegen noch offen.
11 Oct 2026
Sergio Garcia hat seinen Vertrag mit LIV Golf per Gerichtsentscheid beenden lassen. (Foto: Imago / Icon Sportswire)