


Louis Oosthuizen verlässt LIV Golf. Der 44-jährige Südafrikaner, 2010 Sieger der Open Championship, gab seinen Abschied am 21. Oktober in einem Social-Media-Beitrag bekannt und will 2027 wieder auf der DP World Tour spielen. Er war seit dem Start der Serie im Jahr 2022 dabei und führte die rein südafrikanische Mannschaft Southern Guards GC als Kapitän an. Damit verliert die angeschlagene Liga nur Tage vor der Frist für Spielerzusagen einen weiteren prominenten Namen.
Den Wechsel zu LIV vor fünf Jahren nennt Oosthuizen weiterhin eine der besten Entscheidungen seines Lebens. Zugleich beschreibt er den Abschied als besonders schmerzhaft. Ausschlaggebend war aus seiner Sicht der Terminkalender der geplanten Neuauflage: Nur mit einem Zeitplan, den er selbst steuert, bleibe er auf Top-Niveau konkurrenzfähig.
„Vor fünf Jahren habe ich eine der besten Entscheidungen meines Lebens getroffen – weg von der traditionellen Golfwelt, hin zu etwas ganz Besonderem mit LIV Golf und Southern Guards GC. Ich bin der größte Befürworter von Team-Golf und werde es immer sein. Golf braucht mehr davon", schrieb Oosthuizen in seinem Statement.
„Mir ist klar geworden, dass noch viel mehr in mir steckt, und meine größte Sorge war, dass der Spielplan von LIV 2.0 schwer zu bewältigen sein würde. Ich glaube, ich habe noch ein paar Jahre guten, wettbewerbsfähigen Golfs vor mir, und der einzige Weg, wirklich scharf und konkurrenzfähig zu bleiben, führt über einen Zeitplan, den ich selbst kontrolliere", so Oosthuizen weiter.
Wie nah ihm die Trennung geht, machte er mit Blick auf sein Team deutlich: „Southern Guards ist mein Team. Das war immer so und wird immer so bleiben. Genau das macht es so schwer. Das ist wahrscheinlich die schwerste Entscheidung, die ich in meiner Karriere treffen musste, aber ich muss das tun, von dem ich glaube, dass es richtig für mein Golf ist", so Oosthuizen. Den Aufbau von LIV in Südafrika bezeichnet er rückblickend als eine der besten Leistungen seiner Laufbahn und dankt ausdrücklich dem saudischen Staatsfonds PIF und der Liga.
LIV befindet sich seit dem 8. September im Insolvenzverfahren nach US-Recht (Chapter 11), nachdem sich Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF zurückgezogen hatte. Laut ESPN floss über fünf Jahre eine Förderung von mehr als fünf Milliarden US-Dollar. Für die geplante Fortsetzung hat BC Partners bis zu 300 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt; fest zugesagt ist zunächst ein Überbrückungskredit von vier Millionen, der den Betrieb während des Verfahrens sichern soll. Ein Gericht billigte eine vorläufige Vereinbarung zwischen BC Partners und der Liga; offen ist aber weiter, ob es sich um ein Darlehen handelt, ob weitere Investoren nötig sind und wie belastbar das Engagement ist. Golf Digest verweist zudem auf Verbindungen von BC Partners zur Agentur GSE Worldwide, die einen großen Teil des LIV-Feldes vertritt.
Die rechtliche Lage spitzt sich für die Spieler zu. Vergangene Woche erlaubte ein Insolvenzgericht, mehr als ein Dutzend Spielerverträge abzulehnen – darunter den von Oosthuizen selbst sowie die von Bryson DeChambeau, Dustin Johnson, Cameron Smith, Bubba Watson und Ian Poulter. Die betroffenen Profis dürfen sich dadurch anderweitig orientieren oder neu verhandeln.
Die DP World Tour fährt parallel eine deutlich härtere Linie. Tourchef Guy Kinnings sagte der BBC, wer LIV 2.0 beitrete, erhalte für 2027 keine Mitgliedschaft – auch keine bedingte. Anträge sind bis zum 16. November möglich, und Doppelstarts auf beiden Touren sind nach den neuen Richtlinien nicht erlaubt. Die Mitgliedschaft ist zugleich Voraussetzung für eine mögliche Ryder-Cup-Teilnahme 2027.
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Nach übereinstimmenden Berichten von ESPN, Golf Digest und Golfer Insight haben sich bislang nur vier Profis öffentlich zu LIV 2.0 bekannt: Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell. Bryson DeChambeau hatte zuvor seine Unterstützung signalisiert; ESPN-Quellen zufolge bleibt der zweimalige US-Open-Sieger engagiert und arbeitet hinter den Kulissen aktiv an der Umsetzung von LIV 2.0.
Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Abgänge. Jon Rahm erzielte eine Trennungsvereinbarung und verzichtete dabei auf ein noch ausstehendes neunstelliges Vertragsvolumen – die BBC beziffert es auf rund 75 Millionen Pfund. Dass Rahm den Schritt über Anwälte in einem Insolvenzverfahren vollzog, während Oosthuizen einen persönlichen Abschiedsbrief wählte, zeigt, wie unterschiedlich die Trennungen ablaufen. Adrian Meronk, David Puig, Abraham Ancer, Thomas Pieters und Charles Howell III haben ebenfalls signalisiert, dass sie nicht weitermachen. Joaquin Niemann wägt einen Abschied laut Berichten noch ab. Eine weitere Gruppe – darunter Sergio Garcia, Cameron Smith, Harold Varner III, Matthew Wolff und Marc Leishman – hat die Auflösung ihrer Verträge beantragt, um sich andere Optionen offenzuhalten. Garcia muss sich dabei faktisch zwischen LIV und der DP World Tour entscheiden, seit die europäische Tour Doppelmitgliedschaften ausschließt.
Hinzu kommt eine Bewegung in die andere Richtung: Einzelne frühere LIV-Spieler wie Brooks Koepka sind auf die PGA Tour zurückgekehrt, die ihre Regeln Ende 2025 entsprechend angepasst hatte. Eine Wiederholung der Ausnahmegenehmigung hatte die Tour für weitere Spieler jedoch ausgeschlossen.
Sportlich fällt Oosthuizens LIV-Zeit gemischt aus. Einen Sieg auf der Serie selbst holte er nicht, gewann aber im Dezember 2023 zwei Turniere in Südafrika. Bei den Majors blieb er hinter früheren Leistungen zurück: Nach drei Top-3-Resultaten im Jahr 2021 schaffte er in den folgenden fünf Jahren nur zwei Cuts bei den vier großen Turnieren. In der Weltrangliste rutschte der einstige Weltranglistenvierte bis auf Rang 539 ab.
Seine Perspektive richtet er klar auf die Majors. Dank seines Open-Siegs 2010 ist Oosthuizen bis zum Alter von 60 Jahren für die Open Championship startberechtigt und damit auch 2027 dabei, wenn das Turnier auf den Old Course in St Andrews zurückkehrt. Für die übrigen Majors muss er sich dagegen erst wieder qualifizieren. „Ich hatte einige Erfolge bei Majors, aber du arbeitest und spielst dafür, noch einmal in deren Nähe zu kommen. Ich bin in einer anderen Phase meines Golflebens, aber es ist ziemlich schön, wenn man immer noch Open-Champion genannt wird", sagte er der South China Morning Post am Rande des Link Hong Kong Open der Asian Tour.
Entscheidend bleibt, ob BC Partners die nötige Zahl an Zusagen erreicht oder die Frist verlängert. Ursprünglich war eine feste Mindestzahl an Spielern Bedingung; in jüngeren Gerichtsunterlagen ist diese Vorgabe laut Golf Digest aufgeweicht und unklarer formuliert. Anwälte der Liga erklärten, bis Ende des Monats werde feststehen, ob LIV 2.0 2027 startet oder der Betrieb eingestellt wird. Die Frist für Spielerzusagen läuft am Sonntag, dem 25. Oktober, ab – sie war zuvor bereits um zwei Wochen verschoben worden. Oosthuizen selbst startet währenddessen beim Link Hong Kong Open (22.–25. Oktober).
22 Oct 2026
Louis Oosthuizen, Open Champion 2010, hat sich entschieden, LIV Golf zu verlassen. (Foto: Imago / NurPhoto)