


Das Golfjahr 2026 geht so weiter, wie das letzte aufgehört hat: Scottie Scheffler hat sich beim ersten Auftritt der Saison den Titel bei „The American Express“ gesichert. Es ist sein 20. Erfolg auf der PGA Tour – ein Sieg, der ihn in statistische Regionen katapultiert, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden.
Während viele Profis das Turnier in der kalifornischen Wüste als lockeren Saisoneinstieg nutzen, verwandelte der Weltranglistenerste Scottie Scheffler die Finalrunde im PGA WEST Stadium Course in ein persönliches Rekordfestival. Mit einem Gesamtergebnis von 261 Schlägen (27 unter Par) ließ er das Feld deutlich hinter sich. Selbst ein riskanter Schlag am berüchtigten Inselgrün der 17. Bahn, der im Wasserhindernis und einem Doppel-Bogey endete, konnte seinen Triumph nicht mehr gefährden. Zu konstant hatte Scheffler zuvor agiert und die Konkurrenz auf Distanz gehalten.
Der 20. Karrieresieg ist auf der PGA Tour eine magische Grenze, doch in Kombination mit Schefflers Alter und seinen Major-Erfolgen wird er historisch. Scheffler ist erst der dritte Spieler der modernen Ära, dem es gelingt, vor dem 30. Geburtstag 20 Titel und mindestens vier Majors zu gewinnen. Damit steht er nun in einer Reihe mit den Legenden Jack Nicklaus und Tiger Woods.
Was Experten besonders beeindruckt, ist die Effizienz: Scheffler benötigte für diesen Meilenstein lediglich 151 Turniere. In der Geschichte der PGA Tour war nur Tiger Woods (95 Starts) schneller am Ziel. „Es fühlt sich surreal an“, erklärte Scheffler nach der Siegerehrung. „In dieser Liste neben Namen wie Nicklaus und Woods zu stehen, ist eine Ehre, die ich erst einmal verarbeiten muss.“
Neben der sportlichen Anerkennung bringt dieser Erfolg Scheffler handfeste Vorteile. Durch das Erreichen der 20-Siege-Marke erhält er die „Lifetime Membership“ der PGA Tour. Damit entfällt für ihn lebenslang der Druck, sich über Platzierungen für die kommende Saison qualifizieren zu müssen – ein Privileg, das höchste Beständigkeit über Jahre hinweg voraussetzt.
Auch finanziell setzte der Sieg in La Quinta neue Maßstäbe. Die Siegprämie von über 1,6 Millionen US-Dollar katapultierte sein Karriere-Preisgeld auf über 100 Millionen US-Dollar. Auf der PGA Tour haben diese Schallmauer zuvor lediglich Tiger Woods und Rory McIlroy durchbrochen.
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Das mit insgesamt 9,2 Millionen US-Dollar dotierte Turnier bot lukrative Prämien für die Spitzengruppe:
Scheffler wird die kommende Woche nutzen, um neue Kraft zu tanken, bevor er bei der WM Phoenix Open erneut angreift. Das langfristige Ziel für die Saison 2026 ist jedoch klar definiert: Mit einem Sieg bei der U.S. Open in Shinnecock Hills im Juni könnte er den „Career Grand Slam“ vervollständigen – den Gewinn aller vier modernen Major-Turniere.
Nach der Vorstellung in der Wüste zweifelt kaum ein Experte daran, dass Scheffler derzeit das Maß aller Dinge auf der PGA Tour ist.
26 Jan 2026
Scottie Scheffler gewinnt bei Te American Express seinen 20. Titel auf der PGA Tour. (Foto: Imago / Imagn Images)