


Die Zusagefrist für den Neustart von LIV Golf ist am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, abgelaufen. Wie die Financial Times am selben Tag berichtete, haben sich rund 15 namentlich nicht genannte Spieler vorläufig zu LIV Golf 2.0 bekannt, weitere sollen folgen. Öffentlich festgelegt haben sich bislang nur Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell. Benötigt werden kurzfristig 30 bis 40 Spieler. Bryson DeChambeau, das bekannteste Gesicht der Liga, hat sich noch nicht formell erklärt. Die eigentliche Frist läuft laut Indap erst am Freitag, dem 30. Oktober, ab.
Die 15 Interessenten stehen nach Angaben von FT-Reporter Sujeet Indap außerhalb der beiden Spielergruppen, die an den Restrukturierungsgesprächen beteiligt sind: der sogenannten Weil-Gruppe mit 18 Spielern und der Reed-Smith-Gruppe mit fünf Spielern. „LIV 2.0 lebt noch ein paar Tage weiter. 15 Spieler außerhalb der Weil- und Reed-Smith-Gruppen sind interessiert", schrieb Indap am Sonntag auf X. Ob die vier öffentlich bekannten Unterzeichner zu diesen 15 gehören, ist nicht bestätigt.
Dass der Sonntag nicht das Ende bedeutet, liegt an zwei verschiedenen Fristen. Der 25. Oktober ist das Datum aus der Restrukturierungsvereinbarung (Restructuring Support Agreement, RSA) mit dem Investor BC Partners. „Die RSA-Frist von BC ist heute, aber das eigentliche Datum ist laut den Bedingungen des PIF-Insolvenzkredits der 30. Oktober", schrieb Indap. Der saudische Staatsfonds PIF ist der vorrangige Kreditgeber im Insolvenzverfahren und will zu diesem Termin die Abwicklung der Liga einleiten, falls LIV 2.0 nicht zustande kommt. Eine formelle Verlängerung der Frist vom 25. Oktober wurde bis Montag nicht gemeldet.
Für DeChambeau steht viel auf dem Spiel. Der zweifache Major-Sieger gehört zu den 19 Spielern, deren Verträge LIV mit Genehmigung des Insolvenzgerichts ablehnen durfte. Laut den Gerichtsunterlagen schuldet die Liga ihm noch 5,77 Millionen US-Dollar. Eine definitive Ankündigung hat der Amerikaner nicht gemacht, es wird aber erwartet, dass er weitermacht. Die Alternative wäre ein Wechsel auf eine der etablierten Touren – verbunden mit einer Strafe. Rory McIlroy und Justin Rose sollen bereit sein, Rückkehrer unter dieser Bedingung zu akzeptieren.
Öffentlich hat sich DeChambeau mehrfach zur Liga bekannt. „Solange es LIV gibt, würde ich einen Weg finden, dass es Sinn ergibt", sagte er im April gegenüber „Flushing It", wenige Tage bevor der PIF seinen Rückzug bekanntgab. Nach dem vorzeitigen Saisonende klang er zurückhaltender: „Ich glaube, es gibt für die Zukunft viel Potenzial. Es war eine interessante Fahrt, so viel ist sicher." Bei LIV Golf Korea hatte er seine Rolle größer gefasst: „Ich hoffe, die Leute verstehen, dass mein Ziel größer ist, als jede Woche jedes Turnier zu gewinnen."
Das Lager der Spieler ist gespalten. Dustin Johnson, seit 2022 Kapitän der 4Aces GC, führt eine Gruppe von mehr als zehn Spielern an, die Abfindungen vom PIF verlangen. Ihre Verträge sollen zusammen über 100 Millionen US-Dollar wert sein. Laut The Athletic wird nicht erwartet, dass diese Gruppe die aktuelle RSA unterschreibt. Insgesamt schuldet LIV seinen Spielern laut den Insolvenzunterlagen mehr als 400 Millionen US-Dollar an vertraglichen Garantien. Ob Johnson, Cameron Smith oder Joaquin Niemann bei LIV 2.0 antreten, ist nicht bestätigt.
Die Liste der Abgänge ist lang: Jon Rahm, Tyrrell Hatton, Ian Poulter, David Puig, Adrian Meronk, Tom McKibbin, Louis Oosthuizen und Abraham Ancer verlassen die Liga oder haben sie bereits verlassen. Sergio Garcia wurde aus seinem Vertrag entlassen. Rahm erhielt seine Namens- und Bildrechte zurück, aber kein Geld, wie greenfeed.news berichtete: Jon Rahm verlässt LIV Golf. Zuvor hatten bereits Thomas Pieters und Charles Howell III ihren Abschied von LIV und den Weg zur DP World Tour angekündigt.
Zusätzlichen Druck erzeugt die DP World Tour. CEO Guy Kinnings kündigte an, Spielern 2027 nicht zu erlauben, sowohl bei LIV 2.0 als auch auf der DP World Tour zu spielen. LIV-Anwalt Robert Fitzgerald von der Kanzlei Gibson Dunn reagierte bei der Gerichtsanhörung am 14. Oktober scharf: „Gerade der Zeitpunkt wirkt auf uns wie ein klarer Versuch, in unseren Prozess mit unseren Spielern einzugreifen."
Das Rettungspaket von BC Partners umfasst 300 Millionen US-Dollar: ein Darlehen über 127,5 Millionen, vorrangiges Vorzugskapital über 147,5 Millionen und 25 Millionen in wandelbarer Form. Die Spieler sollen 52,5 Prozent der Liga besitzen, BC Partners und Mitinvestoren 45 Prozent, das Management 2,5 Prozent. Hinzu kommen Antrittsprämien und teilweise Rechte an Namen und Bild. „Wir wollen, dass die Spieler, die diese Liga ausmachen, an dem teilhaben, was sie mit aufbauen", sagte Ted Goldthorpe, Partner und Leiter von BC Partners Credit, laut OutKick.
Entscheidend ist eine Schwelle in der RSA: LIV muss die „erforderliche Zahl an Spielern" verpflichten – so viele, wie nötig sind, um den Fortbestand als echte Golfliga zu sichern. Ob das erreicht ist, entscheidet BC Partners, das die Frist auch aufheben kann. Jared Ellias, Insolvenzrechtler in Harvard, wies gegenüber USA Today darauf hin, dass BC Partners in der Kapitalstruktur über den Spielern steht – Verluste träfen also zuerst die Spieler. Der Plan sei „ganz und gar keine ausgemachte Sache". Für 2027 sind zehn Turniere vorgesehen, je fünf in den USA und international, langfristig 17.
Der PIF hatte LIV seit dem Start 2022 als einziger Geldgeber finanziert und dabei rund fünf Milliarden US-Dollar ausgegeben, zog sich nach der Saison 2026 aber zurück. Im August kündigte LIV an, dass die Spieler die Mehrheit an der Liga halten sollen. Am 3. September folgten Massenentlassungen, am 9. September der Insolvenzantrag nach Chapter 11. Am 6. Oktober stieg BC Partners mit dem 300-Millionen-Paket ein, die Zusagefrist wurde vom 13. auf den 25. Oktober verschoben.
Am 14. Oktober genehmigte Richter Michael B. Kaplan vom US-Insolvenzgericht in New Jersey die geänderte RSA sowie den Antrag von LIV, 19 Spielerverträge abzulehnen. Kaplan stellte dabei klar: „Das gibt nicht zwangsläufig die Bestätigung eines Plans oder die Genehmigung einer Offenlegungserklärung vor." Zugleich fragte er, ob LIV auf eine Abwicklung umschwenke oder ob 2.0 weitergehe.
Als eigentliche Frist nennt Indap den Freitag, 30. Oktober; ob die Zahl der Zusagen reicht, entscheidet laut RSA BC Partners. Fitzgerald hatte dem Gericht am 14. Oktober gesagt, er erwarte, dass die Entscheidung zwischen Abwicklung und LIV 2.0 „bis Ende des Monats" fällt. Bis dahin richtet sich der Blick auf DeChambeau.
26 Oct 2026
Bryson DeChambeau hat sich noch nicht für einen Verbleib bei LIV Golf entschieden. (Foto: Imago / Icon Sportswire)