


Mehr als 40 Prozent aller Schläge einer Golfrunde werden mit einem einzigen Schläger ausgeführt – dem Putter. Kein Driver, kein Eisen, kein Wedge kommt auch nur annähernd so häufig zum Einsatz. Und trotzdem ist der Putter der Schläger, bei dem viele Golferinnen und Golfer am wenigsten auf die Markenwahl achten. Dabei entscheidet genau diese Wahl darüber, ob die Schlagfläche im Treffmoment square steht, ob das Rollverhalten konsistent ist – und ob der Ball letztlich im Loch landet.
Der Markt für Putter ist heute so vielfältig wie nie zuvor: Traditionelle Schmiedemeister aus Japan und Illinois stehen neben amerikanischen Technologiepionieren, Tour-Giganten mit Jahrzehnten an Major-Siegen neben disruptiven Newcomern, die das physikalische Grundprinzip des Puttens neu gedacht haben. Dieser Artikel gibt Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Putter-Marken – von Scotty Cameron über Ping und TaylorMade bis hin zu L.A.B. Golf, Bettinardi, Cobra, Mizuno, Cleveland und Wilson.
Wer die Grundlagen des Puttens noch einmal auffrischen möchte – von Kopfformen über Hosel-Typen bis hin zu Loft und Lie – findet in unserem Artikel Was ist ein Putter? eine ausführliche Einführung.
Bevor wir in die einzelnen Marken einsteigen, lohnt ein kurzer Blick auf die Kriterien, nach denen sich Putter-Marken sinnvoll vergleichen lassen. Denn der „beste" Putter existiert nicht – wohl aber der Putter, der am besten zu Ihrer individuellen Spielerin oder Ihrem individuellen Spieler passt.
Fertigungsqualität ist der erste Maßstab: Handelt es sich um einen gefrästen (gemillten) Putter, einen Guss, ein Metal-Injection-Molding-Verfahren oder gar additiv gefertigte 3D-Druck-Strukturen? Die Fertigungsmethode beeinflusst Präzision, Wiederholbarkeit und Gefühl.
Technologie-Philosophie ist der zweite: Setzt die Marke auf maximales Massenträgheitsmoment (MOI), auf Zero-Torque-Konstruktionen, auf Insert-Technologien für ein softeres Gefühl – oder auf gefrästen Stahl für direktes Feedback? Jeder Ansatz hat seine Berechtigung, aber keiner passt für alle.
Fitting-System ist der dritte: Die besten Putter-Marken denken in Stroke-Typen. Ein gerader Stroke (Straight-Through) braucht einen anderen Putter als ein bogenförmiger Arc-Stroke. Marken, die diesen Unterschied systematisch in ihre Produktlinie übersetzen, geben Golferinnen und Golfern echte Auswahlmöglichkeiten.
Tour-Adoption ist der vierte – und aussagekräftigste – Beweis: Wenn Profispielerinnen und -spieler unter dem Druck von Millionen-Dollar-Preisgeldern auf dem schnellsten Grün der Welt einem Putter vertrauen, ist das kein Marketing-Argument, sondern ein Leistungsnachweis.
Und schließlich: Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Spektrum reicht von unter 200 Euro bis zu über 1.000 Euro für limitierte Editionen. Beide Enden können ihren Preis wert sein – es kommt auf die richtigen Erwartungen an.
Kein Putter-Hersteller ist auf den großen Golftouren der Welt so präsent wie Scotty Cameron. Woche für Woche bestätigen die Statistiken: Scotty Cameron ist die meistgespielte Puttermarke auf der PGA Tour – und das seit Jahren. Der Grund dafür ist keine Frage des Budgets, sondern der Leistung.
Scotty Cameron – Teil des Acushnet-Konzerns, der auch Titleist und FootJoy umfasst – fertigt ausnahmslos alle Putter im Putter Studio in Carlsbad, Kalifornien, aus dem Vollen: CNC-gefrästes Metall, kein Guss, kein Schmieden. Das Ergebnis ist ein Präzisionsniveau, das Putter Nummer 1 genauso aussehen und anfühlen lässt wie Putter Nummer 1.000. Das Credo der Marke lautet: Fine Milled Putters – We Only Mill Putters.
Das aktuelle Sortiment teilt sich in zwei Hauptfamilien:
Die Phantom-Serie umfasst Mallet-Putter mit verschiedenen Kopfformen und Schaft-Konfigurationen – von der kompakten Phantom 5 (ein Favorit von Justin Thomas und Russell Henley) bis zur hochstabilen Phantom 12 mit dem tiefsten und niedrigsten Schwerpunkt der gesamten Linie. Alle 2026er-Phantom-Modelle tragen das neue Full-Face Studio Carbon Steel Insert mit Chain-Link Face Milling, das ein außergewöhnlich weiches, aber präzises Gefühl erzeugt.
Die Studio Style-Linie vereint klassische Blade-Putter der Newport-Familie – dem Herzstück der Scotty Cameron-Identität seit Jahrzehnten – mit modernen Mid-Mallets der Fastback- und Squareback-Familie. Der Newport 2 gilt als ikonischste Form im gesamten Scotty Cameron-Sortiment und hat mehr Tour-Siege vorzuweisen als fast jedes andere Modell der Golfgeschichte.
Das 2025 eingeführte Studio Carbon Steel (SCS) Face Insert markiert die jüngste Materialinnovation: Carbon Steel in Kombination mit Chain-Link Face Milling reduziert die Kontaktpunkte zwischen Schlägerface und Ball beim Aufprall und erzeugt ein weicheres Klangbild bei gleichzeitig präzisem Feedback. Ergänzt wird das durch ein ausgefeiltes Gewichtssystem mit austauschbaren Wolfram-Sohlengewichten.
Cameron Young gewann 2026 sowohl die Players Championship als auch das Cadillac Championship mit einem Phantom 9.5R. Matt Fitzpatricks Rückkehr zum Scotty Cameron wird an anderer Stelle in diesem Artikel behandelt – er spielt Bettinardi. Russell Henley verbesserte sich nach dem Wechsel vom Blade zum Phantom 5 in Strokes Gained: Putting in einer einzigen Saison von Rang 120 auf Rang 39. Justin Thomas gewann mit dem Phantom 5 das RBC Heritage nach einem Playoff-Birdie aus 21 Fuß.
Scotty Cameron empfiehlt sich für ambitionierte Golferinnen und Golfer, die höchste Fertigungsqualität und Tour-erprobte Leistung suchen. Wer sich an klassischen Blade-Puttern orientiert und ein direktes, reaktionsschnelles Gefühl bevorzugt, findet in der Newport-Familie den idealen Einstieg. Wer mehr Stabilität und Ausrichtungsunterstützung sucht, ist mit einem Phantom-Modell gut beraten.
→ Mehr zu Modellen, Technologien und Kaufberatung: Scotty Cameron Putter – Der begehrteste Putter der Welt
Keine Putter-Marke der Welt hat die Entwicklung des modernen Putter-Designs so grundlegend geprägt wie Ping. Was heute als selbstverständlich gilt – Perimeter Weighting, Heel-Toe-Balancierung, optimierte Schwerpunktplatzierung – ist in wesentlichen Teilen eine Erfindung von Karsten Solheim, dem Gründer des Unternehmens.
Solheim, ein norwegisch-amerikanischer Ingenieur, der nach dem Zweiten Weltkrieg an Düsentriebwerken und Raketenlenkungssystemen gearbeitet hatte, begann 1958 in seiner Garage in Palo Alto mit dem Bau seines ersten Putters – des 1-A. Er hatte erkannt, dass die Putter seiner Zeit auf Off-Center-Treffern zu stark verdrehten, und löste das Problem durch Gewichtsverlagerung an die Ränder des Schlägerkopfes.
Der entscheidende Durchbruch kam 1966: Inspiriert durch den Erfolg von Arnold Palmers Wilson 8802 auf der PGA Tour, skizzierte Solheim auf dem Papprücken einer Schallplatte den Entwurf des Putters, der alles verändern sollte. Seine Frau Louise schlug vor, das neue Modell „Answer" zu nennen – Karsten hielt dagegen, der Name passe nicht auf den Schlägerkopf. Louises Lösung: das „w" einfach weglassen. So entstand der Anser.
Der Anser erhielt 1967 sein Patent (Nr. D-207227), gewann sein erstes Major 1969 durch George Archer beim Masters – und wurde zum meistkopierten Putter-Design der Golfgeschichte. Als das Patent 1984 auslief, ahmten Dutzende Hersteller das Design nach. Bis heute gilt der Anser als „Winningest Putter in Golf" mit über 700 Tour-Siegen. Tiger Woods nutzte einen Anser 2 während seiner Junior-Karriere und gewann damit 1994 und 1995 die U.S. Amateur Championship.
Der Höhepunkt der Ping-Geschichte: 1988 wurden alle vier Major Championships mit Ping-Puttern gewonnen – Pal (Masters), Zing 2 (U.S. Open), Pal 2 (PGA Championship) und Anser (Open Championship). Dieses Ergebnis, das die Golfwelt als Ping Slam kennt, ist bis heute einmalig und wurde von keiner anderen Putter-Marke wiederholt.
Erfahren Sie hier, was der Grand Slam im Golfsport ist.
PLD Milled ist Pings Premium-Linie: vollständig aus 303 Edelstahl gefräst, mit über vier Stunden Fräszeit pro Putter, im gunmetal-Finish und mit dem AMP (Aggressive Milling Pattern) Face für Tour-bevorzugten Klang und Feedback. Zu den Modellen zählen der klassische Anser, der DS72 (Viktor Hovlands Modell der Wahl), der Oslo 3 sowie die Ally Blue 4 als hochstabiler Multi-Material-Mallet. Ein integrierter Customizer erlaubt persönliche Anpassungen bei Ausrichtungslinien, Farbfüllungen und Griffen.
Die Scottsdale-Linie (2025) bringt das PEBAX-Elastomer-Insert ins breitere Sortiment: Das Material, das auch in Laufsohlen hochwertiger Sportschuhe eingesetzt wird, liefert ein weiches, aber responsives Gefühl. Neun Modelle – von der Anser über Craz-E und Prime Tyne bis zum DS72 – decken alle drei Stroke-Typen ab. Der Start der WebFit Putter App begleitet die Linie: ein webbasiertes Fitting-Tool, das Golferinnen und Golfern hilft, das passende Modell ohne stationäres Fitting zu finden.
Die Scottsdale TEC-Linie (März 2026) ist Pings technologisch ambitioniertestes Putter-Angebot: ausschließlich Mallet-Designs, ein charakteristisches weißes Finish – und die neue Eye Q Alignment Technology. Diese Ausrichtungstechnologie wurde auf Basis von Eyetracking-Forschung entwickelt: Ping-Ingenieure testeten verschiedene Ausrichtungs-Prototypen, während Golferinnen und Golfer Tobii-Eyetracking-Brillen trugen. Die Ergebnisse zeigten, welche Designs die Blickfixation stabilisieren und die sogenannte Quiet Eye-Dauer verlängern – jener finale Blickmoment vor dem Schlag, den die Sportpsychologie mit höherer Leistung verbindet. Ein markanter Punkt auf dem Top Rail kombiniert mit einer langen Ausrichtungslinie setzt dieses Prinzip in ein konkretes Design um.
Tony Finau wechselte Anfang 2026 zum Scottsdale TEC Ally Blue Onset und verbesserte seine Putting-Statistiken auf der PGA Tour spürbar. Wyndham Clark stellte im Mai 2026 beim CJ Cup Byron Nelson einen neuen PGA-Tour-Rekord in Strokes Gained: Putting auf – mit einem Plus von über 12,5 Shots für die Woche gegenüber dem Feld. Sein Putter: ein Scottsdale TEC Ally Blue Onset. Im Juni 2026 unterzeichnete Clark einen exklusiven Vertrag mit Ping.
Ping bietet das vollständigste Fitting-System unter den großen Putter-Marken: drei klar definierte Stroke-Typen (Straight, Slight Arc, Strong Arc), ein breites Preisspektrum von der Scottsdale-Einstiegslinie bis zum PLD Milled, und digitale Fitting-Unterstützung per WebFit App. Ping-Putter eignen sich für Golferinnen und Golfer aller Spielstärken – vom Einsteiger bis zur oder zum Fortgeschrittenen, die Wert auf systematisches Fitting legen.
Es gibt Putter, die behaupten, sie seien die meistgespielten auf der Tour. Beim TaylorMade Spider lässt sich das nachprüfen. In den Schläger-Statistiken der PGA Tour und der DP World Tour taucht die Spider-Familie Jahr für Jahr auf den vorderen Plätzen auf – nicht dank Marketing-Budget, sondern weil Tour-Caddies und Profispielerinnen und -spieler ihren Bag-Deals nur dann folgen, wenn ein Produkt tatsächlich überzeugt.
Wem gehört TaylorMade? Hier erfahren Sie es.
2008 brachte TaylorMade den ersten Spider auf den Markt: den Monza Spider, einen offenen Stahlrahmen-Mallet, der konsequent auf maximales Massenträgheitsmoment (MOI) ausgelegt war. TaylorMade kalkulierte für das erste Jahr mit rund 30.000 verkauften Einheiten – am Ende waren es über 200.000. Mehr als 1,5 Millionen Spider-Putter wurden seitdem verkauft. Kein anderes Modell hat die Entwicklung des modernen Mallet-Putters so stark geprägt.
Die heutige Spider-Familie umfasst vier klar differenzierte Linien:
Der Spider Tour ist die Basis: ein kompakter Rahmen-Mallet mit Pure Roll Insert, True Path Alignment und HYBRAR Echo Dämpfungssystem. Verfügbar in verschiedenen Hosel-Varianten – Double Bend (face-balanced), Small Slant (29° Toe Hang) und Counterbalance – für verschiedene Stroke-Typen. Preis: ca. 360 Euro.
Der Spider Tour X hat einen größeren, schwereren Kopf und damit einen noch höheren MOI. Rory McIlroy spielte das Modell über mehrere Jahre, Scottie Scheffler nutzte die L-Neck-Variante mit 21° Toe Hang – eine ungewöhnlich spezifische Konfiguration, die seine Tour-Dominanz mitbegründete.
Der Spider ZT steht für Zero Torque: ein Konstruktionsprinzip, das das Verdrehmoment der Schlägerface während des Strokes minimiert. Das True Path Alignment ist hier direkt in den Stahl gefräst (kein aufgeklebtes Element), der Loft liegt bei 2,5° statt der üblichen 3°. Die ZT-Familie reicht von der Standardvariante bis zur Spider ZT Black CB – einer Armlock-Konfiguration mit Graphitschaft und 395 Gramm Kopfgewicht für Längen bis 38 Zoll.
Der Spider Torched Tour X ist das jüngste und technisch anspruchsvollste Mitglied der Familie: ein hitzebehandeltes PVD-Finish, das der Oberfläche eine charakteristische irisierende Färbung verleiht, kombiniert mit Milled True Path oder Single Line Alignment.
Der Spider ist vor allem für Golferinnen und Golfer mit einem geraden oder leicht bogenförmigen Stroke geeignet, die Stabilität und Konsistenz über maximales Feingefühl stellen. Spielerinnen und Spieler, die unter Druck zu unruhigen Handgelenken neigen, profitieren besonders von den Counterbalance-Varianten.
→ Alle Modelle, technische Details und Kaufberatung: TaylorMade Spider Putter
Wer sich die Golfbags auf der PGA Tour, der LPGA oder der DP World Tour ansieht, stößt immer wieder auf dasselbe weiße Gesicht: einen Odyssey Putter. Seit über 25 Jahren ist die Marke – seit 1997 Teil des Callaway-Konzerns – die meistgespielte Putter-Marke der Welt. Hinter diesem Erfolg steckt vor allem eine Erfindung: das White Hot Insert.
Ende der 1990er-Jahre stellte Callaway-Gründer Ely Callaway eine scheinbar einfache Frage: Warum nicht das gleiche Material für die Putter-Einlage verwenden, aus dem der Golfball-Bezug besteht? Das Ergebnis, eingeführt im Jahr 2000, war das White Hot Insert – ein zweikomponentiges gegossenes Urethan-Material, das ein weiches Gefühl mit effizientem Energietransfer verbindet. Der Klang bleibt konstant über die gesamte Schlagfläche, auch bei Off-Center-Kontakt. Seit seiner Einführung hat das White Hot Insert mehr als 700 Siege weltweit gesammelt – darunter 48 Major-Titel.
2001 brachte Odyssey den 2-Ball auf den Markt: zwei kreisrunde weiße Scheiben auf dem Putterkopf, die exakt die Größe und Form echter Golfbälle haben und die Ausrichtung auf die Ziellinie erheblich vereinfachen. Der 2-Ball entwickelte sich zum meistverkauften Putter-Modell, das der Golfsport je hervorgebracht hat.
Die Ai-ONE-Linie setzt auf KI-gestützte Konstruktion: Das Ai-Dual-Insert mit FRD-Groove-System (Face Roll Design) arbeitet mit 19-Grad-Rillen, die eine konsistentere Ballgeschwindigkeit über die gesamte Schlagfläche liefern. Das ½-Ball-Alignment-System – ein halbkreisförmiges Element, das optisch einen Ball auf der Ziellinie simuliert – verbessert laut Studien der Universitäten Baylor und Clemson die Trefferquote auf 1,8 Metern um bis zu 11,3 Prozent.
Die Tri-Hot S2S-Linie (Square 2 Square) kombiniert das White Hot Insert mit Zero-Torque-Technologie: Ein vorgezogener Schwerpunkt (Forward CG) reduziert die unerwünschte Verdrehung der Schlagfläche und sorgt für eine gleichmäßigere Rollbewegung.
Die White Hot Versa-Linie führt das klassische Insert in einem modernen kontrastreichen Design fort – und bleibt damit der bewährteste Ausgangspunkt für Golferinnen und Golfer, die das vertraute White-Hot-Gefühl suchen.
Odyssey bietet das breiteste Spektrum aller großen Putter-Marken – von einsteigerfreundlichen Mallet-Modellen mit ½-Ball-Alignment bis zu vollständig gefrästen Premium-Puttern. Wer einen ersten Putter sucht oder nach einer verlässlichen, bewährten Lösung mit Tour-validierter Technologie, findet bei Odyssey eine der größten Auswahlmöglichkeiten.
→ Alle Modelle, Technologien und die Geschichte des White Hot Inserts: Odyssey Putter
Kein anderes Unternehmen hat die Putter-Branche in den vergangenen Jahren so aufgewühlt wie L.A.B. Golf. Die Marke steht für eine Idee, die so simpel wie radikal ist: Ein Putter sollte so konstruiert sein, dass die Schlagfläche ohne aktiven Eingriff der Hände square bleibt – automatisch, durch Physik.
L.A.B. steht für Lie Angle Balance. Das Prinzip: Wenn die Schaftachse exakt durch den Schwerpunkt (Center of Gravity) des Putterkopfes verläuft, entsteht kein Torsionsdrehmoment auf die Hände – die Schlagfläche bleibt in jeder Phase des Strokes neutral. Herkömmliche Putter erzeugen durch ihre Konstruktion eine leichte Öffnungs- oder Schließbewegung der Schlagfläche, die Golferinnen und Golfer durch aktive Handgelenksbewegung kompensieren müssen. L.A.B.-Putter eliminieren diesen Kompensationsbedarf vollständig.
L.A.B. Golf wurde ursprünglich von Bill Presse gegründet und 2018 von Sam Hahn übernommen, der das Unternehmen mit konsequentem Produktfokus und direkter Kundenansprache transformierte. Das Ergebnis: ein Umsatzwachstum von 18.000 Prozent in sieben Jahren, eine Marktanteil-Verfünffachung in 18 Monaten, und ein durchschnittlicher Verkaufspreis von fast 500 Euro – einer der höchsten unter allen Putter-Marken.
Im Juni 2025 gelang L.A.B. Golf der vielleicht spektakulärste Werbemoment in der Geschichte des modernen Putter-Marketings: J.J. Spaun lochte einen 64-Fuß-Birdie-Putt auf Loch 18 der U.S. Open in Oakmont. Spauns Putter: der L.A.B. DF3. Einen Monat später, im Juli 2025, erwarb die Private-Equity-Gesellschaft L Catterton – unterstützt durch LVMH – eine Mehrheitsbeteiligung an L.A.B. Golf bei einer Bewertung von über 200 Millionen US-Dollar. Es ist die größte Transaktion im Putter-Markt seit Callaways Kauf von Odyssey 1997.
Lange Zeit waren alle L.A.B.-Putter ausschließlich mit Center-Shaft-Konfiguration erhältlich – eine Designentscheidung, die die Zero-Torque-Eigenschaften ermöglichte, aber viele traditionell orientierte Golferinnen und Golfer abschreckte.
Mit der Einführung des OZ.1i HS (August 2025) änderte sich das: der erste L.A.B.-Putter mit Heel-Shaft-Design. Ein proprietärer Aluminium-Riser platziert die Schaftachse trotz klassischem Hosel weiterhin durch den Schwerpunkt des Kopfes. Der OZ.1 wurde in Zusammenarbeit mit 2013-Masters-Champion Adam Scott entwickelt und ist die konventionellste Kopfform im L.A.B.-Sortiment.
LINK.2.1 und LINK.2.2 (April 2026) gehen noch weiter: Sie sind die ersten heel-schafted Blade-Putter mit Lie Angle Balance Technologie – vollständig aus 303 Edelstahl gefräst, im Black-PVD-Finish, in schmalem (2.1) oder breiterem (2.2) Profil. „Es ist die purste Kombination aus Tradition und Technologie, die wir je produziert haben", sagt L.A.B.-Gründer Sam Hahn.
VZN.1i (Juni 2026) ist der erste L.A.B.-Putter, der explizit auf Ausrichtungsoptimierung ausgelegt wurde: ein vollformatiger Mallet mit 303-Edelstahl-Face-Insert und tieferem Milling als bei bisherigen Modellen.
Alle L.A.B.-Putter werden von Hand balanciert und durchlaufen bis zu zehn Fertigungsschritte vor der Auslieferung. Customization-Optionen umfassen Lie-Winkel, Schaftlänge, Kopfgewicht, Farbe, Ausrichtungsmarkierung und Griff.
L.A.B.-Putter eignen sich besonders für Golferinnen und Golfer, die mit inkonsistenten Putts kämpfen und dem Gefühl, die Schlagfläche aktiv kontrollieren zu müssen. Die Zero-Torque-Technologie nimmt diesen Kompensationsbedarf aus der Gleichung. Wer zuvor mit Center-Shaft-Designs gehadert hat, findet in der OZ.1i HS und der LINK.2-Familie jetzt auch traditionell wirkende Optionen mit L.A.B.-Technologie.
Bettinardi Golf ist der vielleicht konsequenteste Vertreter des Gedankens, dass ein Putter unter einem Dach entworfen, gefräst, poliert und zusammengebaut werden sollte – und dass dieser Ansatz einen spürbaren Unterschied macht.
Das Unternehmen wurde 1998 von Robert J. Bettinardi gegründet, der zuvor als Auftragsfertiger für die großen Marken präzisionsgefräste Putter produziert hatte – bevor er entschied, das unter eigenem Namen zu tun. Heute führt er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Sohn Sam Bettinardi von Tinley Park, Illinois, aus. Kein Outsourcing, keine Drittfertiger: Rohblock, CNC-Fräsung, Handfinish und Montage – alles unter einem Dach.
Die BB Series 2026 ist die ambitionierteste Überarbeitung in der Geschichte der Linie. Das Kernstück: VDF (Variable Depth Flymill) Face Milling – ein Fräsmuster mit neun individuellen Zonen, das laut Bettinardis Tests mit Quintic-Technologie rund 30 Prozent weniger Distanzvarianz und über 40 Prozent weniger Topspin-Schwankungen über Top-, Mittel- und Unterposition der Schlagfläche erzeugt, verglichen mit klassischem Flymill-Fräsen. Die BB Series wird in einem Savannah Blue PVD-Finish geliefert, alle Modelle aus einem Stück 303 Edelstahl gefräst. Preis: 495 US-Dollar.
Mit der BB1 Fitz Flow (BB1 FF) und BB48 Fitz brachte Bettinardi im Mai 2026 erstmals Putter auf den Markt, die gemeinsam mit Matt Fitzpatrick entwickelt wurden. Das Herzstück ist die Fitz Face – ein semi-zirkuläres Fräsmuster, das nach mehr als 30 Prototypen-Iterationen Fitzpatricks präzisen Anforderungen an Gefühl und Rollverhalten entspricht. Der BB1 FF als Blade mit Flow Neck bietet moderaten Toe Hang für einen moderate-Arc-Stroke; der BB48 Fitz als symmetrischer Mallet mit Double Bend Schaft ist face-balanced für gerade bis leicht bogenförmige Strokes.
Parallel dazu entwickelt Bettinardi die Antidote-Linie mit Simply Balanced™ Zero-Torque Technology: Wie bei L.A.B. Golf wird die Schaftachse durch den Schwerpunkt des Kopfes geführt, um Torsion zu eliminieren. Die Antidote-Serie war lange auf Center-Shaft-Designs beschränkt – mit dem Hexperimental #7 und #9 (April 2026) sind erstmals heel-schafted Varianten mit Simply Balanced™-Technologie erhältlich. Das Hexperimental #2 (Juli 2026) geht in die entgegengesetzte Richtung: ein High-MOI-Mallet ohne Zero-Torque, mit einem Drittel Toe Hang für Spielerinnen und Spieler mit Arc-Stroke. Die F.I.T. Face™-Fräsung entfernt dabei 30 Prozent des Face-Materials für ein weiches, responsives Treffbild.
Matt Fitzpatrick hat in der Saison 2026 vier PGA-Tour-Siege mit Bettinardi-Puttern gefeiert: Valspar Championship, RBC Heritage (2×), Zurich Classic. Seit seiner Rückkehr zum BB1 Flow ist er von Rang 24 auf Rang 3 der Weltrangliste geklettert und führt den FedEx Cup an. Ein stiller Counterpoint zur Mallet-Dominanz in Tour-Feldern: Alle drei Einzel-Siege dieser Saison wurden mit einem Blade-Putter entschieden.
Bettinardi empfiehlt sich für Golferinnen und Golfer, für die Craftsmanship und Materialqualität keine Kompromisse sind. Die BB Series bietet klassische Formen mit moderner Fräs-Präzision; die Antidote-Linie ist für alle interessant, die Zero-Torque-Technologie in einer amerikanischen Premiummarke suchen. Wer experimentierfreudig ist, findet in The Hive – Bettinardis limitierter Edition-Linie aus Kupfer, Messing, Damascus-Stahl und sogar Sterling Silber – echte Sammlerstücke.
Cobra Golf hat sich in den letzten Jahren als eine der innovativsten Marken im Golfmarkt positioniert – und das zeigt sich auch im Putter-Segment. Für 2026 bringt Cobra zwei Linien, die beide auf ungewöhnliche Fertigungsverfahren setzen und damit physikalische Grenzen verschieben, die klassische Methoden nicht überwinden können.
Die 3DP TOUR-Linie nutzt 3D-Druck nicht als Designspielerei, sondern als Leistungsgrundlage. Eine 3D-gedruckte Nylon-Kartusche im Inneren des Schlägerkopfes ermöglicht Geometrien, die mit Guss oder Schmieden nicht realisierbar wären. Kombiniert mit einer Carbonfaser-Krone (Gewichtseinsparung im Zentrum) und Wolfram-Gewichten in der Sohle (strategische Masseverteilung) entsteht ein extrem hohes MOI – bei gleichzeitig vorgezogenem Schwerpunkt (Forward CG), der die Schlagfläche leichter square hält. Die Schlagfläche selbst ist aus 304 Edelstahl gefräst. „3D-Druck gibt uns die völlige Freiheit, das Design primär auf Performance auszulegen", erklärt Chad DeHart, Senior Product Line Manager bei Cobra. Modelle: Aguera (Ultra-High-MOI Wingback Mallet, auch in CB-Variante), Aguera RS (20% kompakter), Supernova (Fang-Mallet), GrandSport-35 (Notchback Blade).
Lesen Sie hier mehr über die Cobra 3DP Tour Putter.
Die MIM-Linie setzt auf Metal Injection Molding – ein Verfahren, das die Formflexibilität des Gießens mit der Materialdichte und Präzision des Schmiedens verbindet. Das Ergebnis: extrem enge Fertigungstoleranzen bei klassischen Putter-Formen, von der Anser-Blade bis zum High-MOI-Mallet. Ein überarbeitetes PEBAX-Insert liefert ein weiches, aber responsives Gefühl; die eingesparte Masse aus dem leichten Insert wird an die Ränder verlagert und erhöht den MOI. Modelle: Sport-40, Sport-60, Widesport, Nova, Nova SL, Stingray, Stingray PL, Camino, Blazer.
Lesen Sie hier mehr über die Cobra MIM Putter.
Beide Linien teilen sich die Descending Loft Technology (DLT) von LA GOLF: Die Schlagfläche ist in vier Zonen mit absteigenden Loftwerten (4°, 3°, 2°, 1°) unterteilt. Diese Technologie adressiert eine der häufigsten Schwächen im Putting: Viele Golferinnen und Golfer verändern unbewusst den Schaftwinkel im Treffmoment. Die DLT korrigiert verschiedene Eintreffwinkel und sorgt so für einen konsistenten Ballstart – unabhängig davon, ob der Putter leicht nach vorne oder hinten geneigt auftrifft.
Die 3DP TOUR-Linie empfiehlt sich für Spielerinnen und Spieler, die maximale Fehlerverzeihung suchen und bereit sind, dafür ein unkonventionelles Design in Kauf zu nehmen. Die MIM-Linie ist für alle, die moderne Fertigungspräzision in klassischen Putter-Formen wünschen. Die DLT-Technologie ist besonders wertvoll für Golferinnen und Golfer, deren Schaftwinkel im Treffmoment variiert.
Mizuno ist im Golfsport das Synonym für hochwertig geschmiedete Eisen. Mit der neuen M.CRAFT City Series überträgt der japanische Traditionshersteller diese Schmiedekompetenz konsequent auf den Putter.
Die Namensgebung ist eine Hommage an Japan: Die vier Modelle – Kyoto, Osaka, Nagoya und Tokyo – sind nach den Stationen der legendären Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsstrecke benannt. Diese Verbindung symbolisiert den Kern der Serie: die Harmonie zwischen historischer Handwerkskunst und technologischem Fortschritt.
Jeder Putter der City Series wird aus 1025E Mild Carbon Steel präzisionsgeschmiedet – dem gleichen Material, das Mizuno für seine gefeierten Eisen einsetzt. Eine hauchdünne Kupfer-Underlay unter dem Nickel- oder Gray-Ion-Finish filtert hochfrequente Vibrationen und erzeugt ein Treffbild, das an die Qualität eines Tour-Eisens erinnert. Ergänzt wird das durch ein optimiertes Deep Face Milling, das die Kontaktpunkte mit dem Ball minimiert und ein sanfteres Rollverhalten fördert.
Die vier Modelle decken das gesamte Spektrum ab: Kyoto (klassisches Blade für Puristen), Osaka (Wide Blade mit höherem MOI), Nagoya (Mid-Mallet mit Roll-Up-Geometrie) und Tokyo (Wing-Mallet mit maximaler Fehlerverzeihung). Jedes Modell wird mit einem Weight-Kit geliefert, das eine Anpassung des Kopfgewichts über zwei austauschbare Sohlengewichte ermöglicht. Zwei Hosel-Varianten pro Modell (z. B. Slant Neck oder Plumber's Neck) erlauben die Anpassung an verschiedene Stroke-Typen.
Mizuno-Putter sprechen Golferinnen und Golfer an, die das Gefühl eines geschmiedeten Schlägers lieben und auf dem Grün keine Kompromisse beim Feedback eingehen wollen. Die City Series ist ein klares Statement für Puristen – besonders die Blade-Modelle Kyoto und Osaka.
Cleveland Golf hat sich im Putter-Markt als Marke für zugängliche, technisch durchdachte Modelle positioniert, die ein breites Spektrum an Stroke-Typen und Spielstärken abdecken.
Das Herzstück der aktuellen Linie ist die HB SOFT 2-Familie, die im Januar 2024 eingeführt und seitdem kontinuierlich erweitert wurde. Der zentrale technologische Ansatz: Speed Optimized Face Technology (SOFT). Anstatt ein einziges Fräsmuster für alle Modelle zu verwenden, entwickelte Cleveland für jedes der neun Modelle ein individuelles Muster – abgestimmt auf den Schwerpunkt, den MOI und das Gewichtsprofil des jeweiligen Kopfes. Das Ziel: Ballgeschwindigkeit und Rollverhalten bleiben konstant, egal ob der Ball aus der Mitte oder leicht außermittig getroffen wird.
Seit Januar 2025 ist die HB SOFT 2 Black-Variante erhältlich: ein blendfreies Black Satin Finish, kombiniert mit dem UST Mamiya ALL-IN Schaft – einem Multi-Material-Schaft aus 50 Prozent Carbon und 50 Prozent Stahl, der Stabilität und Gefühl verbindet.
Im März 2025 kamen zwei besondere Ergänzungen hinzu: Der HB SOFT 2 CB verschiebt durch einen schwereren Kopf und längere Komponenten den Schwerpunkt nach oben – für einen langsameren, gleichmäßigeren Stroke. Der HB SOFT 2 BROOM fördert einen geraden Stroke mit minimierter Handgelenksbewegung – ein auf der Tour bewährter Ansatz, der nun auch für Amateure zugänglich ist.

Eine besondere Innovation ist der HB SOFT 2 Retreve: der erste Cleveland-Putter, bei dem eine Aussparung in der Sohle das Aufheben des Balls aus dem Loch ermöglicht – ohne Bücken. Ein kleines Detail mit großer Wirkung im Alltag auf dem Platz.
In allen Modellen ab 35 Zoll Länge ist ein 20-Gramm-Counterbalance-Gewicht im Griff integriert, das das Schwunggefühl unabhängig von der gewählten Schaftlänge konstant hält.
Cleveland HB SOFT 2-Putter sind besonders für Golferinnen und Golfer geeignet, die ein stroke-spezifisch angepasstes Modell zu einem zugänglichen Preis suchen. Die Bandbreite von klassischen Blades bis zu Counterbalance- und Broom-Varianten deckt nahezu alle Bedürfnisse ab.
Wilson ist eine der traditionsreichsten Marken im Golfsport – und mit der Infinite Zero Torque-Serie (März 2026) nimmt das Unternehmen am aktuell prägendsten Technologietrend im Putter-Markt teil.
Die beiden Modelle The 606 (Mid-Mallet) und Lakeview (Half-Moon) werden mittels Metal Injection Molding (MIM) gefertigt und setzen auf eine Schwerpunktplatzierung direkt unter der zentralen Schaftachse – das reduzierende Grundprinzip von Zero-Torque-Konstruktionen. Eine doppelt gefräste Schlagfläche sorgt für konsistentes Rollverhalten; ein texturierter No-Taper-Griff minimiert die Handgelenkrotation. Beide Modelle tragen ein blendfreies PVD-Finish in Schwarz und werden mit einer Schaftneigung von 1° geliefert.
Wilson positioniert die Infinite Zero Torque-Serie als zugänglichen Einstieg in die Zero-Torque-Technologie – ohne die Preispunkte der Marktführer in diesem Segment.
Wilson Infinite Zero Torque-Putter sprechen vor allem Golferinnen und Golfer an, die mit inkonsistenten Putts kämpfen und die Vorteile der Zero-Torque-Technologie erleben möchten – zu einem deutlich günstigeren Preis als bei L.A.B. Golf oder Bettinardi.
Die folgende Tabelle gibt einen kompakten Überblick über alle vorgestellten Marken: