


Der Grand Slam im Golf gilt als die ultimative Errungenschaft. Wer alle vier Major-Turniere gewinnt, sichert sich einen Platz im Olymp des Sports. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Ist ein Grand Slam nur dann gültig, wenn er in einem einzigen Jahr erzielt wird? In diesem Artikel blicken wir auf die Geschichte, die verschiedenen Varianten und die legendären Spieler, die dieses Kunststück vollbracht haben.
Im modernen Golfsport versteht man unter dem Grand Slam den Sieg bei den vier bedeutendsten Turniere – den sogenannten Golf Majors – innerhalb eines einzigen Kalenderjahres.
Um den Grand Slam zu vollenden, muss ein Profi heute folgende Turniere gewinnen (in der Regel in dieser zeitlichen Abfolge):
Der Begriff „Grand Slam“ stammt ursprünglich aus dem Kartenspiel Bridge und wurde 1930 erstmals von dem Journalisten O.B. Keeler verwendet. Damals vollbrachte der Amateur Bobby Jones das bis heute Unmögliche: Er gewann alle vier damals relevanten Major-Titel in einer Saison.
Damals zählten jedoch noch andere Turniere zu den Majors:
Bobby Jones ist bis heute der einzige Spieler in der Geschichte, dem der Kalender-Grand-Slam (alle Titel in einem Jahr) gelang.

Da die Leistungsdichte im modernen Golfsport extrem hoch ist, wird heute meist vom Career Grand Slam gesprochen. Diesen Titel trägt ein Spieler, wenn er alle vier modernen Majors mindestens einmal im Laufe seiner gesamten Karriere gewonnen hat. Bisher ist dies nur sechs Ausnahmespielern gelungen:
Um die Jahrtausendwende sorgte Tiger Woods für eine neue Definition von Dominanz. Zwischen 2000 und 2001 gewann er die U.S. Open, die Open Championship, die PGA Championship und schließlich das Masters 2001.
Da er alle vier Major-Pokale gleichzeitig besaß, aber nicht im selben Kalenderjahr gewann, taufte die Sportwelt diese Leistung den „Tiger Slam“. Es ist die engste Annäherung an Bobby Jones’ Rekord in der modernen Ära.

Die Jagd nach dem Grand Slam scheitert oft an der enormen Varianz der Plätze. Während das Masters jedes Jahr auf demselben Platz (Augusta) stattfindet, erfordern die U.S. Open extremes Präzisionsspiel bei harten Bedingungen und The Open das Beherrschen von Wind und Wetter auf Küstenplätzen.
Zudem gab es früher logistische Hürden. 1953 konnte Ben Hogan den Kalender-Grand-Slam rein physisch nicht vollenden, da sich die PGA Championship und die Qualifikation für die British Open zeitlich überschnitten.
Der Grand Slam bleibt der ultimative Maßstab für Größe. Während Legenden wie Jack Nicklaus und Tiger Woods den Meilenstein mehrfach erreichten, warten aktuelle Top-Stars wie Scottie Scheffler (fehlt die U.S. Open) oder Jordan Spieth (fehlt die PGA Championship) noch auf den letzten Puzzlestein.
Eines ist sicher: Jedes Mal, wenn ein Spieler die ersten beiden Majors des Jahres gewinnt, beginnt das „Grand Slam Fieber“ in der Golfwelt von Neuem.
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die prestigeträchtigste Leistung im Golfsport.
Im klassischen Sinne (alle vier Majors in einem Kalenderjahr) hat nur Bobby Jones im Jahr 1930 den Grand Slam gewonnen. In der modernen Ära haben sechs Spieler den Career Grand Slam erreicht: Gene Sarazen, Ben Hogan, Gary Player, Jack Nicklaus, Tiger Woods und Rory McIlroy.
Der Grand Slam bezieht sich auf den Gewinn aller vier Majors innerhalb eines einzigen Kalenderjahres. Der Career Grand Slam bedeutet, dass ein Spieler im Laufe seiner gesamten aktiven Karriere mindestens einmal jedes der vier Major-Turniere gewonnen hat.
Tiger Woods hat den Career Grand Slam sogar dreimal vollendet. Den Kalender-Grand-Slam erreichte er nicht, jedoch hielt er nach dem Sieg beim Masters 2001 alle vier Major-Titel gleichzeitig. Diese Leistung ging als „Tiger Slam“ in die Geschichte ein.
Der moderne Grand Slam besteht aus den vier Major-Meisterschaften:
Rory McIlroy fehlte mehr als zehn Jahre nachdem er die US Open, die Open Championship und die PGA Championship gewonnen hatte noch das US Masters zum Carrer Grand Slam. 2025 gewann er im Augusta National Golf Club das begehrte Green Jacket und vollendete damit als erster Europäer den Grand Slam im Golf.
Ja. Vor der Gründung des Masters (1934) zählten die nationalen Amateurmeisterschaften (U.S. Amateur und British Amateur) zusammen mit der U.S. Open und der Open Championship als die vier Majors des Grand Slams.
14 Apr 2026
Tiger Woods ist einer von nur sechs Herren, die den Grand Slam im Golf vollendet haben. (Foto: Imago / Zuma Press)