


TaylorMade gehört aktuell Centroid Investment Partners, einem südkoreanischen Private-Equity-Unternehmen mit Sitz in Seoul. Die Marke ist seit 2021 in koreanischem Besitz – ein Verkaufsprozess ist zum Stand Juni 2026 noch im Gange. Adidas ist seit 2017 nicht mehr beteiligt.
Wer heute einen TaylorMade-Driver in den Händen hält, hält ein Stück Golfgeschichte. Die Marke, die den modernen Driver erfunden hat, hat seit ihrer Gründung nicht nur das Spiel verändert – sie hat auch eine bemerkenswerte Unternehmensgeschichte hinter sich: von einem Kredit auf ein Haus in Illinois bis zu einem geschätzten Markenwert von 3,5 Milliarden US-Dollar.
Die Geschichte von TaylorMade beginnt 1979 in McHenry, Illinois – und sie beginnt mit einem Wagnis. Gary Adams, ein leidenschaftlicher Golfer und Tüftler, nahm einen Kredit von 24.000 US-Dollar auf sein Haus auf, mietete eine rund 560 Quadratmeter große Lagerhalle und gründete mit drei Mitarbeitern das Unternehmen, das die Golfindustrie revolutionieren sollte.
Adams hatte eine zündende Idee: Er ersetzte das klassische Persimmon-Holz – das damals übliche Material für Driver – durch Stahl. Das Ergebnis war der erste Metallholz-Driver der Golfgeschichte, der unter dem liebevollen Spitznamen „Pittsburgh Persimmon" bekannt wurde. Mit einem Loft von 12 Grad war er nicht nur technisch neu, sondern auch spielerisch zugänglicher.
Im ersten Geschäftsjahr erzielte TaylorMade einen Umsatz von 47.000 US-Dollar. Knapp 27 Jahre später, 2006, überschritt das Unternehmen als erst zweite Golfmarke der Geschichte die Marke von einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz.
Der Erfolg blieb nicht unbemerkt. 1984 übernahm der französische Sportartikelkonzern Salomon S.A. TaylorMade. Die strategische Logik war klar: Salomon, damals vor allem durch Ski-Ausrüstung bekannt, wollte sein Portfolio auf einen „Drei-Jahreszeiten-Markt" ausweiten. TaylorMade profitierte im Gegenzug von den weltweiten Ressourcen und Vertriebsstrukturen des Konzerns.
Als Adidas 1997 die Salomon Group übernahm, kam TaylorMade als Teil des Deals zu dem deutschen Sportartikelriesen. Unter Adidas erlebte die Marke eine klare strategische Neuausrichtung: Der Fokus verschob sich eindeutig auf den Driver-Markt. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte – Ende 2005 war TaylorMade offiziell die meistverkaufte Driver-Marke weltweit.
Adidas investierte weiter: 2008 wurde das Golfbekleidungsunternehmen Ashworth zugekauft, 2012 folgte Adams Golf. Doch das Golfgeschäft entwickelte sich zunehmend zum Problemfall. Einst hatte Adidas mit Golfbekleidung und -ausrüstung bis zu 1,3 Milliarden Euro Umsatz gemacht – 2016 waren es nur noch 892 Millionen Euro, und die Sparte schrieb operativ leichte rote Zahlen.
Wo werden TaylorMade-Golfschläger hergestellt? Hier erfahren Sie es.
Im Mai 2017 verkündete Adidas-Chef Kasper Rorsted auf der Hauptversammlung in Fürth: „Hier kann ich Vollzug melden." TaylorMade, Adams Golf und Ashworth gingen für rund 390 Millionen Euro – knapp 425 Millionen US-Dollar – an den amerikanischen Finanzinvestor KPS Capital Partners. Adidas behielt lediglich das Golfbekleidungs- und -schuhgeschäft unter der Marke „Adidas Golf".
Der Verkauf markierte für TaylorMade einen Neuanfang unter unabhängiger Führung. Nur Tage nach dem Abschluss des Deals trennten sich die Wege von Sergio García, der 15 Jahre lang das Gesicht der Marke gewesen war. Dafür unterschrieben Tiger Woods und Rory McIlroy – beide hatten zuvor Verträge mit Nike, nachdem Nike seine Golfsparte geschlossen hatte.
Im August 2021 wechselte TaylorMade erneut den Besitzer. Die südkoreanische Beteiligungsgesellschaft Centroid Investment Partners übernahm die Marke – zu einem Preis, der laut Marktbeobachtern nahe an zwei Milliarden US-Dollar gelegen haben dürfte. Auch der koreanische Modekonzern F&F war maßgeblich an der Finanzierung beteiligt.
Jinhyeok Jeong, Gründer und CEO von Centroid, kommentierte den Deal mit klarer Überzeugung: „TaylorMade Golf ist eine wegweisende Investition für Centroid. Die Branche erlebt derzeit eine hohe Nachfrage mit starken langfristigen Chancen auf der ganzen Welt."
Diese Einschätzung sollte sich bewahrheiten. TaylorMade profitierte erheblich vom Post-Pandemie-Golfboom und erzielte laut Medienberichten über fünf Jahre hinweg ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent.
Erfahren Sie hier alles über die aktuellen TaylorMade Driver.
Im Mai 2025 berichtete das Fachmagazin Golf Digest, dass Centroid Investment Partners TaylorMade zum Verkauf stellt – für geschätzte 3,5 Milliarden US-Dollar. Nach einer Analyse durch JP Morgan und Jeffries entschied sich Centroid für einen direkten Verkauf statt eines Börsengangs.
Der weitere Verlauf gestaltete sich als kompliziert. Old Tom Capital, eine Investmentgruppe aus Denver und Atlanta, galt zwischenzeitlich als Spitzenbieter mit einem Angebot von 3,1 Milliarden US-Dollar. Doch im April 2026 berichteten koreanische Medien, dass Old Tom Capital die Finanzierung nicht sicherstellen konnte. Seitdem hat F&F – der koreanische Modekonzern, der bereits an der ursprünglichen Übernahme beteiligt war – sein Angebot auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar erhöht und gilt nun als führender Interessent. Wie der Verkaufsprozess ausgeht, ist zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch offen.
Ein besonderes Kapitel der jüngeren TaylorMade-Geschichte ist die Zusammenarbeit mit Tiger Woods. Im Februar 2024 launchten TaylorMade und Woods gemeinsam die Bekleidungslinie „Sun Day Red" – eine Marke, die klar auf Woods' Identität zugeschnitten ist und seine Rückkehr als Markenbotschafter über den reinen Schläger-Endorsement hinaus zementiert.

Die kurze Antwort: ja – und das aus gutem Grund. TaylorMade hat nicht nur den modernen Metallholz-Driver erfunden, sondern die Golfindustrie seither in einem fort mitgeprägt. Zahlreiche der weltbesten Golfer spielen TaylorMade-Equipment: Scottie Scheffler, die Nummer 1 der Weltrangliste, Rory McIlroy, Nelly Korda und Collin Morikawa zählen zu den prominentesten Markenbotschaftern.
Was die Marke auszeichnet, ist die konsequente Innovationsorientierung: vom ersten Stahlkopf-Driver über Technologien wie den Speed Pocket bei Eisen bis zu den Carbonkronen-Modellen der Qi-Serie. TaylorMade war selten Zweiter, wenn es darum ging, neue Materialien und Produktionsverfahren im Golfsport zu etablieren.
Für Golfer aller Spielstärken bietet TaylorMade heute ein breites Portfolio – von Komplettsets für Einsteiger bis zu tour-gerechten Eisen und Puttern für ambitionierte Spieler. Die Marke steht dabei für eine klare Philosophie: Technologie, die das Spiel besser macht.
Wem gehört TaylorMade aktuell? TaylorMade gehört Centroid Investment Partners, einem südkoreanischen Private-Equity-Unternehmen. Centroid hat die Marke 2021 übernommen und steht zum Stand Juni 2026 kurz vor einem erneuten Verkauf.
Hat Adidas noch Anteile an TaylorMade? Nein. Adidas hat TaylorMade 2017 vollständig an den US-Finanzinvestor KPS Capital Partners verkauft. Die Adidas Golf Linie für Bekleidung und Schuhe verblieb im Konzern, hat aber nichts mit TaylorMade Golf zu tun.
Ist TaylorMade eine amerikanische oder koreanische Marke? TaylorMade wurde 1979 in Illinois, USA, gegründet und hat seinen operativen Sitz bis heute in Carlsbad, Kalifornien. Der aktuelle Eigentümer ist jedoch ein südkoreanisches Unternehmen. Die Marke ist also amerikanischen Ursprungs, aber in koreanischem Besitz.
Was ist TaylorMade aktuell wert? Laut Medienberichten aus 2025 strebt Centroid Investment Partners einen Verkaufspreis von rund 3,5 Milliarden US-Dollar an. Zum Vergleich: 2017 wurde die Marke noch für rund 425 Millionen US-Dollar verkauft – eine Wertsteigerung, die den globalen Golfsport-Boom der letzten Jahre widerspiegelt.
Wann wurde TaylorMade gegründet? TylorMade wurde 1979 von Gary Adams in McHenry, Illinois, gegründet. Adams investierte 24.000 US-Dollar – finanziert durch einen Kredit auf sein Haus – und revolutionierte das Spiel mit dem ersten Stahlkopf-Driver der Golfgeschichte.
Spielt Tiger Woods TaylorMade? Ja. Tiger Woods ist seit 2017 Markenbotschafter von TaylorMade und hat 2024 gemeinsam mit dem Unternehmen die Bekleidungslinie Sun Day Red gelauncht.
02 Jul 2026
Wem gehört TaylorMade? Der Golfschläger-Gigant hatte schon mehrere Besitzer und sucht derzeit einen neuen. (Foto: Adobe Stock)