


Von der Vorbereitung in das Kriegsgebiet: Während die LIV Golf am Donnerstag in Hongkong aufteen will, kämpfen acht Profis in der Golfregion mit gestrichenen Flügen und gesperrten Lufträumen. Nach den militärischen Eskalationen zwischen den USA, Israel und Iran steht die Teilnahme prominenter Namen wie Lee Westwood und Adrian Meronk auf der Kippe.
Die Vorbereitungen auf das dritte Event der LIV-Saison in Hongkong wurden am Wochenende jäh unterbrochen. Was als entspanntes Training unter der Sonne Dubais geplant war, verwandelte sich für eine Gruppe von acht Spielern in eine logistische Sackgasse. Grund sind die schweren Luftschläge der USA und Israels gegen Iran sowie die darauf folgenden iranischen Vergeltungsangriffe, die den Flugverkehr in der gesamten Region zum Erliegen brachten.
Hier finden Sie das Leaderboard des Hongkong Events von LIV Golf.
Besonders dramatisch schildert der 21-jährige US-Amerikaner Caleb Surratt die Erlebnisse. In einer Textnachricht an den Golf Channel beschrieb das Talent aus Jon Rahms Team "Legion XIII" den Moment des Eskalationsbeginns am vergangenen Samstag: „Die Welt ist einfach aus den Fugen geraten. Es war furchterregend.“
Während Surratt berichtet, dass sich die Lage in Dubai am Dienstag mit „Menschen, die ganz normal herumlaufen“, wieder beruhigt habe, blieb der Himmel über ihnen weitgehend leer. Laut Berichten des Portals Golfweek, die sich auf aktuelle Flugdaten stützen, wurden fast alle Direktverbindungen von Dubai nach Hongkong bis in den Mittwoch hinein gestrichen. Ein massiver Korridor im Luftraum bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Die Liste der festsitzenden Spieler liest sich wie ein "Who is Who" der europäischen Golfszene. Neben Surratt und seinem Teamkollegen Tom McKibbin sind vor allem die "Majesticks" betroffen: Mit Lee Westwood, Sam Horsfield und Laurie Canter fehlen gleich drei Stammspieler des Teams. Ebenfalls in der Region fest sitzen der Pole Adrian Meronk (Cleeks GC), Thomas Detry (4Aces GC) und Anirban Lahiri (Crushers GC).
Die Informationen über die genauen Aufenthaltsorte stammen primär vom Insider-Account Flushing It, der zuerst über die Misere der acht Profis berichtete.
Da der Flughafen in Dubai als Drehkreuz weitgehend ausfällt, suchen die Spieler nach kreativen Lösungen. Surratt gab gegenüber dem Golf Channel an, dass er versuche, über den Landweg das benachbarte Maskat im Oman zu erreichen, um von dort über Thailand nach Hongkong zu fliegen.
Doch die Uhr tickt unerbittlich: Bei einer reinen Flugzeit von etwa acht Stunden und einer Zeitverschiebung von vier Stunden Vorsprung in Hongkong müssten die Spieler spätestens am frühen Mittwochmorgen in der Luft sein, um den Shotgun-Start am Donnerstag nicht zu verpassen.
LIV Golf hat sich bisher offiziell nicht zu der Situation geäußert. Klar ist jedoch, dass die Liga unter Druck steht. Zwar befinden sich laut Golfweek und Daily Mail einige Ersatzspieler bereits in Hongkong, doch ob diese ausreichen, um das Feld von 57 Spielern bei einem massiven Ausfall der Stars zu komplettieren, bleibt fraglich.
Für die betroffenen Spieler geht es derweil um mehr als nur Ranglistenpunkte. Wie das Beispiel anderer Sportler zeigt – so saßen auch Tennis-Star Daniil Medvedev und mehrere Cricket-Nationalteams in der Region fest – ist der Sport in diesem Moment Nebensache gegenüber der volatilen Sicherheitslage im Nahen Osten.
04 Mar 2026
Lee Westwood und mindestens sieben weitere Spieler von LIV Golf sitzen im Nahen Osten fest. (Foto: Imago / Golffile)