


Trotz massiver Verluste und dem medienwirksamen Abgang prominenter Zugpferde wie Brooks Koepka hält der saudi-arabische Staatsfonds PIF an seinem Golf-Projekt fest. Neue Finanzdaten zeigen: Die „Burn-Rate“ der Liga bleibt astronomisch, doch die Strategie für 2026 ist klarer denn je.
Während die Golfwelt gespannt auf eine mögliche Einigung zwischen der PGA Tour und dem Public Investment Fund (PIF) wartet, schaffen die Verantwortlichen in Riad Fakten. Wie das Fachmagazin Money In Sport zuerst berichtete, genehmigte PIF-Gouverneur Yasir Al-Rumayyan bereits am 1. Februar 2026 eine erneute Kapitalspritze in Höhe von 266,6 Millionen US-Dollar für LIV Golf.
Mit diesem jüngsten Investment steigen die Gesamtausgaben des saudi-arabischen Staatsfonds für die umstrittene Tour auf nunmehr 5,3 Milliarden US-Dollar. Doch ein Ende der Subventionen ist nicht in Sicht. Die Zahlen von Money In Sport verdeutlichen das Ausmaß der finanziellen Belastung: In den Jahren 2024 und 2025 verzeichnete LIV Golf ein Netto-Spending von durchschnittlich 100 Millionen Dollar pro Monat.
Sollte diese „Burn-Rate“ im laufenden Jahr konstant bleiben, wird das Gesamtinvestment bis Ende 2026 die historische Marke von 6 Milliarden Dollar überschreiten. Dass die Liga profitabel arbeitet, rückt angesichts eines gemeldeten Verlusts von 1,4 Milliarden Dollar zum Ende des Jahres 2025 in weite Ferne.
Trotz der roten Zahlen wurde der Preisgeld-Pool für die Saison 2026 um weitere 65 Millionen Dollar aufgestockt. Die neue Struktur lässt tief in die Strategie von LIV-Chef Scott O’Neil blicken:
Branchenexperten werten dies als Versuch, den Wert der einzelnen Teams als eigenständige Franchises zu steigern, um langfristig Minderheitsanteile an externe Investoren verkaufen zu können.

Interessanterweise helfen ausgerechnet die Rückkehrer zur PGA Tour dabei, die Kostenbasis zu stabilisieren. Die Abgänge von Brooks Koepka und Patrick Reed haben laut Analysten erhebliche Kapazitäten bei den garantierten Gehältern freigesetzt. Während Koepka bereits wieder auf der PGA Tour abschlägt (zuletzt T-56 bei der Farmers Insurance Open), nutzt LIV die eingesparten Mittel, um das Preisgefüge für die verbliebenen Stars wie Jon Rahm oder Bryson DeChambeau attraktiv zu halten.
Warum investiert der PIF weiterhin hunderte Millionen in ein Produkt, das bei den Einschaltquoten – wie zuletzt in Riad mit nur 23.000 Zuschauern im Schnitt – schwächelt? Die Antwort liegt wohl weniger in der Bilanz als in der „Vision 2030“. US-Präsident Donald Trump formulierte es in einem Interview wie folgt: Die Saudis müssten ihre Wirtschaft für „geostrategische und langfristige politische Gründe“ diversifizieren. Golf ist dabei, ähnlich wie die Investitionen im Fußball (Saudi Pro League), ein zentrales Werkzeug.
Trotz der finanziellen Fragen gab es zuletzt sportliche Schlagzeilen: Die Verleihung von Weltranglistenpunkten (OWGR) für die Top-10-Finisher und emotionale Siege wie der von Anthony Kim in Adelaide geben der Tour eine sportliche Legitimität, die in den ersten Jahren oft fehlte.
Ob das „Milliarden-Abo“ des PIF jedoch ewig läuft oder LIV Golf irgendwann auf eigenen Beinen stehen muss, bleibt die spannendste Frage der Saison 2026. Das nächste Event in Hongkong wird zeigen, ob die massiven Investitionen auch das Zuschauerinteresse nachhaltig steigern können.
25 Feb 2026
Yasir Al-Rumayyan (rechts), Gouverneur des saudischen Staatsfonds, im Gespräch mit Profigolfer Bryson DeChambeau. (Foto: Imago / Shutterstock)