


Wenige Tage vor dem Saisonauftakt in Saudi-Arabien hat LIV Golf umfassende Anpassungen an ihrem Ligamodell bekannt gegeben. Während namhafte Profis die Tour verlassen, setzt die Führung um CEO Scott O’Neil auf eine signifikante Erhöhung der Team-Preisgelder und ein vollständig überarbeitetes Punktesystem. Damit reagiert die Liga auf Kritik aus der vergangenen Saison und schärft das sportliche Profil.
Kurz vor dem ersten Abschlag der Saison 2026 am 4. Februar in Riad steht das personelle Gefüge von LIV Golf im Fokus. Mit Brooks Koepka und Patrick Reed haben zwei der profiliertesten Akteure ihre Rückkehr zur PGA Tour bestätigt. Dieser Aderlass an Star-Power führt zu einer Neusortierung innerhalb der Teams.
Insgesamt verzeichnet die Liga zwölf personelle Veränderungen. So verstärkt etwa der Franzose Victor Perez das Team Cleeks GC rund um den deutschen Kapitän Martin Kaymer. Parallel dazu setzt die Liga verstärkt auf nationale Identitäten: Der ehemalige Stinger GC tritt künftig als südafrikanisch geprägter Southern Guard GC an, während der Iron Heads GC als Korean Golf Club neu firmiert. Das Teilnehmerfeld wird zudem auf 57 Spieler ausgeweitet, wobei fünf Wildcard-Plätze zusätzliche Startmöglichkeiten bieten.
Eine der zentralen Änderungen betrifft die Vergabe der Saisonpunkte. In der Vergangenheit wurden lediglich die besten 24 Spieler eines Turniers gewertet, was dazu führte, dass Top-Leistungen ohne Punkte blieben, wenn ein Spieler knapp außerhalb der Ränge landete.
Ab 2026 führt LIV Golf eine breitere Punkteverteilung ein:
Diese Anpassung soll sicherstellen, dass die Leistung über die gesamte Saison hinweg präziser abgebildet wird und sportliche Ausreißer nach unten stärker ins Gewicht fallen.
Neben der sportlichen Wertung investiert LIV Golf massiv in die Attraktivität des Team-Wettbewerbs. Das wöchentliche Preisgeld für die Mannschaften wird von bisher fünf auf nun zehn Millionen US-Dollar verdoppelt.
Dabei ändert sich auch der Verteilungsschlüssel: War das Preisgeld bisher den drei besten Teams vorbehalten, werden nun alle 13 Franchises basierend auf ihrer Platzierung am Gesamtpool beteiligt. Zusätzlich wird ein neuer Bonus-Pool in Höhe von 2,3 Millionen US-Dollar pro Event eingeführt, der die individuelle Leistung von Spielern honoriert, deren Teams auf dem Podium landen. Insgesamt schüttet die Liga in der Saison 2026 ein Gesamtvolumen von 470 Millionen US-Dollar an Preisgeldern aus.
Um die sportliche Integrität zu stärken, hat LIV Golf die Schwellenwerte für den Verbleib in der Liga angepasst. Die sogenannten Leistungszonen definieren künftig noch klarer über die Zukunft der Profis:
Flankiert werden diese Neuerungen durch die bereits zuvor kommunizierte Umstellung des Formats. Alle Turniere von LIV Golf werden ab dieser Saison über 72 Löcher und vier Tage ausgetragen. Diese Maßnahme gilt als entscheidender Schritt, um die Anerkennung durch das Official World Golf Ranking (OWGR) zu forcieren und den Spielern den Zugang zu Weltranglistenpunkten zu ermöglichen.
Der Saisonauftakt findet vom 4. bis 7. Februar im Riyadh Golf Club statt. Das Livescoring des ersten LIV-Golf-Turniers 2026 können Sie hier LIVE verfolgen.
30 Jan 2026
LIV Golf startet am 4. Februar in die Saison 2026. (Foto: Imago / Golffile)