


LIV Golf wird nicht als eigenständige Tour in eine neue Saison starten. Anwälte der Liga erklärten am Donnerstag, 5. November, vor einem Insolvenzgericht in New Jersey, dass der geplante Neustart LIV 2.0 nicht weiterverfolgt wird. Stattdessen soll das Unternehmen seine Geschäfte geordnet abwickeln. Damit endet der Versuch, die seit 2022 aktive, von Saudi-Arabien finanzierte Konkurrenzliga nach dem Rückzug ihres wichtigsten Geldgebers mit einem neuen Investor fortzuführen.
„Die Schuldner verfolgen den Plan LIV 2.0 derzeit nicht weiter. Stattdessen wechseln sie zu einer wertmaximierenden Abwicklung ihres Geschäfts“, sagte LIV-Anwalt Matthew Williams laut dem Bericht von ESPN in der Gerichtsanhörung. Williams erklärte, es sei nicht gelungen, innerhalb der verfügbaren Zeit genügend finanzielle Unterstützung und Zusagen von Spielern für eine tragfähige Fortsetzung zusammenzubringen.
Der Schritt ist Teil des Chapter-11-Insolvenzverfahrens, das LIV am 8. September in New Jersey beantragt hatte. Zunächst sollte das Verfahren eine Restrukturierung und den Start von LIV 2.0 ermöglichen. Nun wollen die Anwälte stattdessen einen Abwicklungsplan vorlegen. Über dessen konkrete Umsetzung und den Verkauf der verbleibenden Vermögenswerte musste das Gericht den Berichten zufolge noch entscheiden. LIV erklärte, während des Abwicklungsprozesses weiterhin mögliche Alternativen mit Dritten zu prüfen, sofern diese den Wert für die Beteiligten maximieren könnten.
Die geplante Rettung sollte BC Partners Credit finanzieren. Der Investor hatte bis zu 300 Millionen US-Dollar für eine neu aufgestellte Liga in Aussicht gestellt. Das Konzept sah eine kleinere, stärker auf Teamwettbewerbe ausgerichtete Tour mit Beteiligungsmöglichkeiten für Spieler vor. BC Partners zog seine Unterstützung jedoch zurück, nachdem keine Einigung über die noch offenen Bedingungen zustande gekommen war. Medienberichte nennen außerdem fehlende verbindliche Zusagen wichtiger Spieler als entscheidendes Hindernis. Die Angaben zur Zahl der Interessenten und zu unterschriebenen Verträgen unterscheiden sich je nach Bericht.
Mehrere bekannte Golfer hatten bereits signalisiert, dass sie LIV 2.0 nicht beitreten würden. Dazu zählten Jon Rahm, Sergio García und Tyrrell Hatton. Brooks Koepka und Patrick Reed hatten LIV schon zuvor verlassen. Die Zukunft anderer prominenter Spieler, darunter Bryson DeChambeau, war zunächst offen. BC Partners erklärte, man bedauere, „dass sich die Beteiligten nicht auf für alle akzeptable Bedingungen einigen konnten“.
Der Finanzierungsrückzug des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) hatte die Krise ausgelöst. Der Fonds kündigte im April an, LIV nach der Saison 2026 nicht weiter zu finanzieren. Seit dem Start der Liga im Jahr 2022 hatte der PIF nach übereinstimmenden Berichten mehr als fünf Milliarden US-Dollar investiert. Ohne diese Unterstützung suchte LIV nach neuen Geldgebern und musste zugleich mit dem Rückzug von Spielern und zunehmenden finanziellen Verpflichtungen umgehen.
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LIV-Chef Scott O’Neil verwies in seiner Stellungnahme auf die internationalen Turniere der Liga sowie auf erreichte Zugänge zu den Majors und Weltranglistenpunkte. Das Unternehmen bezeichnete den Aufbau einer globalen Plattform als „die Runde unseres Lebens“. Zugleich betonte LIV, während der Abwicklung mögliche Alternativen mit Dritten weiter zu prüfen.
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Was aus den ehemaligen LIV-Spielern wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Für eine Rückkehr zur PGA Tour gelten Sperrfristen und individuelle Bedingungen; weitere Spieler könnten zunächst auf der DP World Tour antreten. Das Aus von LIV 2.0 beendet damit zwar die Pläne für eine eigenständige Fortsetzung, lässt aber die sportliche und vertragliche Zukunft vieler Beteiligter offen.
05 Nov 2026
Bryson DeChambeau muss sich nach dem endgültigen Aus von LIV Golf eine andere Golf-Tour suchen. (Foto. Imago / AAP)