


Die 126. US Open Championship beginnt am Donnerstag in Southampton, New York. Scottie Scheffler steht vor der Chance seines Lebens – doch der Platz, die Konkurrenz und die Geschichte sprechen eine eigene Sprache.
Wer glaubt, dass Shinnecock Hills in diesem Jahr gnädiger als 2018 sein wird, könnte sich täuschen. Die Fairways präsentieren sich zwar etwas breiter als bei der letzten Austragung vor acht Jahren, doch die Greens spielen nach Einschätzung der Profis ausgesprochen klein und schnell – eine paradoxe Kombination, die den Platz auf ihre eigene Art herausfordernd macht.
Nach Regenfällen in der Vorwoche zeigten sich die Grüns zur Turniervorwoche noch vergleichsweise weich. Doch bei dem prognostizierten Wind können die Bedingungen schnell kippen. Matt Fitzpatrick, US-Open-Champion von 2022, war darüber sichtlich nicht erfreut: „Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, dass sie den Platz gerade wässern", sagte er gegenüber den Medien. Fitzpatrick wünscht sich einen Platz, der so trocken und fest spielt wie möglich – eine Bedingung, unter der er traditionell aufblüht.
Das tiefe Fescue-Rough entlang der Fairways dürfte erneut zur zentralen Herausforderung werden. Wer in das Gras gerät, hat kaum eine realistische Chance, die Greens direkt anzuspielen. Damit rückt ein Aspekt in den Vordergrund, den viele vor dem Turnier unterschätzt haben: die Fahrbahngenauigkeit vom Tee. Scottie Scheffler warnte ausdrücklich davor, die Bedeutung des präzisen Abschlags zu unterschätzen: „Ich würde sagen, Driving Accuracy ist extrem wichtig. Wenn dort ein Wind von 20 Meilen pro Stunde weht, werden diese Fairways bei dem harten Untergrund nicht mehr so breit spielen."
Die USGA versucht nach Einschätzung Schefflers eine Balance zwischen maximaler Schwierigkeit und fairem Belohnungssystem zu finden: „Ich habe das Gefühl, dass die USGA gute Arbeit leistet, um eine Balance zu finden – zwischen dem, was maximal schwierig ist, und dem, was wirklich gute Schläge belohnt." Das Ergebnis ist ein Layout, das akkurate Abschläge belohnt und ungenaue bestraft – und das bei Wind mit wenig Toleranz arbeitet.
Fitzpatrick sieht den Schlüssel zum Erfolg in akribischer Vorbereitung und Geduld. Er ist überzeugt, dass es auf dem Kurs – abgesehen von den Löchern 10 und 11 – immer eine sichere Zone gibt, in der sich ein Up-and-Down realisieren lässt: „Ich glaube, abgesehen vielleicht von Loch 10 und 11, hat man die Möglichkeit zum Up-and-Down, wenn man die Greens an der richtigen Stelle verfehlt und seine Hausaufgaben gemacht hat."
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Wenn Scottie Scheffler am Sonntag, dem 21. Juni, die letzten Löcher in Shinnecock Hills spielt, ist es nicht nur das Ende einer US Open – es ist sein 30. Geburtstag. Und sollte er zu diesem Zeitpunkt in Führung liegen, wäre er einen Sieg von etwas entfernt, das in der Geschichte des Golfsports nur sechs Männern gelungen ist: dem Career Grand Slam.
Scheffler hat das Masters (2022, 2024), die PGA Championship (2024) und The Open Championship (2022) gewonnen – ihm fehlt einzig die US Open. Kein Spieler hat seit Tiger Woods im Jahr 2000 alle vier Majors in so kurzer Zeit gesammelt. Und doch ist die Erwartungshaltung gegenüber dem Weltranglistenersten in dieser Saison merklich gestiegen – und seine Ergebnisse haben sie bislang nicht vollständig erfüllt.
Scheffler gewann 2026 bislang einmal: beim American Express zu Jahresbeginn. Fünfmal blieb er in dieser Saison außerhalb der Top 10 – eine Häufigkeit, die für seine Verhältnisse auffällt. Zum Vergleich: 2023, 2024 und 2025 gelang ihm das jeweils nur dreimal bis fünfmal in der gesamten Saison. Und dennoch: Scheffler steht in 32 aufeinanderfolgenden Turnieren in den Top 25. Er führt die PGA Tour in nahezu jeder relevanten Scoring-Kategorie an – und das trotz seiner nach eigenen Maßstäben schwächsten Approach-Saison seit 2021. Er wurde Zweiter beim Masters, führte nach Runde 1 der PGA Championship.
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Die Buchmacher sehen das genauso: Bei FanDuel Sportsbook ist Scheffler mit einer Quote von 11/2 klarer Favorit – mit deutlichem Abstand zum Rest des Feldes. Der Druck ist immens, die Bühne historisch. Und der Geburtstag verleiht dem Ganzen eine emotionale Dimension, die selbst nüchterne Golfbeobachter nicht ignorieren können.
Historisch gesehen ist sein erstes Anlaufen beim Grand Slam ein gutes Omen: Tiger Woods (2000), Ben Hogan (1953) und Gene Sarazen (1935) schafften den Abschluss jeweils im ersten Versuch. Gary Player und Jack Nicklaus benötigten drei Anläufe. Rory McIlroy, der den Grand Slam 2025 nach elf Versuchen – und jahrelangem Scheitern beim Masters – komplettierte, steht als mahnendes Beispiel dafür, wie lang dieser Weg werden kann.
Rory McIlroy kommt mit dem Rückenwind eines außergewöhnlichen Frühjahrs nach New York. Im April verteidigte der Nordire seinen Masters-Titel erfolgreich – damit gehört er zu nur vier Spielern in der Geschichte des Turniers, denen dies gelang (neben Woods, Nicklaus und Nick Faldo). Sein siebtes Major wäre bei einem Sieg in Shinnecock in Reichweite.
Dabei hat McIlroy mit diesem Platz eine besondere Rechnung offen: 2018, beim bislang letzten Auftritt der US Open in Southampton, verpasste er den Cut – sein letzter Missed Cut in diesem Turnier überhaupt. Seitdem hat er es bei der US Open in jedem Anlauf unter die Top 20 geschafft, viermal sogar in die Top 10. Die Entwicklung seiner Spielweise spricht für ihn: McIlroy beherrscht heute das kurze Spiel ebenso wie den Poweransatz – beides wird in Shinnecock gebraucht.
Die Quote von 12/1 spiegelt seine Ausgangslage wider: klarer Mitfavorit, aber mit Respektabstand zu Scheffler. McIlroy sieht in Shinnecock einen Platz, der Vielseitigkeit belohnt: „Es ist ein großartiger Golfplatz. Er fordert alle Aspekte des Spiels: Abschlag, Eisenspiel – man muss rund um die Grüns hellwach sein. Es geht viel um Strategie und Überlegung." Er startet am Donnerstag um 7:52 Uhr ET in einer Gruppe mit Ludvig Åberg und Tommy Fleetwood.
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Kein Spieler verbindet mit Shinnecock Hills so viel wie Brooks Koepka. 2017 gewann er die US Open in Erin Hills, 2018 verteidigte er seinen Titel – mit einem Final-Score von 1-über-Par, einen Schlag vor Tommy Fleetwood – auf genau diesem Platz. Er ist der letzte Spieler, dem Back-to-Back-Siege bei der US Open gelangen, und er käme mit einem weiteren Titel auf sechs Majors insgesamt – gleichauf mit McIlroy als erfolgreichstem aktiven Spieler.
Koepka ist 2026 zur PGA Tour zurückgekehrt, nachdem er mehrere Jahre bei LIV Golf gespielt hatte. Sein bestes Ergebnis in dieser Saison ist ein geteilter neunter Platz – solide, aber noch weit von seiner Bestform entfernt.
Erschwerend kommt eine Verletzung kurz vor dem Turnierbeginn hinzu. Koepka zog sich beim RBC Canadian Open in der Nacht vor der dritten Runde ein Taubheitsgefühl in Ring- und kleinem Finger der linken Hand zu. Scans in Kanada und New York zeigten keine Probleme an der Halswirbelsäule; Ärzte vermuten einen gereizten Nerv. Koepka absolvierte am Dienstag neun Löcher in Shinnecock Hills und gab danach Entwarnung: „Es wird von Tag zu Tag besser. Schmerzen habe ich keine – überhaupt keine, was irgendwie das Merkwürdigste an der ganzen Sache ist." Die Griffstärke sei zwar noch nicht bei 100 Prozent, aber: „Es reicht. Es ist in Ordnung."
Ob Koepka die Verletzung durch die Woche bringen kann, bleibt abzuwarten. Dass er mental in der Lage ist, in Shinnecock zu liefern, hat er bereits bewiesen. Er startet am Donnerstag um 7:30 Uhr ET gemeinsam mit Cameron Young und Chris Gotterup.

Matt Fitzpatrick kommt mit einer Breite an Selbstvertrauen nach Southampton, die in seiner Karriere neu ist. Der 31-jährige Engländer hat 2026 bereits drei Mal auf der PGA Tour gewonnen: beim Valspar Championship im März, beim Heritage Tournament im April und – gemeinsam mit seinem Bruder Alex – beim Pairs-Event in New Orleans. Zuletzt wurde er Zweiter beim RBC Canadian Open. In der Weltrangliste steht er auf Platz vier.
2022 gewann Fitzpatrick die US Open in Brookline – in einem finalen Duell, das seinen Ruf als „Major-Spieler" begründete. Nun setzt er alles auf eine Verteidigung seines U.S.-Open-Titels an einem Platz, der zu seiner Spielweise passt: strategisch, präzise, geduldig. Für Fitzpatrick ist die Kombination aus hartem Rough und schnellen Greens kein Problem, sondern eine Einladung: „Ich mag keine Birdie-Feste. Ich finde es ist mehr ein Test der Ballkontrolle, wenn es windig und fest ist."
Er startet in einer bemerkenswerten Dreierpaarung: Fitzpatrick, Bryson DeChambeau und Viktor Hovland spielen gemeinsam die ersten beiden Runden – Donnerstag ab 13:25 Uhr Ortszeit, Freitag ab 7:30 Uhr. Fitzpatrick und DeChambeau kennen sich aus dem Ryder-Cup-Einzel in Bethpage Black, wo Fitzpatrick mit fünf Löchern Vorsprung nach sieben gespielt hatte und am Ende nur ein Unentschieden herausholte. Über DeChambeau sagte Fitzpatrick damals: „Brysons Charakter – er hat sehr viel Energie. Keine Probleme mit Bryson. Es war eindeutig ein gutes Match."
Jon Rahm gewann die US Open 2021 und kennt den Druck des Turniers. Nach seinem Wechsel zu LIV Golf verlor er zeitweise den Anschluss an die Weltspitze bei Majors. Beim PGA Championship 2026 meldete er sich jedoch eindrucksvoll zurück: Ein zweiter Platz in Aronimink bestätigt seine Rückkehr zur Major-Form. Auf der LIV-Tour gewann er in dieser Saison zweimal und stand viermal auf dem Podium. Die Buchmacher sehen ihn bei 13/1.
Bryson DeChambeau, zweifacher U.S.-Open-Sieger (2020, 2024), steckt in einer Formkrise. Das Masters 2026 und die PGA Championship 2026 endeten für ihn jeweils mit einem verpassten Cut. Seit seinem Sieg in Pinehurst 2024 hat DeChambeau in Majors öfter den Cut verpasst (viermal) als ihn überstanden (dreimal).
Auf der Suche nach Lösungen greift DeChambeau zu ungewöhnlichen Mitteln: Bei einem LIV-Teamturnier in Korea nutzte er KI-Software (Gemini) zur Schwunganalyse. Und zu Turnierbeginn in Shinnecock testete er einen nagelneuen Prototyp-Driver von TaylorMade, das Modell Qi4D Proto 200+, das erst wenige Stunden zuvor auf die USGA-Conforming-Liste gesetzt worden war. Der 7-Grad-Driver mit zwei Gewichtsports an Ferse und Zehe und einem neuen Project X Titan Black Schaft soll mehr Kontrolle bei seinem hohen Ballflug bringen – eine Antwort auf den Wind, der in Shinnecock eine zentrale Rolle spielen wird.
DeChambeau ist in der Buchmacherliste auf 25/1 abgerutscht, nachdem er zu Saisonbeginn noch zur engsten Favoritengruppe gehört hatte. Seine Platzierung in der Weltrangliste ist auf Platz 32 gesunken. Dass er trotzdem für eine Überraschung gut ist, hat er in der Vergangenheit bewiesen – doch die Formkurve spricht derzeit gegen ihn.

Die breiten Fairways der aktuellen Kursversion verleiten auf den ersten Blick dazu, Shinnecock Hills 2026 für einen „Bomb and Gouge"-Test zu halten – also einen, bei dem rohe Länge vom Tee entscheidend ist. Scheffler widersprach dieser Einschätzung ausdrücklich. Er erläuterte, dass die Kombination aus Festigkeit und Wind die Fairways deutlich schmaler erscheinen lasse als ihr physisches Maß: Bei 20 Meilen pro Stunde Wind könnten auch breitere Fairways plötzlich kaum Toleranz bieten.
Der eigentliche Prüfstein sind die Grüns. Sie spielen sich trotz ihrer physischen Größe effektiv sehr klein, weil Bälle, die auf der falschen Seite der Fahne landen, auf Hangflächen oder in Vorgrünbereichen verschwinden. Wer die richtige Flaggenposition nicht kennt oder nicht berücksichtigt, wird mit schwierigen Putts oder schwierigen Chips bestraft. Fitzpatrick, der in seiner Vorbereitung großen Wert auf das Kursmanagement legt, sieht genau diese Eigenschaft als entscheidend: „Die Stärke dieses Golfplatzes liegt in der Schwierigkeit der Grüns."
Insgesamt ergibt sich ein Anforderungsprofil, das sowohl Länge als auch Genauigkeit, sowohl Stärke als auch Finesse verlangt – und das gerade jene Spieler belohnt, die ihren Schwung unter Druckbedingungen und bei wechselndem Wind konstant reproduzieren können.
Während sich die Aufmerksamkeit auf die Favoriten richtet, vollbringt Adam Scott in Southampton ein Kunststück der besonderen Art: Der Australier bestreitet diese Woche seine 100. aufeinanderfolgende Major Championship. Das letzte Major, an dem Scott nicht teilnahm, war die US Open 2001 – zu einer Zeit, als Apple gerade den ersten iPod auf den Markt brachte und „Harry Potter" noch in den Kinos lief. Nur Jack Nicklaus hat mit 146 aufeinanderfolgenden Majors eine längere Serie vorzuweisen. Scott ist der einzige andere Spieler, der die 100er-Marke überhaupt erreicht hat.
Eine der bewegendsten Geschichten der Woche kommt aus dem hohen Norden. Arni Sveinsson, 19 Jahre alt, Student im zweiten Jahr an der Louisiana State University, qualifizierte sich letzte Woche über Final Qualifying für die US Open – mit Runden von 67 und 68, was ihm den zweiten Platz in seinem Qualifier-Feld einbrachte. Damit wird er als erster Isländer in der Geschichte der US Open antreten. „Ich bin wirklich stolz darauf, aus Island zu kommen. Das trage ich als Außenseiter mit mir – ich muss Meilensteine und Barrieren überwinden, die vor mir noch niemand aus meiner Heimat überwunden hat. Es ist eine echte Ehre", sagte Sveinsson gegenüber Golf Channel. Als All-American-Freshman und mit einem Uni-Ranking von Platz 72 gehört er zu den besten College-Golfern seiner Generation.
Sveinsson ist nicht der einzige junge Spieler, der in dieser Woche für Aufmerksamkeit sorgt. Aus dem Quali-Turnier in Palm Beach Gardens, Florida, kamen gleich zwei 17-Jährige: Miles Russell und Giuseppe Puebla – beide unter den Nachwuchsstars ihres Jahrgangs. Puebla spielte die Qualifikationsrunden 69-68 und schaffte es als Medaillengewinner des Events. Russell qualifizierte sich nach 71-67 über ein Stechen.
Aus dem College-Bereich sind Jackson Koivun (SEC-Dreifachchampion) und Preston Stout (NCAA-Einzelmeister 2026, dreifacher Big-12-Champion in Serie) als Amateure dabei. Die Tiefe des Amateur-Felds in diesem Jahr ist außergewöhnlich und dürfte eine spannende Nebenerzählung durch die Woche liefern.
Xander Schauffele spielt die US Open in diesem Jahr zum zehnten Mal – und noch nie hat er schlechter als Platz 15 abgeschnitten. Die ersten fünf Teilnahmen brachten fünf Top-10-Resultate in Folge. Auch in diesem Jahr lieferte er bei den beiden ersten Majors wieder Top-15-Platzierungen. Dennoch fehlt dem PGA-Champion und Open-Champion (2024) bislang der US-Open-Titel. Kaum ein anderer Spieler im Feld hat einen vergleichbar langen Lauf von Konstanz ohne Sieg vorzuweisen.
2026 hat sich bislang als außergewöhnlich ausgeglichenes Golferjahr erwiesen. Von den sieben PGA-Tour-Signature-Events wurde jedes von einem anderen Spieler gewonnen. Dasselbe gilt für die neun bislang ausgetragenen LIV-Golf-Events. Auch die zwei bisherigen Majors hatten unterschiedliche Sieger: McIlroy beim Masters, Aaron Rai – für viele überraschend – bei der PGA Championship in Aronimink. Sechs der letzten sieben und 13 der letzten 17 U.S.-Open-Champions waren erstmalige Major-Sieger. Das macht das Feld der Außenseiter – Cameron Young, Ludvig Åberg, Tommy Fleetwood – besonders interessant.
13 LIV-Golf-Mitglieder stehen in dieser Woche im Feld: neben Rahm und DeChambeau unter anderem Tyrrell Hatton (OWGR 21), Joaquin Niemann (80) und der frühere Weltranglistenerste Dustin Johnson (245). Johnson hat zwei seiner letzten drei US Opens den Cut verpasst; sein Ranking spiegelt eine anhaltende Formkrise wider.
Die Teilnahme der LIV-Spieler steht in einem größeren Kontext: Laut Berichten hat Saudi-Arabiens Public Investment Fund angekündigt, die Finanzierung der Tour nach der Saison 2026 einzustellen. Die Liga sucht neue Investoren. Ob und in welcher Form LIV Golf weiterexistiert, bleibt offen – für viele Spieler, die auf die Koexistenz beider Touren gesetzt haben, eine zunehmend drängende Frage.
Shinnecock Hills ist einer der wenigen Plätze, die die US Open in drei verschiedenen Jahrhunderten ausgetragen haben – 1896 erstmals, 2026 nun zum sechsten Mal. Der nächste Termin ist bereits für 2036 geplant. In der jüngeren Geschichte machte Shinnecock vor allem durch seine Extrembedingungen von sich reden: 2004 wässerte die USGA die Greens während der Finalrunde, weil Bälle schlicht nicht auf dem Grün blieben; 28 Spieler schlugen über 80 und niemand spielte unter Par. 2018 lag der Schnitt der ersten Runde bei 76,5, Phil Mickelson sorgte mit dem bewussten Schlag auf seinen rollenden Ball für einen der meistdiskutierten Regelverstöße der jüngeren Golfgeschichte. Fitzpatrick, der damals den Cut verpasste, sieht die Kritik an der USGA dennoch kritisch: „Ich habe nie geglaubt, dass sie den Golfplatz hier verloren haben. Ich glaube das wirklich nicht."
Selten war eine US Open mit so vielen Erzählsträngen aufgeladen wie die 126. Ausgabe in Shinnecock Hills. Im Zentrum steht Scottie Scheffler, der Weltranglistenerste, der in einer persönlich ungewohnten Formphase auf seinen ersten U.S.-Open-Titel und damit den Career Grand Slam zielt – und das am Tag seines 30. Geburtstags. Sollte er gewinnen, wäre er erst der siebte Spieler in der Geschichte, dem dieser Abschluss gelungen ist. Sollte er scheitern, bliebe er in bester Gesellschaft: Auch Rory McIlroy brauchte elf Versuche.
McIlroy selbst kommt als wohl stärkster Gegner, gestärkt durch seinen zweiten Masters-Titel in Folge und den Hunger, an einem der großen Kurse des Golfsports zu gewinnen. Ein Sieg in Shinnecock würde seinen Status als eine der herausragenden Figuren des modernen Golfs weiter festigen.
Brooks Koepka bleibt trotz Verletzung eine feste Größe – sein 2018er-Sieg in Shinnecock war kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck seines Charakters unter extremem Druck. Matt Fitzpatrick kommt in der Form seiner Karriere und mit einem Spielstil, der für diesen Platz wie gemacht ist. Jon Rahm hat gezeigt, dass er wieder in der Lage ist, bei Majors zu konkurrieren.
Darüber hinaus ist dieses Turnier eine Bühne für Geschichten, die über den Sieger hinausgehen: das Rekordjubiläum von Adam Scott, Islands erste Stunde in der US Open, eine neue Generation von Qualifikanten, die zeigt, dass der nächste große Spieler bereits am Start sein könnte.
Shinnecock Hills wird auch 2026 tun, was es immer getan hat: testen, herausfordern, und am Ende denjenigen belohnen, der unter dem härtesten Druck des Golfsports am klarsten denkt und am präzisesten spielt. Wer das ist, werden vier Tage auf Long Island zeigen.
17 Jun 2026
Die US Open 2026, das dritte Major-Turnier der Herren, findet im Shinnecock Hills Golf Club statt. (Foto: Imago / UPI Photo)