


Ein deutsches Golf-Märchen in der Wüste: Freddy Schott hat sich bei der Bahrain Championship 2026 seinen ersten Titel auf der DP World Tour gesichert. In einem nervenaufreibenden Playoff setzte sich der 24-jährige Düsseldorfer gegen prominente Konkurrenz durch und feierte den bislang größten Meilenstein seiner Karriere.
Der Royal Golf Club in Bahrain wurde am Sonntag Schauplatz eines Finales, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Mit einem Gesamtergebnis von 17 unter Par nach vier Runden musste die Entscheidung zwischen drei Spielern im Stechen fallen: dem deutschen Youngster Freddy Schott, dem schottischen Longhitter Calum Hill und dem US-Star Patrick Reed, der in den Tagen mit der Ankündigung, LIV Golf zu verlassen, für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Hier finden Sie das komplette Endresultat der Bahrain Championship 2026 der DP World Tour.
Dass Schott überhaupt im Playoff stand, verdankte er seiner beeindruckenden mentalen Verfassung. Nach einem soliden Start erlebte er an der elften Bahn einen herben Rückschlag. Ein verzogener Abschlag führte zu einem bitteren Double-Bogey. In dieser kritischen Phase bewies der Deutsche taktische Reife: Statt den Shuttle zum nächsten Loch zu nehmen, entschied er sich für einen Fußmarsch, um den Kopf frei zu bekommen.
„Das sind die Momente, für die du Golf spielst – also versuch, aufs Gaspedal zu drücken“, beschrieb Schott später seine Gedanken. Die Strategie ging auf. Mit Birdies an den Löchern 12 und 13 kämpfte er sich zurück an die Spitze des Leaderboards der DP World Tour.
Im Stechen zeigte sich die gnadenlose Seite des Golfsports. Am ersten Extra-Loch verabschiedete sich zunächst Patrick Reed aus dem Titelrennen. Der ehemalige Masters-Sieger, der nach seinem LIV-Abschied aktuell eine Rückkehr auf die PGA Tour forciert, schwächelte im Bunker und musste mit einem Bogey zusehen, wie seine Konkurrenten das zweite Loch in Angriff nahmen.
Was dann folgte, glich einem sportlichen Zusammenbruch von Calum Hill. Der Schotte, der das Feld über weite Strecken angeführt hatte, verzog seinen Abschlag auf die Driving Range ins Aus. Sein Frustpotenzial stieg weiter an, als der vierte Schlag über eine Videowand hinweg im Wasser landete. In einer sportlich fairen Geste schenkte Hill das Loch schließlich ab, als Schott sicher mit dem dritten Schlag auf dem Grün lag.
Für Schott ist dieser Sieg mehr als nur ein Scheck über 467.500 US-Dollar. Es ist die Bestätigung für harte Jahre des Kampfes um die Spielberechtigung. „Ich habe keine Worte. Es ist einfach unglaublich“, stammelte ein sichtlich bewegter Schott im Sieger-Interview, während er mit den Tränen kämpfte. Besonders die Zusammenarbeit mit seinem Caddie Taka hob er hervor, der ihn während der Runde konsequent mit golf-fremden Themen ablenkte, um den Druck zu mindern.
Mit diesem Erfolg katapultiert sich Schott von Weltranglistenplatz 436 weit unter die Top 200. Auch im Saison-Ranking, dem Race to Dubai, macht er einen gewaltigen Satz in die Top 10. Während Patrick Reed trotz der Niederlage seinen zweiten Platz im Ranking festigt, gehört die Bühne an diesem Wochenende allein dem deutschen Underdog. Schott hat bewiesen, dass er nicht nur auf der DP World Tour mitspielen kann, sondern das Zeug zum Champion hat.
02 Feb 2026
Freddy Schott gewinnt bei der Bahrain Championship 2026 seinen ersten Titel auf der DP World Tour. (Foto: Imago / Golffile)