


Es gibt Momente, in denen die Zeit im Augusta National Golf Club stillzustehen scheint. Doch während die Sonne unerbittlich auf die legendären Fairways brennt, herrscht beim US Masters 2026 eine ganz neue Dynamik. Im Mittelpunkt: Ein Titelverteidiger, der seine inneren Dämonen gegen eine Flasche Limonade eingetauscht hat. Rory McIlroy hat mit einer beeindruckenden 67er-Runde (-5) den Grundstein für eine historische Titelverteidigung gelegt.
Hier finden Sie das US Masters 2026 Leaderboard und Livescoring.
Wer geglaubt hatte, McIlroy würde unter dem Druck der Mission "Back-to-Back" einknicken, sah sich bereits am Donnerstag eines Besseren belehrt. Trotz zitternder Hände am ersten Abschlag strahlte der Nordire eine Souveränität aus, die ihm in früheren Jahren oft fehlte. „Ich bin dankbar, dass ich mich noch genauso nervös gefühlt habe wie immer“, gab McIlroy gegenüber US-Medien zu Protokoll.
Dabei war sein Spiel keineswegs perfekt; nur 36 Prozent seiner Abschläge fanden das Fairway. Doch McIlroy rettete sich mit taktischer Finesse und einem glänzenden Kurzspiel. Seine neue Gelassenheit fasste er in einem Satz zusammen, der bereits jetzt Kultstatus genießt: „Es ist einfacher, diese Schwünge zu machen, wenn ich weiß, dass ich am Ende des Tages in die Champions-Garderobe gehen, mein Grünes Sakko anziehen und eine Coke Zero trinken kann.“
Hier finden Sie die US Masters 2026 Tee Times.
Doch das US Masters 2026 zeigte am ersten Tag auch seine gnadenlose Seite. Besonders das 15. Loch, getauft „Firethorn“, entwickelte sich zum Scharfrichter. Mit einem Score-Durchschnitt von 5,12 Schlägen war es das schwierigste Par-5 seit über zwei Jahrzehnten.
Besonders hart traf es die Golf-Legende Fred Couples. Der 66-Jährige, der das Publikum bis dahin mit zwei unter Par verzückt hatte, erlebte an der 15 sein persönliches Waterloo. Nach zwei Bällen im Wasser notierte er eine „9“ auf der Scorekarte. „Danach war die Luft komplett raus“, gestand ein sichtlich gezeichneter Couples. Auch der Schotte Robert MacIntyre musste an diesem Loch eine bittere Neun hinnehmen und verabschiedete sich mit einer 80er-Runde vorerst aus dem Kreis der Favoriten.
Die Bedingungen beim diesjährigen US Masters 2026 fordern den Spielern alles ab. Da seit Tagen kein Regen gefallen ist, präsentieren sich die Grüns in einem Zustand, den Profis als „knusprig“ beschreiben. Erste purpurne Verfärbungen des Grases signalisieren extreme Härte und Geschwindigkeit.
„Das könnte das härteste Masters seit langem werden“, warnte der Ire Shane Lowry, dem mit einem Eagle aus 99 Yards an der 13 das Highlight des Tages gelang. Auch Xander Schauffele (-2) musste kämpfen – und hatte Glück: Sein Ball landete nach einem verunglückten Schlag direkt in der Einkaufstasche einer Zuschauerin, was ihm eine schwierige Lage ersparte.
Während McIlroy lacht, herrscht bei Jon Rahm Ratlosigkeit. Der Champion von 2023 erlebte beim US Masters 2026 einen Auftakt zum Vergessen. Ohne ein einziges Birdie und mit einer 78 (+6) im Gepäck steht der Spanier nun vor der Mammutaufgabe, überhaupt den Cut zu überstehen. „Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht, was passiert ist“, kommentierte ein wortkarger Rahm sein Debakel.
Statistisch gesehen ist das Feld der potenziellen Sieger bereits jetzt drastisch geschrumpft. 18 der letzten 20 Champions lagen nach der ersten Runde unter den Top 10. Neben McIlroy ist vor allem Sam Burns (-5) zu beachten, der die Par-5-Löcher meisterhaft ausnutzte. Auch Scottie Scheffler liegt mit zwei unter Par in Lauerstellung.
Für die Golffans auf der ganzen Welt verspricht das US Masters 2026 ein Wochenende der Extreme. Wenn die Sonne Augusta weiterhin in einen Backofen verwandelt, wird am Ende nicht der stärkste Longhitter gewinnen, sondern derjenige mit den kühlsten Nerven – und vielleicht einer Coke Zero im Gepäck.
10 Apr 2026
Rory McIlroy liegt nach der ersten Runde des US Masters 2026 in geteilter Führung. (Foto: Imago / Bildbyran)