


Während die Golfwelt gespannt auf den ersten Abschlag des Hauptturniers blickt, sorgte der gestrige Mittwoch beim US Masters 2026 für den gewohnt emotionalen und spektakulären Auftakt. Zwischen historischen Rekorden von Keegan Bradley und den rührenden Versuchen des jungen Frankie Fleetwood wurde deutlich, warum dieser Familien-Nachmittag in Augusta National eine „Tradition wie keine andere“ bleibt.
Bevor es ab Donnerstag um das berühmte Green Jacket geht, verwandelte sich der Kurzplatz von Augusta National gestern in eine Bühne für Familien und Legenden. Der Par 3 Kurs, ein 1.000 Yard langes Juwel, das erst 2023 renoviert wurde, bot die perfekte Kulisse. In den ikonischen weißen Caddie-Overalls waren es diesmal nicht die Profi-Looper, sondern Ehefrauen, Kinder und Freunde, die die Taschen trugen und für eine entspannte Atmosphäre sorgten.
Dabei ist das Event tief verwurzelt: Seit 1960 gehört der Contest fest zum Programm des US Masters 2026. „Das Masters ist ein großartiges Turnier, aber der Par 3 Contest ist mein Favorit“, schwärmte der achtjährige Frankie Fleetwood am Rande der Fairways.
Hier finden Sie das US Masters 2026 Leaderboard und Livescoring.
Sportlich lieferte der Tag Highlights am Fließband. Insgesamt vier Hole-in-Ones schraubten die historische Bestmarke des Wettbewerbs auf nunmehr 119 Asse. Den Anfang machte Justin Thomas an Loch 2, was ihm laut Insiderberichten eine 1.000-Dollar-Wette gegen seine Spielpartner Jordan Spieth und Max Homa einbrachte. Auch Lokalmatador Tommy Fleetwood lochte an der vierten Bahn direkt ein – ein Schlag, den er selbst trocken kommentierte: „Ich hatte bis dahin noch kein Grün getroffen, ich war der Letzte, von dem man ein Ass erwartet hätte. Ich habe ihn einfach reingechippt.“
Die größte Sensation gelang jedoch Keegan Bradley. Er schrieb Geschichte beim US Masters 2026, indem er als erster Spieler überhaupt in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ein Ass beim Par 3 Contest erzielte. Nachdem er 2025 an Loch 6 erfolgreich war, traf er diesmal an der achten Bahn mit nur einem Schlag ins Glück.
Hier finden Sie die US Masters 2026 Tee Times.
Den offiziellen Sieg sicherte sich in diesem Jahr Aaron Rai mit einem beeindruckenden Score von 6 unter Par (21 Schläge). Doch während Rai die Trophäe entgegennahm, schwang im Hintergrund das Wissen um den berüchtigten „Par 3 Curse“ mit: Noch nie konnte ein Sieger des Mittwochs im selben Jahr auch das US Masters 2026 gewinnen.
Um diesem Schicksal zu entgehen, griffen einige Profis zu bewährten Mitteln: Sie ließen ihre Kinder oder Partner die finalen Putts ausführen. Da dies zur Disqualifikation führt, bleibt die Weste „rein“ für das Hauptturnier. Rai hingegen nimmt die Herausforderung an. Auf die Frage nach dem Omen antwortete er schmunzelnd: „Ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes Omen ist.“
Die eigentlichen Schlagzeilen schrieben jedoch die Kleinsten und die Ältesten. Gary Player, mit 90 Jahren eine lebende Legende, bewies eine Fitness, die sein Alter Lügen straft. Er spielte eine starke 1-über-Par-Runde und sorgte für den Moment des Tages, als er einen jungen Fan unter den Absperrungen hervorholte, ihn hochhob und versprach: „Wenn ich mal alt bin, spielen wir zusammen.“
Am anderen Ende des Altersspektrums stand Frankie Fleetwood im Rampenlicht. In einer Fortsetzung seiner viralen Geschichte aus dem Vorjahr versuchte er erneut, das Wasser an Loch 9 (Ike’s Pond) zu überqueren. Obwohl sein Ball knapp im Wasser landete, feierten ihn die Fans mit „Fran-kie!“-Chören. Trost gab es direkt vor Ort von Iris Lowry, der neunjährigen Tochter von Shane Lowry, die ihn mit einer herzlichen Umarmung vom Tee begleitete.
Der gestrige Tag hat erneut bewiesen, dass das US Masters 2026 mehr ist als nur ein Elite-Sportevent. Es ist ein Fest der Generationen. Mit dem Ende des Par 3 Contests kehrt nun jedoch der Fokus zurück auf den Championship-Platz. Ab heute wird es ernst in Augusta – und die Golfwelt wird sehen, ob Aaron Rai den Fluch brechen kann oder ob die Gesetze des Masters bestehen bleiben.
09 Apr 2026
Scottie Scheffler mit seiner Frau Meredith und Sohn Bennett beim Par 3 Contest des US Masters 2026. (Foto: Imago)