


Die USA haben den PING Junior Solheim Cup 2026 gewonnen. Das Team von Kapitänin Morgan Pressel setzte sich im Bernardus Golf im niederländischen Cromvoirt mit 13:11 gegen Europa durch. Nach einer nahezu perfekten Auftaktrunde entwickelte sich der zweite Tag allerdings noch zu einem spannenden Kontinentalduell: Europa gewann 8,5 der zwölf möglichen Punkte im Einzel, konnte den Rückstand von 2,5:9,5 nach dem ersten Tag aber nicht mehr aufholen.
Für die Nachwuchsspielerinnen war es ein historischer Wettbewerb. Erstmals wurde der Junior Solheim Cup auf derselben Anlage ausgetragen wie der Solheim Cup der Profis, der in derselben Woche in Bernardus beginnt.
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Die amerikanische Mannschaft dominierte die ersten beiden Formate. In den Foursomes gewann die USA fünf der sechs Matches und nahm damit eine 5:1-Führung mit in den Nachmittag. In den Fourballs kamen weitere 4,5 Punkte hinzu. Europa holte in dieser Session einen Sieg und ein Unentschieden.
Der erste Foursomes-Punkt ging an Asterisk Talley und Amelie Zalsman. Die US-Amerikanerinnen bezwangen Alice Kong und Axelle Guillemard deutlich mit 6&4. Den einzigen europäischen Erfolg am Vormittag erspielten Anna Ludvová und Lana Guyot gegen Anna Fang und Lily Peng.
Auch am Nachmittag blieb das US-Team zunächst tonangebend. Für einen der wenigen europäischen Lichtblicke sorgten Annabel Peaford und Lauren Crump. Das englische Duo beendete sein Match gegen Asterisk Talley und Anna Fang mit Eagle, Birdie und Par und rettete damit noch einen halben Punkt.
Die Bedeutung solcher engen Schlussphasen betonte Morgan Pressel bereits nach dem ersten Tag. „Wir haben heute Morgen dreimal das 18. Loch gewonnen, was enorm wichtig war“, sagte die US-Kapitänin im offiziellen Turnierbericht. Ihre Mannschaft, so Pressel, habe in den entscheidenden Momenten besonders nervenstark agiert.
Trotz des deutlichen Rückstands sah Europas Kapitänin Anne van Dam keinen Grund, ihrer Mannschaft Vorwürfe zu machen. „Ich bin sehr stolz und hätte mir von ihnen heute nicht mehr wünschen können“, sagte die ehemalige Solheim-Cup-Spielerin. Die Spielerinnen hätten alles gegeben und könnten deshalb auch mit einem Lächeln in den Abend gehen.
Vor den Einzeln war die Ausgangslage klar: Die USA benötigten lediglich 2,5 Punkte, um den Titel zu verteidigen. Für Europa war der Weg zum Gesamtsieg hingegen nahezu maximal schwierig. Das Team musste zehn der zwölf Matches gewinnen.
Dennoch gelang Europa im ersten Match der erhoffte Auftakt. Annabel Peaford bezwang Asterisk Talley mit 1 auf. Dabei hatte die Engländerin vier Löcher vor dem Ende noch zwei Löcher zurückgelegen. Mit drei gewonnenen Bahnen auf den letzten vier Löchern drehte sie die Partie und setzte damit ein frühes Zeichen.
Für Talley war die Niederlage besonders auffällig, weil sie als amtierende Siegerin der U.S. Women’s Amateur Championship zu den prominentesten Spielerinnen des Feldes gehörte. Die 17-Jährige trat bereits zum dritten Mal beim Junior Solheim Cup an und hatte in den vergangenen Jahren vom jüngsten Teammitglied zu einer Führungsspielerin der US-Mannschaft entwickelt.
Van Dam sah in Peafords Erfolg den entscheidenden Impuls für den europäischen Lauf: „Es begann damit, dass Annabel einen großartigen Punkt gegen Asterisk gewann. Danach war viel Blau auf der Anzeigetafel zu sehen, und das hat allen einen enormen Schub gegeben.“
Regeln und Spielformen: So funktioniert der Solheim Cup 2026.
Auf Peafords Auftaktsieg folgten weitere europäische Punkte. Lauren Crump setzte sich gegen Amber Lee mit 3&2 durch, Anna Ludvová bezwang Grace Carter mit 2&1. Lena Geier gewann gegen Aubrey Hilgers mit 2 auf, Sofia Maier-Borst schlug Amelie Zalsman ebenfalls mit 2&1.
Axelle Guillemard und Carlota Lopez Minguela holten weitere Siege mit 3&2. Alice Kong entschied ihr Match gegen Lily Peng am 18. Loch mit 1 auf für sich. Damit sammelte Europa acht volle Punkte. Hinzu kam ein geteilter Punkt im Match zwischen Anna Fang und Marta Muñoz.
Die Zahlen verdeutlichen, wie umkämpft die Einzelrunde war: Zehn der zwölf Matches gingen mindestens bis zum 16. Loch, fünf Partien wurden erst auf der letzten Bahn entschieden. Europa gewann die Tageswertung mit 8,5:3,5 und kam dem US-Team damit deutlich näher, als es der Zwischenstand zunächst erwarten ließ.
Für die USA machten Eliana Saga, Madeleine Conser und Kelly Zhang den Gesamtsieg perfekt. Saga bezwang Adriana García Terol mit 4&3. Conser setzte sich gegen Lana Guyot mit 5&4 durch und gewann dabei fünf Löcher in Folge mit Birdie. Die 14-jährige Kelly Zhang holte gegen Carolina Perez-Tasso einen 2&1-Sieg.
Der halbe Punkt aus dem Match zwischen Fang und Muñoz brachte die USA schließlich auf 13 Punkte. Damit stand fest, dass Europa trotz seiner außergewöhnlichen Aufholjagd nicht mehr vorbeiziehen konnte.
Nach dem Ende der letzten Matches zeigte sich Morgan Pressel nicht nur mit ihrem eigenen Team zufrieden. „Ich bin unglaublich stolz, dass diese Mädchen es heute geschafft haben“, sagte sie. Europa habe während des gesamten Turniers großartiges Golf gespielt, und sie habe damit gerechnet, dass die Gegnerinnen am zweiten Tag mit großer Energie antreten würden.
Ihr Fazit zur Turnierwoche fiel entsprechend persönlich aus: „Ich habe diese gesamte Erfahrung geliebt und bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, eine unglaublich talentierte und sehr unterhaltsame Gruppe von Mädchen anzuführen.“
Auch Anne van Dam zog trotz der Niederlage ein positives Fazit. „Sie haben sich eine Chance gegeben, obwohl am Anfang des Tages niemand damit gerechnet hatte“, sagte die europäische Kapitänin. Ihre Spielerinnen hätten nicht mehr geben können.
Der Junior Solheim Cup bot damit nicht nur ein spannendes Finale, sondern auch einen Blick auf die mögliche Zukunft des internationalen Frauengolfs. Zu den früheren Teilnehmerinnen des Wettbewerbs gehören unter anderem Rose Zhang, Carlota Ciganda, Linn Grant, Lexi Thompson und die Korda-Schwestern – Spielerinnen, die später selbst im Solheim Cup antraten.
In Bernardus verfolgten mehrere hundert Schulkinder die Partien. Kurz vor dem Start des Profi-Wettbewerbs konnten sie erleben, wie die nächste Generation des europäischen und amerikanischen Frauengolfs auf derselben Anlage um einen Kontinentalpokal kämpfte.
Für Asterisk Talley war der Ausgang des eigenen Matches dabei nur ein kleiner Teil der gesamten Erfahrung. „Wir hatten alle eine großartige Zeit, und das war letztlich das Wichtigste. Egal, ob wir gewonnen oder verloren hätten – wir hätten es mit Klasse und Stolz getan“, sagte sie anschließend gegenüber The Athletic.
Talley will ihre Entwicklung zunächst als Amateurin fortsetzen und im kommenden Jahr an der Stanford University studieren. Ihr langfristiges Ziel formulierte sie ohne Zögern: „Ich möchte einfach die beste Spielerin der Welt werden. Das ist mein Ziel. Das war schon immer mein Ziel.“
Während die USA ihren Titel feierten, richtete sich der Blick in Bernardus bereits auf den Solheim Cup der Profis. Der Junior Solheim Cup hatte gezeigt, dass die nächste Generation für große Mannschaftsmomente bereit ist.
09 Sep 2026
Team USA hat den Junior Solheim Cup gegen Team Europa verteidigt. (Foto: instagram.com/thesolheimcup)