


Die PIF Global Series auf der Ladies European Tour (LET) läuft nach der Saison 2026 aus. An ihre Stelle tritt kein vergleichbares Turnierpaket: Golf Saudi konzentriert seine angekündigte Turnierinvestition künftig auf "The Championship". Das Turnier wird vom 19. bis 25. Juli 2027 im Vereinigten Königreich gespielt, gemeinsam von der LET und der LPGA sanktioniert und mit 4 Millionen US-Dollar Preisgeld ausgestattet. Das teilte die LET am 28. September mit.
Damit verändert sich die Form des saudischen Engagements – ein vollständiger Rückzug aus dem Frauengolf ist es nach der Ankündigung nicht. Golf Saudi kündigte neben dem Turnier eine mehrjährige Partnerschaft mit der LET Order of Merit an, der saisonweiten Punktewertung der Tour. Deren Siegerin soll einen Bonus am Saisonende erhalten. Wie hoch dieser ausfällt und welchen finanziellen Umfang die mehrjährigen Vereinbarungen insgesamt haben, wurde nicht bekannt gegeben.
Die PIF Global Series wurde 2021 gestartet. Seitdem umfasste sie nach Angaben der LET 29 Turniere auf drei Kontinenten. Für 2026 stehen fünf Stationen mit zusammen 15 Millionen US-Dollar Preisgeld im Turnierkalender. Zwei davon stehen noch aus: Südkorea im Oktober und China im November. Danach endet die Serie.
Die 4 Millionen US-Dollar für The Championship sind doppelt so hoch wie das Preisgeld des Londoner Turniers 2026, das bei 2 Millionen US-Dollar lag. Gleichzeitig stehen damit einem fünfteiligen Serienmodell mit 15 Millionen US-Dollar ausgeschriebenem Preisgeld zunächst ein einzelnes angekündigtes Turnier mit 4 Millionen gegenüber. Das ist ein Vergleich der ausgewiesenen Preisgelder dieser Veranstaltungen – nicht des gesamten Preisgelds der LET oder des vollständigen künftigen Engagements von Golf Saudi. Die Unterstützung der Order of Merit ist zusätzlich angekündigt, aber nicht beziffert.
Der Austragungsort für 2027 steht noch nicht fest. Die LET-Mitteilung hält fest, dass The Championship seit 2021 in London ausgetragen wurde, nennt für die kommende Ausgabe aber lediglich das Vereinigte Königreich. Auch der vollständige Spielplan der LET und der LPGA für 2027 liegt noch nicht vor.
Mit dem neuen Termin rücken auch andere Turniere in den Blick. Golfweek berichtete, dass die ISPS HANDA Women’s Scottish Open 2027 nicht mehr im LPGA-Kalender stehen soll. LET-Verantwortliche und IMG suchten demnach nach einem neuen Termin; das Turnier soll nicht mehr gemeinsam mit der LPGA sanktioniert werden. Auch die Aramco Championship in Las Vegas sei in einem vorläufigen LPGA-Spielplan für 2027 nicht aufgeführt gewesen.
Welche Veranstaltung The Championship im LPGA-Kalender konkret ersetzt, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Die vorliegenden Berichte ordnen die Änderung unterschiedlich ein; die LET-Mitteilung vom 28. September äußert sich weder zum Status der Scottish Open noch zur Aramco Championship. Eine endgültige Einordnung dürfte erst mit der Veröffentlichung der vollständigen Spielpläne möglich sein. Dem Anschein nach stehen der Ladies European Tour Einschnitte beim Preisgeld und der Attraktivität ihrer Turniere bevor.
Golf Saudi begründet die Neuausrichtung auch mit dem Ziel, den Golfsport im eigenen Land auszubauen. Nach Angaben der Organisation haben sich dort mehr als 15.000 Menschen für Golfunterricht angemeldet; über 4.000 stehen auf einer Warteliste, mehr als ein Drittel davon Frauen. Die Zahl der registrierten Golferinnen und Golfer beziffert Golf Saudi auf rund 4.500. Innerhalb von fünf Jahren soll sie auf mehr als 30.000 steigen. Außerdem kündigte die Organisation ein neues LPGA-Professionals-Programm an.
„Unser Fokus liegt jetzt darauf, gezielt zu investieren und das richtige Wirtschaftsmodell aufzubauen – eines, das den Frauengolf kommerziell stärkt und einen dauerhaften Entwicklungsweg schafft“, sagte Golf-Saudi-CEO Noah Alireza laut der LET-Mitteilung vom 28. September 2026.
Auch die LPGA sieht die Zusammenarbeit als Verbindung von Spitzensport und Entwicklung. „Unsere Aufgabe ist nicht nur, mehr Frauen und Mädchen zum Golf zu bringen, sondern auch die Möglichkeiten zu schaffen, die sie im Sport halten“, sagte Liz Cooper, Executive Director der LPGA Foundation und LPGA Professionals, laut derselben Mitteilung. Abeer AlJohani, Vizepräsidentin der Saudi Golf Federation, formulierte den Anspruch so: „Unser Ziel ist, dass saudische Frauen und Mädchen eine Zukunft im Golf sehen – als Spielerinnen, Trainerinnen und Führungskräfte.“
Für die LET soll die neue Partnerschaft mit der Order of Merit Unterstützung über die einzelne Turnierwoche hinaus bringen. CEO Tom Phillips sagte, die Investition stärke die Organisation und unterstütze die Spielerinnen während der gesamten Saison. „Die LET ist Teil eines wichtigen Entwicklungswegs für neue Golferinnen, auch für jene, die in den kommenden Jahren aus Saudi-Arabien und der arabischen Welt kommen werden“, sagte Phillips laut der Mitteilung.
Die Neuordnung fällt zeitlich mit größeren Veränderungen im Männergolf zusammen: In diversen Medienberichten wird sie vor dem Hintergrund des PIF-Rückzugs aus der Finanzierung von LIV Golf betrachtet. Die LET-Mitteilung selbst stellt jedoch keinen Zusammenhang zwischen den beiden Entwicklungen her. Zudem kündigt sie ausdrücklich eine fortgesetzte, mehrjährige Investition von Golf Saudi in den Frauengolf an.
Bis zur Veröffentlichung der Spielpläne bleiben zentrale Details offen: der Austragungsort von The Championship, die künftige Terminierung der Scottish Open und der Status der Aramco Championship. Fest steht bislang, dass die PIF Global Series nach den beiden verbleibenden Turnieren 2026 endet – und Golf Saudi seine Unterstützung ab 2027 auf ein gemeinsam von LPGA und LET sanktioniertes Turnier, die Order of Merit und Entwicklungsangebote in Saudi-Arabien ausrichtet.
29 Sep 2026
Shannon Tan aus Singapur bei der PIF London Championship 2026. (Foto: Ladies European Tour)