


Ein Golfball im Aus (englisch: Out of Bounds) ist außerhalb der Platzgrenzen. Nach der Grundregel bleibt Spielerinnen und Spielern dann nur „Schlag und Distanzverlust“ (englisch: Stroke and Distance): Ein Strafschlag kommt hinzu, und der nächste Ball wird von der Stelle des vorherigen Schlages gespielt. Um Zeit zu sparen, sollte bei Aus-Verdacht häufig ein provisorischer Ball (englisch: Provisional Ball) gespielt werden.
Der Ball fliegt Richtung weiße Pfähle oder Zaun. Viele Spielerinnen und Spieler sind unsicher: Ist das schon Aus? Was ist die Strafe? Darf gedroppt werden? Und wann hilft ein provisorischer Ball? Dieser Artikel führt durch die Grundregel und die wichtigsten Ausnahmen in der Praxis.
Aus bedeutet: Der Ball liegt außerhalb der Platzgrenzen und ist damit nicht im Spielfeld. Umgangssprachlich sagen viele „Ball im Aus“, regeltechnisch ist gemeint: Out of Bounds.
Platzgrenzen sind häufig markiert durch:
Welche Markierung auf dem jeweiligen Platz gilt und wie die Grenze genau definiert ist, steht üblicherweise in den Platzregeln (Local Rules) bzw. auf der Scorekarte.
Wichtig für die richtige Entscheidung: Aus ist kein Hindernis mit Drop-Optionen wie eine Penalty Area. Wer Aus und Penalty Area verwechselt, wendet schnell die falsche Erleichterung an.
Golfregeln für Penalty Areas: Droppen, Optionen und Strafen erklärt
Ist ein Ball im Aus, gilt nach der Grundregel Schlag und Distanzverlust:
Das ist der Grund, warum Aus so „teuer“ sein kann: Nicht nur der Strafschlag zählt, sondern auch der Rückweg kostet Zeit.
Grundsätzlich nein: Bei Aus gibt es nach der Grundregel keinen freien Drop „in der Nähe“. Stattdessen gilt Stroke and Distance.
Aber: Es gibt eine optionale Local Rule, die – wenn sie in Kraft ist – eine Alternative zu Stroke and Distance erlauben kann. Diese Alternative wird im nächsten Abschnitt erklärt.
Drop-Regeln im Golf: Was ist ein Drop – und wie droppen Sie richtig?
Viele Spielerinnen und Spieler haben schon gehört: „Bei Aus sind es zwei Strafschläge und man droppt im Fairway.“ Das ist nicht die allgemeine Grundregel, sondern kann nur stimmen, wenn eine optionale Local Rule (Platzregel) dafür ausdrücklich gilt.
Weil es eine Alternative gibt, die manche Plätze für bestimmte Spielformen aktivieren. Diese Alternative ist insbesondere für Freizeit-/Casual-Runden gedacht und wird nicht generell für Wettbewerbe mit hochklassigen Spielerinnen und Spielern empfohlen.
Wenn diese Local Rule in Kraft ist, gilt vereinfacht:
Wichtig: Diese Option gilt nur, wenn sie in den Platzregeln/Local Rules ausdrücklich aktiviert ist. In Turnieren sollten Spielerinnen und Spieler daher immer prüfen, ob diese Local Rule gilt oder ausdrücklich ausgeschlossen ist.

Wenn realistisch ist, dass der Ball im Aus sein könnte oder nicht gefunden wird, spart ein provisorischer Ball oft sehr viel Zeit.
Ein provisorischer Ball muss vor dem Schlag klar angekündigt werden, zum Beispiel: „Ich spiele einen provisorischen Ball.“
Das ist wichtig, damit für alle Beteiligten klar ist, dass dieser Ball nur eine Absicherung ist.
Danach gilt:
Fehler 1: Provisorisch nicht eindeutig angekündigt
Wenn nicht klar gesagt wird, dass es ein provisorischer Ball ist, kann ein „zweiter Ball“ schnell als der Ball im Spiel gelten – mit unangenehmen Folgen.
Fehler 2: Provisorischen Ball zu spät gespielt
Ein provisorischer Ball muss gespielt werden, bevor Spielerinnen und Spieler weiter nach vorne gehen und den ursprünglichen Ball suchen/finden.
Fehler 3: Provisorischen Ball weitergespielt, obwohl Originalball im Spiel war
Wird der Originalball gefunden und ist im Spielfeld, darf der provisorische Ball nicht einfach „bequemerweise“ weitergespielt werden.
Fehler 4: Provisorischer Ball vs. „zweiter Ball“ nach Regelentscheidung verwechselt
In manchen Situationen wird ein zweiter Ball aus anderen Gründen gespielt (z. B. bei einer Regelunsicherheit im Turnier, sogenannter Regelball). Das ist nicht dasselbe wie ein provisorischer Ball. Im Zweifel hilft: klar kommunizieren und bei Turnieren das Komitee fragen.
Ob ein Ball im Aus ist, hängt davon ab, wie die Platzgrenze auf dem jeweiligen Platz definiert ist. Bei Unsicherheit helfen die Local Rules oder im Turnier das Komitee.
Auch am Abschlag gilt: Bei Aus greift grundsätzlich Schlag- und Distanzverlust. Ein provisorischer Ball ist hier häufig besonders sinnvoll, weil die Alternative sonst meist der Rückweg zum Abschlag wäre.
Die Regelgrundlage für Aus bleibt gleich. Unterschiede ergeben sich eher daraus, wie das Ergebnisformat mit Fehlern/Strafschlägen umgeht (z. B. ob ein Loch gestrichen wird). Der korrekte Regelablauf bei Aus bleibt jedoch derselbe.

Was bedeutet „Golfball im Aus“?
Ein Golfball ist im Aus, wenn er außerhalb der Platzgrenzen liegt (Out of Bounds). Dann ist er nicht mehr im Spielfeld.
Welche Strafe gilt bei Aus?
Nach der Grundregel gilt Stroke and Distance: ein Strafschlag plus der nächste Schlag von der Stelle des vorherigen Schlages.
Sind es 2 Strafschläge bei Aus?
Zwei Strafschläge können nur dann relevant sein, wenn eine optionale Local Rule (Platzregel) eine Alternative zu Stroke and Distance ausdrücklich erlaubt. Ohne diese Platzregel gilt die Grundregel (Stroke and Distance).
Darf man bei Aus droppen?
Nach der Grundregel gibt es bei Aus keinen Drop „in der Nähe“. Ein Drop als Alternative ist nur möglich, wenn eine entsprechende Local Rule in Kraft ist.
Wann sollte ein provisorischer Ball gespielt werden?
Wenn realistisch ist, dass der Ball im Aus sein könnte oder nicht gefunden wird. Wichtig ist, den provisorischen Ball vorher eindeutig anzukündigen.
30 Apr 2026
Anhand der weißen Pfosten erkennen Sie die Aus-Grenze (Out of Bounds) auf einem Golfplatz. (Foto: Adobe Stock)