


Bryson DeChambeau ist es gewohnt, Schlagzeilen zu machen. Der zweifache US-Open-Champion gilt als einer der schillerndsten Charaktere im professionellen Golf – polarisierend, lautstark, nie um eine Meinung verlegen. Doch mit seinem jüngsten Auftritt hat der Amerikaner eine Debatte losgetreten, die weit über das Fairway hinausgeht: DeChambeau zweifelt an der Echtheit des Filmmaterials der Apollo-Mondlandungen.
Den Anstoß gab eine eigentlich naheliegende Frage für einen Golfer: Im Podcast „Katie Miller Pod" – moderiert von Katie Miller, der Ehefrau von Trumps stellvertretendem Stabschef Stephen Miller – wurde DeChambeau gefragt, ob er glaube, dass Astronaut Alan Shepard während der Apollo-14-Mission im Jahr 1971 tatsächlich einen Golfschlag auf dem Mond ausgeführt habe.
Was folgte, war eine bemerkenswerte Antwort. DeChambeau räumte ein, dass er das Thema in die Nähe von Verschwörungstheorien rückt – um dann eine für ihn typische Mischung aus Skepsis und selektivem Vertrauen zu präsentieren:
„Schau, Elon [Musk] sagt, wir sind definitiv dort gewesen. Deshalb tendiere ich zu dieser Sichtweise, weil er derjenige ist, der sich damit ziemlich gut auskennt. Artemis ist gerade um den Mond geflogen. Also glaube ich schon, dass wir, wenn wir so viele Ressourcen investiert haben wie behauptet, tatsächlich dort waren. Ich glaube nicht, dass das Filmmaterial echt ist. Aber ich glaube, wir sind auf dem Mond gewesen. Ich weiß es beim Filmmaterial nicht. Es ist ziemlich … ziemlich wild."
DeChambeau glaubt also: Die Mondlandung hat stattgefunden – nur die ikonischen Bilder, die die Welt sah, hält er für inszeniert. Eine Unterscheidung, die kaum weniger brisant ist als die vollständige Leugnung des Ereignisses selbst. Schließlich wirft sie implizit tausenden beteiligter NASA-Mitarbeiter – darunter Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Alan Shepard – eine Mitwirkung an einer globalen Täuschung vor.
Besonders pikant: DeChambeau hat an der University of the Pacific Physik studiert und pflegt öffentlich das Image eines rational denkenden, wissenschaftsaffinen Sportlers. Dieses Bild bekommt durch seine weiteren Aussagen im Podcast zusätzliche Risse.
Auf das Thema außerirdisches Leben angesprochen, zeigte sich DeChambeau von einer anderen Seite: „Ich glaube schon, dass es da draußen interdimensionale Wesen gibt – ganz sicher. Ich glaube an UAPs [Unidentified Anomalous Phenomena]. UAPs, UFOs – ich glaube, sie sind mehr als nur Außerirdische aus einer anderen Welt. Vielleicht Außerirdische aus einer anderen Welt. Aber ich glaube, da steckt mehr dahinter. Da steckt noch viel mehr hinter dieser Geschichte."
Der Zeitpunkt der Aussagen ist für DeChambeau denkbar ungünstig. Kurz zuvor hatte er bei der PGA Championship den Cut verpasst – nach einem ähnlichen Ergebnis beim Masters. Damit verfehlte er zum ersten Mal seit 2017 bei zwei aufeinanderfolgenden Major-Turnieren den Einzug ins Wochenende.
Hinzu kommt die ungewisse Zukunft bei LIV Golf: Nachdem Saudi-Arabiens Public Investment Fund angekündigt hat, die Finanzierung der Turnierserie Ende 2026 einzustellen, steht die Liga vor einem möglichen Aus. DeChambeau, einer ihrer prominentesten Vertreter, ist entsprechend orientierungslos: „Ich befinde mich gerade in diesem seltsamen Zwischenraum und weiß nicht, was ich tun soll: Content Creation oder professionelles Golf. Ich weiß es gerade wirklich nicht."
Dabei ist der Schritt in die Creator-Welt für DeChambeau längst keine abstrakte Option mehr. Sein YouTube-Kanal zählt 2,7 Millionen Abonnenten – und auf die Frage, was lukrativer sei, Golf oder Content Creation, antwortete er knapp: „Ich würde sagen, sie sind etwa gleich auf. Wenn man auf diesem Level ist, sind sie sich sehr, sehr ähnlich."
Sein nächster Golfauftritt ist für Ende Mai geplant: beim LIV Golf Korea Event vom 28. bis 31. Mai im Asiad Country Club in Busan, Südkorea.
In der Golf-Community haben DeChambeau's Aussagen zur Mondlandung für erheblichen Unmut gesorgt. Der allgemeine Tenor in sozialen Netzwerken und Fanforen war eindeutig: Viele langjährige Unterstützer zeigten sich tief enttäuscht und erklärten öffentlich, ihre Sympathien für den Sportler aufzugeben. Kritisiert wurde dabei nicht nur der Inhalt der Aussagen, sondern auch das Timing – kurz nach zwei schwachen Turnierauftritten.
Ob DeChambeau die Wellen, die er damit geschlagen hat, als Imageschaden oder als Beweis seiner Reichweite als Persönlichkeit jenseits des Sports betrachtet, bleibt offen. Als Content Creator lebt er schließlich auch von Aufmerksamkeit – und die hat er sich mit diesem Podcast-Auftritt zweifellos gesichert.
21 May 2026
Golfstar Bryson DeChambeau glaubt nicht, dass die Aufnahmen der Apollo-Mondmission echt sind. (Foto: Imago / UPI Poto)