


Er hat es geschafft: Mit seinem packenden Finalsieg gegen Novak Djokovic bei den Australian Open 2026 hat Carlos Alcaraz Tennisgeschichte geschrieben. Mit nur 22 Jahren ist der Spanier der jüngste Spieler aller Zeiten, der den prestigeträchtigen „Career Grand Slam“ – den Sieg bei allen vier Major-Turnieren – vervollständigt hat. Doch während die Welt über seine Vorhand und seine Physis staunt, liegt ein Geheimnis seines Erfolgs oft auf einem ganz anderen Terrain: dem Golfplatz.
Dass Alcaraz das Racket gegen den Driver tauscht, ist längst kein Zufall mehr. Für den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz ist Golf weit mehr als ein Zeitvertreib. Es ist seine Methode, um dem enormen Druck der Tour zu entfliehen. „Es gibt mir Ruhe und Frieden“, erklärte er bereits im Vorfeld seiner Rekordjagd. Besonders während der kräftezehrenden Wochen eines Grand Slams nutzt er seine freien Tage konsequent für eine 18-Loch-Runde. Sein aktuelles Handicap von ungefähr 11, das er im Video mit DeChmbeau verrät, zeigt dabei deutlich: Alcaraz meint es ernst. Noch im vorigen Sommer lag seine Spielvorgabe bei 14.
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Ein besonderes Highlight seiner Golf-Leidenschaft wurde kurz nach seinem Triumph in Melbourne veröffentlicht. In der populären YouTube-Serie „Break 50“ trat Alcaraz gemeinsam mit Golfstar Bryson DeChambeau an. Obwohl das Video erst nach dem Australian-Open-Sieg erschien, gewährt es einen faszinierenden Blick auf den „Pre-Slam“-Alcaraz.
In der Challenge, bei der das Duo versuchte, einen Score von unter 50 Schlägen zu erzielen, beeindruckte Alcaraz den US-Open-Champion DeChambeau sichtlich. Vor allem sein athletischer Schwung – von Bryson als „Einfach krank“ bezeichnet – und seine Fähigkeit, den Fokus unter Druck zu behalten, fielen auf. Im Video philosophiert Alcaraz über das Gewinner-Gen: „Wahre Champions wollen durch das Feuer gehen. Man muss lernen, sich in unkomfortablen Momenten wohlzufühlen.“ Diese Mentalität war es wohl auch, die ihm im Finale gegen Djokovic den entscheidenden Vorteil verschaffte.
„Im Golf ist es wie im Tennis: Du kannst 85 % der Zeit nicht dein bestes Level erreichen. Der Unterschied zwischen den Top 5 und dem Rest ist, wie du an diesen schlechten Tagen überlebst.“ – Carlos Alcaraz im Gespräch mit Bryson DeChambeau
Die Reise zum Golf-Enthusiasten begann für den Spanier erst im Jahr 2020, doch seitdem sammelt er prominente Mitspieler wie andere Autogramme.
Mit dem Australian-Open-Titel im Gepäck und der vervollständigten Trophäensammlung blickt „Charlie“, wie er von Freunden genannt wird, bereits nach vorne. Sein Ziel für den Rest der Saison 2026 ist nichts Geringeres als der „Calendar Grand Slam“ – der Sieg bei allen vier Majors in einem Kalenderjahr.
Dass er dafür die nötige Ruhe bewahrt, scheint sicher. Denn egal wie hitzig die Duelle auf dem Center Court werden, die nächste Runde Golf ist für Carlos Alcaraz bereits fest im Kalender eingeplant. Wie Bryson DeChambeau treffend bemerkte: „Er ist ein Kämpfer, der niemals aufgibt – egal ob er einen Matchball abwehren muss oder einen schwierigen Putt vor sich hat.“
19 Feb 2026
Carlos Alcaraz spielt Golf beim ProAm der Spanish Open 2025. (Foto: Imago / CordonPress)