


Tiger Woods soll am Mittwoch, 2. September 2026, in Florida persönlich zu einer Anhörung in seinem DUI-Verfahren erscheinen. Der Termin vor dem Martin County Court ist in den Gerichtsunterlagen als „change of plea“ – also als mögliche Änderung des bisherigen Plädoyers – vermerkt. Woods hatte sich nach dem Unfall vom 27. März zunächst auf „nicht schuldig“ bekannt.
Welche Erklärung der 50-Jährige nun abgeben wird, ist allerdings offen. Ein Dokument seines Anwalts Douglas Duncan bezeichnet den Termin als „plea conference“. Auch eine Einigung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft ist bislang nicht bestätigt. Die Anhörung soll um 8.30 Uhr Ortszeit vor Richter Darren Steele beginnen. Nach Angaben von Treasure Coast News ist Woods verpflichtet, persönlich zu erscheinen.
Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, Woods habe sein Fahrzeug unter dem Einfluss einer Substanz geführt und dabei einen Sachschaden verursacht. Zudem wird ihm vorgeworfen, einen rechtmäßigen Test auf andere Substanzen verweigert zu haben. Die Anklage steht im Zusammenhang mit dem Unfall auf Jupiter Island, wo Woods’ Land Rover mit einem Pickup und dessen Anhänger kollidierte.
Zusätzlich erhielt Woods eine Verkehrsanzeige wegen fahrlässigen Fahrens. Auch diese Angelegenheit soll am Mittwoch behandelt werden. Dafür wird in den Gerichtsunterlagen eine zivilrechtliche Strafe von 163 US-Dollar genannt.
Bei dem DUI-Vorwurf geht es nach den vorliegenden Informationen nicht um einen positiven Alkoholtest. Woods absolvierte im Gefängnis zwei Atemalkoholtests, die jeweils 0,00 ergaben. Einen Urintest zur Untersuchung auf andere Substanzen soll er dagegen abgelehnt haben.

Der Unfall ereignete sich am 27. März auf der South Beach Road im Bereich von Jupiter Island und Hobe Sound. Nach Darstellung der Ermittler soll Woods mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein und versucht haben, an einem Pickup mit angehängtem Arbeits- oder Reinigungsanhänger vorbeizufahren. Der Pickup soll zu diesem Zeitpunkt langsamer geworden sein, um abzubiegen.
Woods’ Fahrzeug touchierte den Anhänger, kam von der Straße ab und kippte auf die Fahrerseite. Der Golfstar war allein im Wagen und konnte das Wrack durch die Beifahrerseite verlassen. Nach den vorliegenden Berichten wurde niemand verletzt. Ein Unfallbericht beziffert den Sachschaden am anderen Fahrzeug beziehungsweise Anhänger auf rund 5.000 US-Dollar.
Woods erklärte den Beamten, er habe kurz vor dem Zusammenstoß auf sein Mobiltelefon geschaut und den Radiosender gewechselt. Deshalb habe er nicht bemerkt, dass das Fahrzeug vor ihm langsamer geworden sei. In der Bodycam-Aufnahme ist seine Schilderung mit den Worten dokumentiert: „Ich schaute auf mein Handy – und plötzlich: Bumm.“ Die Aussage gibt Woods’ eigene Version des Unfallmoments wieder. Sie stellt keine abschließende Feststellung zum Unfallhergang dar.
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Die Grundlage für den DUI-Vorwurf bilden nach den veröffentlichten Ermittlungsunterlagen vor allem die Beobachtungen der Beamten und Woods’ Verhalten bei den Übungen zur Überprüfung seiner Fahrtüchtigkeit. Die Ermittler beschrieben seine Augen als glasig und gerötet. Außerdem soll er stark geschwitzt haben, sich langsam und lethargisch bewegt haben und während der Untersuchung wiederholt Schluckauf gehabt haben.
Ein Beamter kam nach den Übungen zu dem Schluss, Woods’ „normale Fähigkeiten seien beeinträchtigt“ und er sei nicht in der Lage gewesen, das Fahrzeug sicher zu führen. Diese Einschätzung stammt aus der eidesstattlichen Erklärung der Ermittler und ist nicht mit einem rechtskräftigen Schuldspruch gleichzusetzen.
Die Berichte nennen außerdem zwei Hydrocodon-Tabletten, die laut Ermittlungsunterlagen bei Woods gefunden worden sein sollen. Hydrocodon ist ein verschreibungspflichtiges Opioid-Schmerzmittel. Woods soll auf die Frage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten geantwortet haben: „Ich nehme einige.“ Er habe angegeben, die Medikamente am Morgen des Unfalls eingenommen zu haben.
Aus diesen Angaben folgt jedoch nicht automatisch, dass Woods die Medikamente missbräuchlich eingenommen hat oder dass sie nachweislich die Ursache seiner möglichen Beeinträchtigung waren. Genau diese Frage ist Teil des Verfahrens.
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Die Staatsanwaltschaft beantragte im weiteren Verlauf Zugriff auf Woods’ Rezept- und medizinische Unterlagen. Die Verteidigung stellte sich gegen die Herausgabe und argumentierte, die private Information müsse zunächst auf ihre Relevanz für das Verfahren geprüft werden. Gerichte erlaubten später die Einsicht in bestimmte Unterlagen. Welche konkreten Erkenntnisse daraus gewonnen wurden, ist öffentlich bislang nicht vollständig bekannt.
Die medizinische Vorgeschichte des Golfstars spielt dabei eine besondere Rolle. Woods hat zahlreiche Rücken- und Beinoperationen hinter sich. In den Ermittlungsunterlagen wird diese Vorgeschichte im Zusammenhang mit der Durchführung der Fahrtüchtigkeitsübungen erwähnt. Sie erlaubt allerdings keine Aussage darüber, ob Woods zum Unfallzeitpunkt durch Medikamente beeinträchtigt war.
Woods reagierte wenige Tage nach seiner Festnahme mit einem persönlichen Statement. Er kündigte an, sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren. „Ich ziehe mich für eine gewisse Zeit zurück, um mich in Behandlung zu begeben und mich auf meine Gesundheit zu konzentrieren“, erklärte Woods.
Ein Gericht genehmigte ihm anschließend, für eine stationäre Behandlung ins Ausland zu reisen. Mehrere Berichte verorten diese Behandlung in der Schweiz. Nach seiner Rückkehr trat Woods im Juni bei der Travelers Championship erstmals wieder öffentlich auf. Fragen zum Unfall oder zum laufenden Verfahren beantwortete er dabei nicht.
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Eine „change-of-plea“-Anhörung kann dazu dienen, ein bisheriges Plädoyer formell zu ändern. Häufig steht ein solcher Termin im Zusammenhang mit Gesprächen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Aus der Bezeichnung des Termins lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Woods sich tatsächlich schuldig bekennen wird. Ebenso wenig ist bekannt, ob am Mittwoch bereits eine Strafe verhängt oder das Verfahren lediglich in die nächste Phase geführt wird.
Klar ist derzeit nur: Woods muss sich im Zusammenhang mit dem Unfall erneut vor Gericht erklären. Wie sein neues Plädoyer lautet, ob eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft besteht und welche juristischen Folgen sich daraus ergeben, soll die Anhörung zeigen.
Sportlich gehört Woods mit 15 Major-Siegen und 82 Erfolgen auf der PGA Tour zu den erfolgreichsten Golfern der Geschichte. Ein offizielles PGA-Tour-Turnier hat er seit Juli 2024 nicht mehr bestritten. Seine Rückkehr auf den Platz bleibt offen. Im Mittelpunkt steht zunächst jedoch der Termin vor dem Martin County Court.
02 Sep 2026
Tiger Woods muss nach seinem Autounfall im März 2026 für eine Anhörung erneut vor Gericht erscheinen. (Foto: Imago / Zuma Press Wire)