


Tiger Woods wird das US-Team beim Ryder Cup 2027 in Adare Manor nicht als Kapitän anführen. Nach einem Autounfall und der kurzzeitigen Festnahme zieht sich die Ikone vorerst komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Die PGA of America steht nun vor der Mammutaufgabe, ohne ihren größten Star für das Duell in Irland zu planen.
Was als ruhiges Wochenende in Florida geplant war, endete für Tiger Woods in einem persönlichen Desaster. Am 27. März verursachte der 50-Jährige in Jupiter Island einen Autounfall, bei dem der Wagen des 15-fachen Major-Siegers auf die Seite kippte. Zwar blieb Tiger Woods physisch weitgehend unverletzt, doch die juristischen Folgen wiegen schwer: Die Polizei nahm den 50-Jährigen wegen des Verdachts auf Fahren unter Einfluss von Rauschmitteln (DUI) fest.
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs wurden laut Polizeibericht zwei weiße Pillen gefunden, die als das Opioid Hydrocodon identifiziert wurden. Berichte über einen „lethargischen Zustand“ und „stark geweitete Pupillen“ zeichnen ein besorgniserregendes Bild vom Gesundheitszustand der Golf-Legende. In einer ersten Reaktion plädierte Tiger Woods über seine Anwälte auf „nicht schuldig“, kündigte jedoch zeitgleich an, sich zur stationären Behandlung in eine spezialisierte Klinik zu begeben.

Die Tragweite dieser persönlichen Krise wurde am Mittwoch amtlich: Die PGA of America bestätigte offiziell, dass Tiger Woods das Kapitänsamt für den Ryder Cup 2027 abgelehnt hat. In einer emotionalen Mitteilung hieß es seitens des Verbandes: „Wir zollen Tiger Respekt für die Priorisierung seiner langfristigen Gesundheit und bewundern den Mut, den es braucht, eine so persönliche Entscheidung zu treffen. Tiger hat uns mitgeteilt, dass er nicht als Kapitän des US-Ryder-Cup-Teams 2027 fungieren wird, und wir unterstützen seine Entscheidung vollumfänglich.“
Für die Organisation ist der Rückzug von Tiger Woods ein herber Schlag. Seit seinem Debüt 1997 sei er das Gesicht des US-Teams. Dennoch betont die PGA, dass man „in Gedanken und Gebeten“ bei ihm sei und auf seine „Kraft und Genesung“ hoffe.
Ein bemerkenswertes Detail im Fall Tiger Woods ist die richterliche Erlaubnis, die USA für die Therapie zu verlassen. Sein Anwalt Douglas Duncan betonte, dass die Privatsphäre des Golfstars in den USA wiederholt verletzt worden sei, was den Heilungsprozess massiv behindere. Ein „intensives, hochgradig individualisiertes Programm“ außerhalb der Reichweite der US-Medien sei nun die einzige Option, um Tiger Woods die nötige Ruhe für seine Rehabilitation zu ermöglichen.
Mit der Absage von Tiger Woods geraten die USA sportlich unter Zugzwang. Während Team Europa bereits zum dritten Mal in Folge auf die Kontinuität von Kapitän Luke Donald setzt, herrscht im US-Lager nun Ungewissheit. Experte und Ex-Ryder-Cup-Kapitän Paul McGinley äußerten sich bei Sky Sport UK skeptisch gegenüber einem sportlichen Comeback von Tiger Woods: „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass er jemals wieder ein Turnier gewinnt, geschweige denn ein Major.“
In der Gerüchteküche für die Nachfolge fallen nun Namen wie Stewart Cink, Webb Simpson oder auch der erfahrene Steve Stricker. Sogar eine Rückkehr von Keegan Bradley oder eine Außenseiter-Chance für den LIV-Rückkehrer Phil Mickelson werden diskutiert.
06 Apr 2026
Tiger Woods wird nicht Kapitän der USA beim Ryder Cup 2027 in Irland. (Foto: Imago / Panoramic by PsnewZ)