


Die Golfwelt hält den Atem an: Tiger Woods hat sich nach seinem schweren Autounfall in der vergangenen Woche erstmals persönlich zu Wort gemeldet. In seiner Erklärung kündigte die Sportikone einen unbefristeten Rückzug an, um sich in Behandlung zu begeben. Damit steht fest: Das Masters 2026 findet ohne seinen fünfmaligen Champion statt.
Nachdem es einige Tage ruhig um den 15-fachen Major-Sieger geblieben war, herrscht nun traurige Gewissheit. Über seine sozialen Kanäle ließ Tiger Woods verlauten, dass er sich vorerst komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen werde. „Ich kenne und verstehe den Ernst der Lage, in der ich mich heute befinde“, erklärte Tiger Woods in seinem Statement. „Ich ziehe mich für eine gewisse Zeit zurück, um mich in Behandlung zu begeben und mich auf meine Gesundheit zu konzentrieren. Dies ist notwendig, damit ich mein Wohlbefinden priorisieren und auf eine dauerhafte Genesung hinarbeiten kann.“
Tiger Woods betonte zudem, dass er entschlossen sei, zu einem späteren Zeitpunkt „gesünder, stärker und fokussierter“ zurückzukehren. Er bat die Öffentlichkeit um Privatsphäre für sich und seine Angehörigen.
Die nun veröffentlichten Protokolle des Martin County Sheriff’s Office zeichnen ein besorgniseregendes Bild des Unfalls vom 27. März 2026. Tiger Woods war am Freitagnachmittag auf Jupiter Island in seinem SUV unterwegs, als er versuchte, einen langsamer fahrenden LKW über eine doppelte gelbe Linie hinweg zu überholen. Dabei geriet das Fahrzeug in den Gegenverkehr, touchierte den LKW und überschlug sich auf die Fahrerseite.
Besonders brisant: Tiger Woods gab gegenüber den ermittelnden Beamten an, er sei durch sein Smartphone und das Bedienen des Radios abgelenkt gewesen. Ersthelfer mussten den Golfstar durch das Beifahrerfenster aus dem Wrack befreien. Während der andere Unfallbeteiligte unverletzt blieb, entstand am getroffenen Anhänger ein Sachschaden von rund 5.000 US-Dollar.
Lesen Sie hier die Details zum Unfall und der Festnahme von Tiger Woods.
Die eidesstattliche Erklärung der Polizei beschreibt den Zustand von Tiger Woods unmittelbar nach dem Crash als besorgniserregend. Die Beamten notierten, dass Woods „lethargisch und langsam“ reagiert habe und trotz laufender Klimaanlage im Streifenwagen stark schwitzte. Seine Augen seien glasig und die Pupillen stark geweitet gewesen. Zudem litt er während der gesamten Befragung unter anhaltendem Schluckauf.
Obwohl ein Atemalkoholtest einen Wert von 0,0 Promille ergab, fanden die Deputys in der Hosentasche von Tiger Woods zwei Pillen des starken Opioids Hydrocodon. Woods räumte ein, am Morgen „einige“ verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen zu haben – darunter offenbar Mittel gegen Bluthochdruck, Cholesterin und starke Schmerzen. Da er einen Urintest verweigerte, wurde er zusätzlich wegen der Missachtung rechtmäßiger Tests angeklagt.
Rechtlich hat die Verteidigung von Tiger Woods bereits erste Schritte eingeleitet. Sein langjähriger Anwalt Douglas Duncan reichte ein schriftliches Plädoyer auf „nicht schuldig“ ein und forderte ein Verfahren vor einem Schwurgericht. Tiger Woods verzichtete zudem auf sein persönliches Erscheinen bei der für April geplanten Anklageverlesung. Der nächste entscheidende Gerichtstermin ist für den 5. Mai 2026 angesetzt.
Die Auswirkungen auf den Turnierkalender sind immens. Masters-Vorsitzender Fred Ridley bestätigte, dass Tiger Woods nächste Woche nicht in Augusta sein wird. Damit verpasst er nicht nur das sportliche Geschehen, sondern auch die feierliche Eröffnung des von ihm mitgestalteten Kurses „The Patch“ sowie das prestigeträchtige Champions Dinner. Ridley betonte jedoch: „Seine Präsenz wird in Augusta dennoch spürbar sein.“
Auch in der Administration der PGA Tour hinterlässt das Fehlen von Tiger Woods eine Lücke. Er lässt seine Arbeit im „Future Competition Committee“ und im Vorstand der Tour bis auf Weiteres ruhen. PGA Tour CEO Brian Rolapp sicherte ihm volle Unterstützung zu und bezeichnete ihn als „einflussreichste Figur, die die Sportwelt je gekannt hat“.
Dieser jüngste Vorfall ist leider kein Einzelfall in der Karriere von Tiger Woods. Es ist bereits der vierte schwere Vorfall mit einem Fahrzeug seit dem Jahr 2009.
Lesen Sie hier eine ausführliche Beschreibung der Verletzungshistorie von Tiger Woods.
Experten und Weggefährten weisen darauf hin, dass Tiger Woods seit Jahren ein „Leben voller Schmerzen“ führt. Mit sieben Rücken-Operationen und über 20 Eingriffen am Bein scheint die Abhängigkeit von starken Schmerzmitteln der härteste Gegner zu sein, dem sich Tiger Woods jemals stellen musste. Die Golfwelt hofft nun, dass der Weg in die Klinik der erste Schritt zu einer echten, dauerhaften Heilung ist.
01 Apr 2026
Tiger Woods wird sich nach seinem Unfall und der Festnahme zunächst aus der Öffentlichkeit zurückziehen. (Foto: Imago / Zuma Press Wire)