


Das 100. Jubiläum des Genesis Invitational im ehrwürdigen Riviera Country Club hätte kein besseres Drehbuch schreiben können. Während der 26-jährige Jacob Bridgeman seinen ersten Sieg auf der PGA Tour feierte, erlebten die Fans eine emotionale Achterbahnfahrt: Rory McIlroy kämpfte mit seiner Konstanz, Scottie Schefflers historische Rekordserie ging zu Ende und die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden Zeugen spektakulärer Schlägen.
Hier finden Sie das gesamt Ergebnis des Genesis Invitational der PGA Tour.
Was als Triumphmarsch begann, entwickelte sich für Jacob Bridgeman zu einer mentalen Zerreißprobe. Mit einem komfortablen Vorsprung von sechs Schlägen in den Finaltag gestartet, baute der junge Mann aus South Carolina seine Führung frühzeitig sogar auf sieben Schläge aus. Doch die „Back Nine“ des Riviera Country Club zeigten ihre Zähne. Während die Verfolger Birdie um Birdie verbuchten, schrumpfte Bridgemans Polster nach Fehlern an der 16 und 17 auf einen hauchdünnen Schlag zusammen.
Am Ende war es ein drei Fuß (ca. ein Meter) langer Par-Putt an der 18, der den ersten Sieg bei einem Signature Event und ein Preisgeld von 4 Millionen Dollar besiegelte. Besonders emotional: Gastgeber Tiger Woods wartete persönlich am Grün. Bridgeman gab später zu, dass ihn nicht nur der Platz, sondern auch sein Idol nervös machte: „Ab Loch 16 konnte ich meine Hände kaum noch spüren. Dass Tiger dort wartete, machte es nicht einfacher – ich bin immer noch ehrfürchtig in seiner Gegenwart“, gestand der frischgebackene Champion, der nun die Führung im FedExCup übernimmt.
Für Rory McIlroy war es eine Woche des „Was wäre wenn“. Der Nordirre belegte mit 17 unter Par den geteilten zweiten Platz, nur einen Schlag hinter Bridgeman. Obwohl er am Sonntag eine furiose 67er-Runde ablieferte, suchte er die Schuld für den verpassten Sieg nicht im Finale.
Ein Highlight, das die Massen elektrisierte, war sein Birdie an der 12: Nach einem präzisen Schlag aus dem Bunker fand der Ball direkt den Weg ins Loch (siehe Video unten). Dennoch bilanzierte McIlroy kritisch: „Ich werde über die 27 Löcher von Samstagnachmittag bis Sonntagmorgen grübeln. Dort habe ich es versäumt, meine Chancen zu nutzen.“ Sein Ballstriking scheint jedoch rechtzeitig zum Florida-Swing wieder auf absolutem Elite-Niveau zu sein.
Die wohl beeindruckendste Konstanz im modernen Golf hat ein vorläufiges Ende gefunden. Nach 19 aufeinanderfolgenden Top-10-Platzierungen landete Scottie Scheffler in Los Angeles auf dem geteilten 12. Rang.
Ein desaströser Donnerstag (+3), bedingt durch widrige Wetterverhältnisse für die späten Startzeiten, war eine zu große Hypothek für den Weltranglistenersten. Trotz einer beeindruckenden Aufholjagd am Wochenende (66-65) und einem vorübergehenden Vorstoß in die Top 10, verdrängte ihn ein spätes Birdie der Konkurrenz noch vom Leaderboard der ersten Zehn. Scheffler gab sich gewohnt kämpferisch: „Ich bin kein Aufgeber. Die Bedingungen am Donnerstag waren ein reines Glücksspiel, aber meine Form stimmt.“
Neben dem Kampf um den Titel sorgten zwei spektakuläre Einzelschläge für tosenden Applaus. Max Greyserman gelang an der 14. Bahn (Par 3) das Kunststück eines Hole-in-one. Sein perfekt getroffenes Eisen landete auf dem Grün und tanzte direkt in den Cup – ein Moment, der ihm nicht nur einen neuen Genesis-SUV einbrachte, sondern auch für wohltätige Zwecke 25.000 Dollar generierte.
Fast zeitgleich lochte Tommy Fleetwood an der 15 aus 158 Metern zum Eagle ein – ein sogenannter „Slam Dunk“, bei dem der Ball den Boden nicht einmal berührte, bevor er im Loch verschwand.
23 Feb 2026
Jacob Bridgeman (links) gewinnt mit dem Genesis Invitational sein erstes Turnier auf der PGA Tour. (Foto: Imago)