


Der Bay Hill Club & Lodge ist bekannt für seine dramatischen Finalrunden, doch der Ausgang des Arnold Palmer Invitational 2026 wird als einer der emotionalsten in die Geschichte eingehen. Akshay Bhatia sicherte sich im Playoff gegen Daniel Berger nicht nur das berühmte rote Cardigan, sondern brach dabei auch einen langjährigen Rekord der PGA Tour.
Es war ein Moment, der Arnold Palmer selbst wohl ein stolzes Lächeln abgerungen hätte. Getreu Palmers legendärem Motto „You must play boldly to win“ (Man muss mutig spielen, um zu gewinnen), startete Akshay Bhatia am Sonntag eine Attacke, die am Vormittag noch völlig unrealistisch schien. Nach neun Löchern der Finalrunde lag der 24-jährige Kalifornier bereits fünf Schläge hinter dem souverän agierenden Daniel Berger zurück. Ein missglückter 30-Zentimeter-Putt an der neunten Bahn schien alle Hoffnungen zunichtezumachen – doch stattdessen wirkte dieser Fehler wie ein Katalysator.
Hier finden Sie das Endresultat des Arnold Palmer Invitationals 2026 der PGA Tour.
Was folgte, war eine Demonstration an Präzision und Nervenstärke. Bhatia startete die Back Nine mit vier Birdies in Folge und krönte seine Aufholjagd am Par-5 der 16. Bahn mit dem „Schlag seines Lebens“: Ein 6er-Eisen aus knapp 174 Metern landete nur einen Meter neben der Fahne und bereitete den Weg zum Eagle.
Dass Bhatia überhaupt im Playoff stand, verdankte er seinem außergewöhnlichen Kurzspiel. Laut ShotLink-Daten gewann er über die gesamte Woche 16,3 Schläge gegen das Feld im Bereich „Short Game“. Damit verbesserte er den bisherigen PGA-Tour-Rekord von Patrick Reed (15,0) aus dem Jahr 2020. „Ich konnte die Energie und den Buzz der Zuschauer spüren“, erklärte Bhatia später gegenüber der Presse, als er den Siegerscheck über 4 Millionen Dollar entgegennahm.
Doch hinter den nackten Zahlen verbarg sich eine zutiefst persönliche Mission. Bhatia widmete diesen Sieg seiner Nichte Mia, die im Dezember 2025 nach einem langen Kampf gegen eine seltene Stoffwechselerkrankung im Alter von nur sechs Jahren verstorben war. „Ich wusste, dass sie dieses Jahr auf mich aufpasst. Dieser Sieg war für sie“, zitierten ihn US-Medien sichtlich bewegt nach dem Erfolg. Für den jungen Profi, dessen Sieg zeitlich mit seinem eigenen Hochzeitstag zusammenfiel, war die Trophäe ein Zeichen der Hoffnung nach einer schweren Zeit der Trauer.
Für Daniel Berger bleibt die Arnold Palmer Invitational trotz eines Preisgeldes von 2,2 Millionen Dollar ein Turnier der verpassten Chancen. Nachdem er das Feld über drei Tage fast nach Belieben kontrolliert hatte, verließ ihn im entscheidenden Moment das Glück auf den Grüns. Ein Drei-Putt aus etwa zwei Metern im Playoff beendete seine Hoffnung auf den ersten Sieg seit 2021. Dennoch gab sich der 32-Jährige, der nach schweren Rückenverletzungen und einem Fingerbruch erst kürzlich auf die Tour zurückgekehrt war, kämpferisch: „Wenn man mir zu Beginn der Woche gesagt hätte, dass ich an der 18 eine Chance auf den Sieg in Bay Hill habe, wäre ich begeistert gewesen“, so Berger laut dem Portal Golf Channel. Als Trostpreis sicherte er sich die Qualifikation für die 154. Open Championship.
Abseits des Titelkampfes sorgte bereits am Samstag eine Hiobsbotschaft für Aufsehen: Der Weltranglistenzweite Rory McIlroy musste das Turnier vorzeitig beenden. Wie The Golf Channel berichtete, klagte der Nordire über Rückenkrämpfe, die er sich beim Aufwärmen zugezogen hatte. Mit Blick auf die anstehende Players Championship und das Masters im April entschied sich der Vorjahressieger von Augusta gegen ein Risiko. „Es war am besten, vorsichtig zu sein“, ließ McIlroy verlauten.
Mit seinem Sieg springt Akshay Bhatia in die Top 20 der Weltrangliste und festigt seinen Status als einer der kommenden Superstars der Tour. Hinter ihm teilten sich das schwedische Phänomen Ludvig Åberg und Cameron Young den dritten Rang bei 12 unter Par.
Das Turnier in Orlando hat einmal mehr bewiesen: In Bay Hill gewinnt nicht immer der Führende, sondern derjenige, der bereit ist, am mutigsten zu spielen.
09 Mar 2026
Akshay Bhatia gewinnt das Arnold Palmer Invitational 2026 der PGA Tour. (Foto: Imago / Icon Sportswire)