


Der Startschuss für die neue Tech-Golf-Liga WTGL rückt näher, doch eine Personalie sorgt für mehr Gesprächsstoff als die Technik selbst: Nelly Korda. Während namhafte Konkurrentinnen bereits ihre Verträge unterzeichnet haben, zögert das US-Aushängeschild. In einem aktuellen Gespräch mit dem Fachmagazin Golfweek macht die Olympiasiegerin deutlich, dass ihr das aktuelle Konzept der Liga nicht weit genug geht.
Die Kritik von Nelly Korda zielt vor allem auf die verpasste Integration ab. Anstatt eine rein weibliche Serie ins Leben zu rufen, hätte man die LPGA-Profis nach Meinung der US-Amerikanerin direkt in die bereits existierende Männer-Liga (TGL) von Tiger Woods und Rory McIlroy integrieren sollen.
Gegenüber Golfweek bezeichnete Nelly Korda die Entscheidung, die Geschlechter weiterhin getrennt antreten zu lassen, als eine Chance, die man „unfassbarerweise verpasst“ habe. Für die 27-Jährige wäre ein gemeinsames Format, in dem Männer und Frauen auf derselben Bühne und um das identische Preisgeld spielen, der entscheidende Hebel gewesen, um den Golfsport nachhaltig zu transformieren. Ein solches „Co-Modell" hätte ihrer Ansicht nach eine "revolutionäre" Signalwirkung für die gesamte Sportwelt gehabt.
Erfahren Sie hier mehr zur Gründung der WTGL und welche Stars zugesagt haben.

Trotz ihrer kritischen Haltung zum Format stellt Nelly Korda klar, dass sie das Projekt nicht ablehnt. Die Möglichkeit, das Damengolf auf einer neuen medialen Plattform zu präsentieren, sei dennoch ein durchweg positiver Schritt. Warum also fehlt ihre Unterschrift bisher?
Gegenüber der US-Presse erklärte Nelly Korda, dass sie momentan noch die logistischen Rahmenbedingungen sowie den zeitlichen Aufwand prüfe. Ihr Fokus liege aktuell voll auf der Vorbereitung für die klassische Tour-Saison. Da die Liga-Organisation hinter den Kulissen noch an Details feilt, möchte sich die Weltranglistenzweite erst in naher Zukunft festlegen. Damit bleibt eines der wichtigsten Zugpferde des Sports vorerst ein Unsicherheitsfaktor für die Vermarktung der WTGL.
Die WTGL verspricht ein völlig neues Fan-Erlebnis im SoFi Center in Florida. Mit riesigen Simulatoren, beweglichen Grüns und verkabelten Spielerinnen soll Golf massentauglicher werden. Namhafte Stars wie Lydia Ko oder Jeeno Thitikul sind bereits an Bord, ebenso wie prominente Investoren aus dem Umfeld von Fußball-Star Alex Morgan. Die Herren sind gerade in die zweite Saison der TGL gestartet. Nach deren Vorbild gestaltet sich auch die WGTL.
Die Debatte, die Nelly Korda angestoßen hat, wiegt schwer. Mike McCarley, der Kopf hinter TMRW Sports und Geschäftspartner von Tiger Woods und Rory McIlroy, betonte zwar das Interesse an zukünftigen gemischten Formaten, bleibt aber vorerst beim getrennten Modell.
Während die Entscheidung von Korda noch aussteht, hat die WTGL-Führung fast gleichzeitig zwei weitere hochkarätige Verpflichtungen bekannt gegeben. Mit Rose Zhang und der jungen Engländerin Lottie Woad stoßen zwei Spielerinnen zur Liga, die als Gesichter der nächsten Generation gelten.
Beide Athletinnen verbindet eine beeindruckende Erfolgsgeschichte: Sowohl Zhang als auch Woad konnten in der Vergangenheit die prestigeträchtige Augusta National Women’s Amateur gewinnen und feierten jeweils Siege bei ihrem Profi-Debüt auf der Tour. Dass die WTGL neben etablierten Größen wie Lydia Ko nun gezielt auf diese jungen Talente setzt, unterstreicht den Anspruch der Liga, eine Brücke zwischen Tradition und moderner Tech-Unterhaltung zu schlagen. Für die Vermarktung der Serie ist die Zusage von Rose Zhang ein wichtiger Meilenstein, auch wenn die Abwesenheit von Nelly Korda weiterhin die Schlagzeilen dominiert.
29 Jan 2026
Nelly Korda hat die Gründung der WGTL als verpasste Chance bezeichnet. (Foto: Imago)