


Ein Par-3-Platz im Fokus der weltweiten Golfszene: Top of the Rock in den idyllischen Ozark-Bergen (USA) ist weit mehr als nur eine gepflegte Anlage für das kurze Spiel. Der spektakuläre Kurs hält einen bis heute unerreichten Rekord in der Golfgeschichte: Zwischen 2014 und 2019 war er fester Austragungsort der Bass Pro Shops Legends of Golf at Big Cedar im Rahmen der PGA Tour Champions. Damit ist er der einzige Par-3-Platz weltweit, der je Teil eines offiziell von der PGA of America sanktionierten Profi-Events war.
Diese sportliche Relevanz überrascht kaum, wenn man einen Blick auf das hochkarätige Architekten-Duo wirft: Während Major-Legende Jack Nicklaus die neun einzigartigen Spielbahnen konzipierte, zeichnet kein Geringerer als Arnold Palmer für das Design der weitläufigen Übungsanlagen verantwortlich. Nach einer tiefgreifenden Überarbeitung durch Johnny Morris zwischen 2005 und 2014 präsentiert sich das Areal heute als landschaftliches Kunstwerk, das alle typischen Elemente der Ozarks vereint: dramatische Höhenunterschiede, schroffe Felsformationen, strategisches Wasser und Postkarten-Ausblicke.
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Der Platz fordert von den Spielern von der ersten Minute an höchste Konzentration und exakte Schlägerkontrolle. Schon der Auftakt an Bahn 1 (bis zu 171 Yards) gibt die Richtung vor: Vorbei an einer kleinen Kapelle schlägt man auf ein Grün, das beiderseits von mächtigen Bunkern und rauen Felsen eingerahmt wird. Richtig spektakulär wird es an der zweiten Bahn (maximal 114 Yards), die steil bergab führt. Wer hier den grandiosen Ausblick auf den See zu intensiv genießt und den Abschlag über das Ziel hinausjagt, verliert seinen Ball unaufhaltsam im dicht bewaldeten Abhang hinter dem Grün.
Bahn 3 stellt mit stolzen 202 Yards Carry über eine Senke sowie einem tückisch ondulierten Grün die sportliche Reifeprüfung der vorderen Rundenhälfte dar. Direkt vor der Terrasse des Clubhauses wartet an Bahn 4 (bis zu 191 Yards) ein anspruchsvoller Schlag über einen großen Teich, bei dem der erhebliche Höhenunterschied die Schlägerwahl massiv beeinflusst. Auch an Bahn 5 (maximal 123 Yards) regiert das Wasser: Nach einem präzisen Schlag über einen Teich muss der Ball auf dem quer angelegten Grün sofort zum Halten kommen, um nicht in den dahinter gelagerten Sandhindernissen zu verschwinden.
Durch ein enges Felsentor gelangt man schließlich zum absoluten Signature Hole der Anlage: Bahn 6 führt über maximal 121 Yards steil bergab auf ein echtes Inselgrün, das über eine Brücke im unverkennbaren Augusta-Stil erreichbar ist. Dasselbe Wasserhindernis verlangt auch an Bahn 7 (maximal 152 Yards) einen reinen Carry-Schlag über den Teich. Die vorletzte Bahn misst zwar 183 Yards und führt leicht bergauf, doch wer hier zu kurz bleibt, landet unweigerlich in einem riesigen Bunker samt markanter Grüninsel auf der rechten Seite.
Nun geht es nochmals bergauf zum furiosen Finale an Bahn 9 (bis zu 163 Yards). Man betritt den Abschlag durch ein imposantes, aus den Felsen der Region geformtes Tor und blickt direkt auf die Bergwelt und den weiten Table Rock See. Das finale Grün wird wie ein Inselgrün von sage und schreibe sieben Bunkern und einer wuchtigen Felswand begrenzt. Nervenstärke ist hier absolut Pflicht, denn die Bahn verliegt unmittelbar unter der Terrasse der Buffalo Bar – den finalen Putt absolviert man somit fast immer unter der kritischen und fachkundigen Beobachtung zahlreicher Restaurantbesucher.
Top of the Rock hat sich längst zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt, das auch abseits des Golfsports fasziniert. Nicht-Golfer nutzen das Areal gerne, um mit gemieteten Buggys einen spektakulären Rundweg durch die bizarren Felsformationen der Ozarks zu erleben. Weil Morris weiteres Land hinzukaufen konnte, wird der Canyon-Bereich vor dem Clubhaus aktuell sogar nochmals erweitert und neu gestaltet.
Ein absolutes Highlight für Traditionsbewusste findet allabendlich statt: Ein feierliches Sundowner-Event mit einem Dudelsackspieler und einem echten Kanonenschuss setzt ein stimmungsvolles Zeichen zum Sonnenuntergang – eine emotionale Hommage an Schottland als die wahre Heimat des Golfsports.
28 Jul 2026
Top of the Rock ist Teil des Big Cedar Resorts in den Ozark-Bergen. (Foto: Michael Althoff)
Impressionen vom Top of the Rock Golf Course. (Fotos: Michael Althoff)