


Tiger Woods ist erstmals seit seinem Verkehrsunfall im März wieder öffentlich auf einer Driving Range zu sehen gewesen. Bei einer Clinic im Liberty National Golf Club gab der 50-Jährige ein kurzes Update zu seinem Spiel. Eine Rückkehr in den professionellen Turniergolf kündigte er allerdings nicht an.
Tiger Woods hat wieder einen Golfschläger in der Hand. Der 15-malige Major-Sieger wurde am Dienstag, 15. September 2026, auf der Driving Range des Liberty National Golf Club in New Jersey gefilmt. Dort findet in dieser Woche der NEXUS Cup statt, ein von Woods’ TGR Foundation veranstaltetes Amateur-Team-Event.
Die Aufnahmen zeigen Woods bei einer Golf-Clinic vor Zuschauern und Medienvertretern. Er schlug mehrere Bälle und arbeitete dabei an unterschiedlichen Schlägen. Die PGA Tour veröffentlichte anschließend ebenfalls ein Video des Auftritts. Es ist die erste öffentlich dokumentierte Trainingseinheit auf einer Driving Range seit dem Verkehrsunfall, in dessen Folge Woods im März festgenommen worden war.
Während der Clinic wurde Woods nach dem aktuellen Stand seines Spiels gefragt. Seine Antwort fiel kurz, aber selbstbewusst aus: „Ich kann so ziemlich jeden Schlag spielen.“ Die Aussage fiel, nachdem der Moderator wissen wollte, wie Woods’ Golf aktuell vorankomme und wie viele Bälle er schlage.
Woods erklärte außerdem, dass er an diesem Tag etwas steif sei. Als Grund nannte er den geselligen Vorabend bei der Veranstaltung: „Heute bin ich ein wenig steif, weil wir gestern Abend natürlich alle Spaß hatten und zusammen unterwegs waren.“ Auch diese Aussage stammt aus der während der Clinic aufgezeichneten Gesprächssituation. Eine ausführliche Einschätzung zu seiner körperlichen Belastbarkeit oder seinem weiteren Trainingsplan gab Woods nicht ab.
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Der Auftritt in New Jersey ist ein ermutigendes Zeichen, aber keine Comeback-Ankündigung. Woods nannte weder ein konkretes Turnier noch einen Zeitplan für seine Rückkehr in den professionellen Golfsport. Zudem nahm er beim NEXUS Cup nicht als regulärer Wettkampfspieler teil.
Eine kurze Einheit auf der Driving Range lässt außerdem keine verlässliche Aussage darüber zu, ob Woods bereits wieder die Belastung eines professionellen Turniers bewältigen kann. Dazu gehören nicht nur das Schlagen der Bälle, sondern auch lange Wege über den Platz, vier aufeinanderfolgende Spieltage und die körperliche Beanspruchung eines Wettkampfs auf höchstem Niveau. Die Golfschläge selbst, hat Woods immer wieder betont, sind grundsätzlich kein Problem.
Die aktuelle Szene belegt daher vor allem eines: Tiger Woods spielt wieder Golf. Ob er auch wieder an offiziellen Turnieren teilnehmen wird, bleibt offen.
Woods’ Auftritt kommt knapp sechs Monate nach dem Unfall auf Jupiter Island in Florida. Nach seiner Festnahme hatte sich der Golfstar zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und erklärt, sich auf seine Gesundheit und eine Behandlung konzentrieren zu wollen. Mehrere Berichte verorteten die Behandlung in der Schweiz. Im Juni kehrte Woods in die USA zurück und trat bei der Travelers Championship erstmals wieder öffentlich auf. Über den Unfall und das laufende Verfahren sprach er damals nicht.
Nun ist erstmals seit dem Vorfall wieder zu sehen, wie Woods selbst Golfbälle schlägt. Für einen Spieler, dessen jüngere Karriere von erheblichen Rücken- und Beinproblemen sowie mehreren Operationen geprägt war, ist bereits dieser begrenzte Einblick sportlich relevant.
Woods hat seit dem Open Championship 2024 kein offizielles Profiturnier mehr bestritten. Bei der Veranstaltung im Royal Troon verpasste er den Cut. Seit seinem schweren Autounfall im Jahr 2021 war sein Turnierkalender bereits stark eingeschränkt gewesen. Dennoch gelang ihm in der Vergangenheit mehrfach die Rückkehr nach langen Verletzungspausen. 2019 gewann er das Masters, nachdem viele Beobachter bezweifelt hatten, ob er noch einmal ein Major-Turnier gewinnen könnte. Nach dem Unfall von 2021 kehrte er 2022 beim Masters in Augusta auf die große Turnierbühne zurück.
Der Auftritt beim NEXUS Cup erfolgte rund zwei Wochen nach dem Abschluss des juristischen Verfahrens im Zusammenhang mit dem März-Unfall. Woods hatte sich am 2. September in Florida im Rahmen einer Vereinbarung zu einem herabgestuften Vorwurf des rücksichtslosen Fahrens „no contest“ erklärt. Die ursprüngliche DUI-Anklage – der Vorwurf, ein Fahrzeug unter dem Einfluss einer Substanz geführt zu haben – wurde nicht durch eine entsprechende Verurteilung abgeschlossen.
Woods muss für fünf Jahre auf seine Fahrerlaubnis verzichten und insgesamt 1.500 US-Dollar an Geldstrafen zahlen. Eine Haftstrafe erhielt er im Rahmen der Vereinbarung nicht.
Die Bilder aus New Jersey dürften die Spekulationen über ein mögliches Comeback neu entfachen. Eine Entscheidung über Woods’ sportliche Zukunft lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Unklar ist weiterhin, ob er regelmäßig trainiert, welche körperlichen Ziele er verfolgt und ob eine Rückkehr zu einem offiziellen Turnier realistisch ist.
Für den Moment bleibt deshalb eine vorsichtige Einordnung: Tiger Woods ist wieder öffentlich auf der Driving Range zu sehen und kann nach eigener Aussage eine große Bandbreite an Schlägen spielen. Den nächsten Schritt zurück in den Turniergolf hat er damit aber noch nicht angekündigt.
16 Sep 2026
Tiger Woods hat erstmals seit seinem Unfall im März 2026 wieder öffentlich Golfbälle geschlagen. (Foto: Imago / Icon Sportswire)