


Was jahrelang wie ein Fluch wirkte, hat sich endgültig in eine Ära der Dominanz verwandelt. Rory McIlroy hat das US Masters 2026 gewonnen und damit ein Kapitel Golfgeschichte geschrieben, das ihn in den exklusivsten Zirkel des Sports erhebt.
Hier finden Sie das Leaderboard des US Masters 2026.
Als der letzte Putt aus kürzester Distanz am Sonntagabend im Loch verschwand, löste sich die Anspannung in einem Urschrei. Mit einem Gesamtergebnis von 12 unter Par sicherte sich der 36-jährige Nordire zum zweiten Mal in Folge das berühmte Green Jacket. Damit ist Rory McIlroy erst der vierte Spieler in der Geschichte des Turniers, dem eine erfolgreiche Titelverteidigung gelang – ein Kunststück, das zuvor nur Jack Nicklaus, Nick Faldo und Tiger Woods vollbracht hatten.
„Ich kann es kaum glauben“, gestand ein sichtlich bewegter McIlroy gegenüber CBS Sports. „Ich habe 17 Jahre auf mein erstes Green Jacket gewartet, und jetzt bekomme ich zwei hintereinander. Es fühlt sich an, als würde sich all meine Beharrlichkeit an diesem Ort endlich auszahlen.“
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Das US Masters 2026 wird vielen Fans als eines der spannendsten Turniere der letzten Jahre in Erinnerung bleiben. Dabei sah es zur Halbzeit nach einer einsamen Demonstration der Stärke aus. Am Freitagabend führte McIlroy das Feld mit sechs Schlägen Vorsprung an – der größte Vorsprung nach 36 Löchern in der Geschichte von Augusta. ESPN-Kommentator Scott Van Pelt verglich McIlroys Form mit „Zeus, der vom Olymp Blitze schleudert“.
Doch der Samstag erinnerte schmerzlich daran, wie unberechenbar dieser Platz sein kann. Mit einer 73er-Runde verspielte McIlroy sein Polster komplett und musste sich die Führung plötzlich mit dem US-Amerikaner Cameron Young teilen. Es folgten Nachtschichten auf der Driving Range und motivierende Nachrichten von Mentaltrainer Bob Rotella, um den Schwung für das große Finale zu stabilisieren.
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Am Finalsonntag schien der Traum zunächst zu platzen. Ein Double-Bogey an der 4 und ein weiteres Bogey an der 6 ließen McIlroy im Leaderboard zurückfallen. Routinier Justin Rose und Cameron Young nutzten die Schwächephase aus und übernahmen zeitweise die Spitze.
Die Wende brachten die Löcher 11 bis 13. Während Justin Rose im berüchtigten Amen Corner wertvolle Schläge verlor, agierte McIlroy mit kühler Präzision. Besonders sein Birdie an der 12 war ein Meilenstein. „Ich erinnerte mich an einen Rat von Tom Watson: Warte, bis du den Wind wirklich spürst, und schlag dann sofort zu“, erklärte McIlroy später. Er platzierte seinen Abschlag auf zwei Meter an die Fahne – der beste Schlag des Tages an diesem Loch.
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Während McIlroy an der Spitze kämpfte, startete die Nummer 1 der Welt, Scottie Scheffler, eine furiose Aufholjagd. Scheffler blieb am gesamten Wochenende ohne ein einziges Bogey – eine statistische Rarität beim US Masters. Mit einer 68 am Sonntag drängte er McIlroy bis zum Schluss, belegte am Ende aber mit nur einem Schlag Rückstand den alleinigen zweiten Platz (-11).
Das absolute Drama hob sich McIlroy für das letzte Loch auf. Sein Drive an der 18 segelte weit nach rechts in die Piniennadeln. Doch wie ein wahrer Champion rettete er aus dem Bunker heraus das Bogey, was exakt für den Sieg reichte. In den Armen seiner Frau Erica und Tochter Poppy feierte er einen Triumph, der ihn nun mit sechs Major-Titeln auf eine Stufe mit Sir Nick Faldo stellt.
Mit diesem Sieg beim US Masters 2026 hat McIlroy nicht nur seinen Status als bester Europäer der Gegenwart zementiert, sondern auch gezeigt, dass der Druck des „Career Grand Slams“ endgültig von ihm abgefallen ist. Paul McGinley (Golf Channel) bilanzierte treffend: „Viele dachten, der Grand Slam letztes Jahr wäre der Gipfel. Aber er hat sich neu erfunden.“
13 Apr 2026
Rory McIlroy gewinnt beim US Masters 2026 sein zweites Green Jacket in Folge. (Foto: Imago / EPA)