


Augusta National ist ein Ort der Traditionen und der strikten Etikette. Doch am Finalsonntag des US Masters 2026 wurde die ehrwürdige Stille von einem beispiellosen Wutausbruch erschüttert. Im Zentrum des Geschehens: Der spanische Ex-Champion Sergio García, der nicht nur sein Equipment, sondern auch fast seinen Ruf als Gentleman-Golfer zertrümmerte.
Es lief die Finalrunde am Sonntagvormittag, als die Stimmung am zweiten Loch (Par 5) kippte. Nachdem sein Drive gefährlich weit nach rechts in den Fairwaybunker abgedriftet war, verlor der 46-jährige Spanier komplett die Fassung. García drosch seinen Driver zweimal mit voller Wucht in den Boden der Teebox und hinterließ dabei tiefe Krater im heiligen Rasen von Augusta.
Doch damit nicht genug: Im Vorbeigehen zertrümmerte er seinen Schläger gegen eine metallene Kühlbox am Rand des Abschlags. Der Schaft knickte ein, der Schlägerkopf baumelte nur noch an einem Faden, bis García ihn schließlich eigenhändig abriss. Da die Beschädigung vorsätzlich und nicht im normalen Spielverlauf geschah, blieb die Tasche des Spaniers für die verbleibenden 16 Löcher ohne Driver – eine enorme Schwächung für den weiteren Verlauf beim US Masters 2026.
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Das Fehlverhalten blieb nicht ohne Konsequenzen. Erstmals in der langen Historie des Turniers griffen die Offiziellen zu einem neuen Instrument der Disziplinierung. Am vierten Loch wurde García von Geoff Yang, dem Vorsitzenden des Wettbewerbskomitees, abgefangen.
Wie die Associated Press und Yahoo Sports übereinstimmend berichteten, wurde García eine offizielle Verwarnung wegen Verstoßes gegen den Verhaltenskodex ausgesprochen. In dem neuen dreistufigen System des US Masters 2026 hätte ein zweiter Verstoß zwei Strafschläge und ein dritter die sofortige Disqualifikation nach sich gezogen. García selbst gab sich nach der Runde gewohnt verschlossen. Auf die Frage, was Yang ihm gesagt habe, antwortete er kurz angebunden: „Ich werde es Ihnen nicht sagen.“
Während die Greenkeeper damit beschäftigt waren, die Schäden an der zweiten Teebox eilig zu reparieren, bot sich den Zuschauern kurz darauf ein bizarres Bild. In einem Moment seltener Lockerheit schulterte García plötzlich das schwere Tour-Bag seines Mitspielers Jon Rahm. Da Rahms Caddie noch mit dem Harken des Bunkers beschäftigt war, half García kurzerhand aus.
Es war ein kurioser Kontrast: Ein frustrierter Ex-Champion, der Sekunden zuvor noch die Anlage demoliert hatte und nun als Hilfs-Caddie über das Fairway des US Masters 2026 stapfte. Rahm selbst äußerte später Mitgefühl für seinen Landsmann: „Es war nicht der einfachste Tag für ihn. Ich habe versucht, mit ihm zu reden, wenn ich konnte, um seine Stimmung ein wenig zu heben.“
Für Experten kommt dieser Ausbruch nicht völlig überraschend, doch die Intensität auf dieser Bühne war neu. Bereits bei der Open Championship 2025 hatte García einen Driver zerstört. Die Kritiker gehen hart mit ihm ins Gericht. ESPN-Experte Mike Greenberg stellte sogar das lebenslange Startrecht des Champions von 2017 infrage: „Eine lebenslange Einladung ist ein Privileg... Wenn dieser Respekt nicht erwidert wird, gibt es kein Gesetz, das besagt, dass ein ehemaliger Champion nicht gesperrt werden kann.“
García beendete das US Masters 2026 mit einer 75er-Runde und einem Gesamtergebnis von +8 auf dem geteilten 52. Platz. Sein Fazit fiel so trocken aus wie die Fairways in Augusta: „Schlechtes Golf. Schlechtes Wetter. Einfach schlechte Schläge.“ Ob der Spanier im nächsten Jahr erneut die Einladung nach Georgia erhält oder ob sein Verhalten beim US Masters 2026 langfristige Konsequenzen haben wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Dieser Finalsonntag wird als einer der dunkelsten Momente in Garcías ohnehin wechselhafter Karriere in die Geschichte eingehen.
13 Apr 2026
En Regel-Offizieller und ein Clubvertreter informieren Sergio Garcia über seine Verwarnung beim US Masters 2026. Foto: Imago / EPA)