


Der TaylorMade M2 Driver gilt vielen Golferinnen und Golfern als einer der besten Driver aller Zeiten. Rory McIlroy nennt ihn seinen Lieblingsschläger – gesteht aber, dass er ihn nicht mehr im Turnier einsetzen kann. Für Amateurgolferinnen und -golfer sieht die Sache anders aus: Der M2 ist auf dem Platz weiterhin erlaubt. Was hinter dem Kultstatus steckt, was die Technik leistet – und warum ein gebrauchter M2 auch 2026 noch eine ernsthafte Option sein kann.
Im Februar 2025 wurde Rory McIlroy bei der Genesis Invitational in Torrey Pines nach seinem Lieblingsschläger aller Zeiten gefragt. Die Antwort des viermaligen Major-Champions kam ohne langes Zögern: „Wahrscheinlich der M2 Driver. Ich stehe manchmal in meiner Garage und starre ihn an – und denke mir: Ich wünschte, ich könnte dich noch benutzen. Aber er ist an diesem Punkt wahrscheinlich illegal."
Ein Weltklassespieler, der seinen alten Schläger mit einer Mischung aus Nostalgie und Wehmut betrachtet – das ist kein gewöhnlicher Moment. Es ist ein Zeugnis dafür, was der TaylorMade M2 Driver in der Golfwelt hinterlassen hat.
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Der TaylorMade M2 Driver erschien Anfang 2016 – und er war von Beginn an anders als alles, was TaylorMade zuvor gebaut hatte. Der damalige Markttrend lautete: maximale Einstellbarkeit. Sliding Weights, verstellbare Hosel-Systeme, CG-Tracks in alle Richtungen. Das Flaggschiffmodell M1 war in dieser Hinsicht das komplexeste Produkt im TaylorMade-Portfolio.
Der M2 ging den entgegengesetzten Weg. TaylorMade strich das T-Track-Gewichtssystem des M1 komplett heraus – und gewann dadurch 15 Gramm "Discretionary Weight", das komplett tief und weit hinten im Schlägerkopf fixiert wurde. Das Ergebnis: ein Trägheitsmoment (MOI), das um 17 Prozent höher lag als beim M1 460 in seiner fehlerverzeihendsten Konfiguration. Weniger Einstellbarkeit, mehr Vergebung – und mehr Länge. In direkten Launch-Monitor-Tests produzierte der M2 messbar mehr Ballgeschwindigkeit als der M1, bei nahezu identischer Schlägerkopfgeschwindigkeit. Der Grund: Die fixe Gewichtsverteilung war für den durchschnittlichen Golfer schlicht besser abgestimmt als die variablen Einstellungen des M1.
Die Botschaft des M2 war klar: Nicht jede Golferin und jeder Golfer braucht einen Schläger, den er wochenlang neu konfigurieren kann. Manchmal braucht man einfach einen Driver, der zündet.
Das Herzstück des M2 ist die Speed Pocket in der Sohle – ein flexibler Schlitz, der die Schlagfläche beim Aufprall stärker federn lässt, insbesondere bei tief getroffenen Bällen. Genau dort, wo viele Golfer Länge verlieren, schützt der M2 die Ballgeschwindigkeit. Das Ergebnis ist ein hoher Abflugwinkel bei niedrigem Spin – die ideale Kombination für maximale Weite.
Die Carbon-Krone mit sechs Lagen Kohlefaser auf einem Titankörper folgt dem gleichen Prinzip: Gewicht sparen, um es dort einzusetzen, wo es wirkt. Zusammen mit dem fixierten Rückgewicht entsteht ein Schwerpunkt, der tief und weit hinten liegt – die physikalische Grundlage für Fehlerverzeihung und Ballflug.
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2017 überarbeitete TaylorMade den M2 grundlegend. Das wichtigste Update war die Geocoustic-Technologie: Eine neue, abgesenkte Sohlenform – zweistufig konturiert – ermöglicht eine größere Schlagfläche bei gleichzeitig verbesserter Fehlerverzeihung. Externe Schallrippen steuern aktiv die Vibrationsmuster im Schlägerkopf. Das Ergebnis ist ein deutlich satteres Aufprallgefühl und ein präziser klingender Ton – ohne das typische dumpfe Karbon-Geräusch der ersten Generation.
Technische Daten des 2017er M2: Loft-Sleeve mit 12 Einstellungen (±2 Grad), erhältlich in 9,5°, 10,5° und 12° – für Rechts- und Linkshänder. Als Sondermodell gibt es den M2 D-Type: eine Draw-Version mit fersenbetonter Gewichtung, erhöhtem Offset und aufrechterem Liegewinkel – entwickelt für Golferinnen und Golfer, die einen Rechtsdrall (Slice) korrigieren möchten.
Der 2017er M2 war es, mit dem Sergio García den Masters-Titel gewann. Justin Rose holte mit dem 2016er Modell bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille. McIlroy gewann 2016 die Deutsche Bank Championship, die Tour Championship und die Irish Open mit dem M2 im Bag.
Das ist die Frage, die seit McIlroys Aussage im Februar 2025 viele beschäftigt. Die Antwort erfordert eine kurze Erklärung der Physik.
Jeder Driver unterliegt einer Regelgrenze für den sogenannten COR-Wert (Coefficient of Restitution) – vereinfacht gesagt: den Trampolineffekt der Schlagfläche. R&A und USGA begrenzen diesen Wert auf maximal 0,83. Eine verwandte Messgröße ist die CT (Characteristic Time): Sie misst, wie lange der Ball im Kontakt mit der Schlagfläche bleibt. Der Grenzwert liegt bei 239 Mikrosekunden (mit einer Toleranz von 257 µs).
Diese Grenzwerte gelten für neue Schläger. Das Problem: Mit der Zeit und Benutzung wird die Titan-Schlagfläche eines Drivers minimal dünner und flexibler – der COR-Wert steigt dadurch über das legale Limit. Der Schläger wird buchstäblich durch Benutzung regelwidrig – weil er beim Älterwerden besser wird.
Genau das beschreibt McIlroys Situation: Ein M2, der jahrelang auf der PGA Tour und im Training eingesetzt wurde, dürfte die offiziellen Grenzwerte längst überschreiten.
Hier ist die entscheidende Unterscheidung: Für Amateure, die eine Runde Golf spielen, gelten diese Einschränkungen nicht automatisch. Die R&A/USGA-Konformitätsregeln betreffen in erster Linie:
Wer als Vereinsmitglied auf dem Platz mit Freundinnen und Freunden oder im normalen Clubturnier aufteet, darf mit einem M2 Driver spielen – auch mit einem älteren, viel benutzten Exemplar. Nur wer an Turnieren teilnimmt, bei denen ausdrücklich Conforming Equipment vorgeschrieben ist, sollte prüfen, ob der Schläger noch regelkonform ist.
Seit McIlroys Aussage ist das Interesse an gebrauchten M2-Drivern spürbar gestiegen. Und in vielen Fällen ist das durchaus berechtigt. Der M2 bietet:
Für Einsteigerinnen und Einsteiger und mittlere Handicapps ist ein gut erhaltener M2 eine ernstzunehmende Option. Wer hingegen bei Clubmeisterschaften oder offiziellen Turnieren antritt, sollte sicherstellen, dass sein Exemplar noch innerhalb der Toleranzgrenzen liegt – oder auf ein aktuelles konformes Modell zurückgreifen.
Ein Golfschläger-Fitting bleibt auch beim M2 empfehlenswert: Wer die richtigen Schaftoptionen wählt – TaylorMade bot über 30 Schäfte ohne Aufpreis an –, kann aus dem M2 bemerkenswert viel herausholen.
Ist der TaylorMade M2 Driver für Amateure noch legal? Ja – für normale Golfrunden und die meisten Clubturniere gilt keine Konformitätspflicht. Nur bei Wettbewerben, die ausdrücklich auf R&A/USGA-konforme Ausrüstung bestehen, kann ein stark benutzter M2 problematisch sein.
Warum sagte Rory McIlroy, der M2 sei „probably illegal"? Durch normalen Verschleiß wird die Titan-Schlagfläche minimal dünner, was den COR-Wert (Trampolineffekt) über den erlaubten Grenzwert steigen lässt. Bei einem jahrelang auf Profi-Niveau genutzten Exemplar ist das sehr wahrscheinlich.
Was ist der Unterschied zwischen M2 2016 und M2 2017? Das 2017er Modell brachte die Geocoustic-Technologie: eine neu geformte Sohle für eine größere Schlagfläche, externe Schallrippen für besseres Gefühl und Sound sowie eine dreifach aktivere Speed Pocket. Das 2016er Modell war der Wegbereiter, das 2017er die Verfeinerung.
Wofür steht „M2" bei TaylorMade? Das M steht für die M-Series, TaylorMades Hochleistungs-Driver-Familie. Der M2 war das fehlerverzeihendere Pendant zum M1, der stärker auf Einstellbarkeit und Spielerkontrolle ausgerichtet war.
Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten M2? Für Einsteiger und Golfer mit mittlerem Handicap: durchaus. Der M2 bietet auch heute noch sehr gute Fehlerverzeihung und Länge zu einem attraktiven Gebrauchtpreis. Ein professionelles Fitting hilft dabei, die richtigen Schaftoptionen zu wählen.
04 Jul 2026
Die TaylorMade M2 Metalwood Familie. Ist sie auch heute noch legal? (Foto:TaylorMade)