


Scottie Scheffler ist der neue Spitzenreiter der offiziellen Karriere-Preisgeldliste der PGA TOUR. Mit seinem Sieg bei der TOUR Championship in Atlanta und dem damit verbundenen Preisgeld von zehn Millionen US-Dollar erhöhte der 30-Jährige sein Karriere-Preisgeld auf 130.390.661 US-Dollar. Damit überholte Scheffler Tiger Woods, der die Rangliste seit Februar 2000 angeführt hatte.
Woods steht in der offiziellen Statistik bei 120.999.166 US-Dollar. Der Rekordwechsel ist deshalb bemerkenswert, weil Scheffler dafür bislang lediglich 22 PGA-TOUR-Siege benötigte. Woods gewann im Verlauf seiner Karriere 82 Turniere auf der PGA TOUR. Der neue Bestwert beim Scottie Scheffler Preisgeld ist damit zugleich ein Ausdruck seiner sportlichen Dominanz – und der stark gestiegenen Preisgelder im modernen Profisport.
Die TOUR Championship war für Scheffler der unmittelbare Auslöser für den Sprung an die Spitze der Geldrangliste. Der Weltranglistenerste startete in die Schlussrunde im East Lake Golf Club mit drei Schlägen Rückstand auf Viktor Hovland. Mit einer 66 und insgesamt 16 unter Par drehte er das Turnier und gewann schließlich mit drei Schlägen Vorsprung.
Scheffler sicherte sich damit zum zweiten Mal nach 2024 den FedExCup. Für die Einordnung des Rekords ist der Turnierverlauf jedoch vor allem deshalb relevant, weil das Siegerpreisgeld von zehn Millionen US-Dollar den entscheidenden Abstand zu Woods herstellte. Sportlich war es Schefflers 22. Sieg auf der PGA TOUR und der dritte Erfolg in der Saison 2026.
Die offizielle Geldrangliste der PGA TOUR führt Scheffler nun vor Woods und Rory McIlroy. Die folgende Übersicht zeigt die zehn bestplatzierten Spieler. Stand: 30. August 2026.
Scheffler liegt damit 9.391.495 US-Dollar vor Woods. Rory McIlroy folgt auf Rang drei und liegt rund 10,84 Millionen US-Dollar hinter dem neuen Spitzenreiter. Der Abstand zu Justin Rose auf Platz vier beträgt bereits mehr als 51 Millionen US-Dollar.
Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf das offizielle Preisgeld der PGA TOUR. Einnahmen aus Werbeverträgen, Sponsoring und persönlichen Geschäftsbeziehungen sind darin nicht enthalten. Auch der FedExCup-Bonus wird getrennt ausgewiesen: Scheffler erhielt zusätzlich 23 Millionen US-Dollar für seine Spitzenposition in der Saisonwertung. Dieser Betrag fließt nicht in die offizielle Karriere-Preisgeldliste ein.
Der Blick auf die Turniersiege macht deutlich, wie vorsichtig der neue Preisgeldrekord eingeordnet werden muss. Scheffler hat Woods bei den offiziellen Karriere-Preisgeldern überholt, obwohl zwischen beiden Spielern ein erheblicher Unterschied bei den Siegen besteht.
Scheffler kommt auf 22 Siege in 170 PGA-TOUR-Starts. Woods gewann 82-mal in 378 Starts und hält gemeinsam mit Sam Snead den Rekord für die meisten Siege auf der PGA TOUR. McIlroy steht bei 30 Erfolgen.
Die Zahlen sprechen nicht gegen Scheffler. Seine Siegquote ist für einen Spieler mit erst fünf Jahren seit dem ersten PGA-TOUR-Sieg außergewöhnlich hoch. Sie zeigt, dass sein Rekord nicht allein auf größeren Schecks beruht. Scheffler hat in kurzer Zeit eine bemerkenswerte Dichte an Siegen, zweiten Plätzen und Spitzenresultaten erreicht.
Gleichzeitig ist das Preisgeld kein direkter Maßstab für die sportische Größe einer Karriere. Woods gewann deutlich mehr Turniere und 15 Major Championships. Scheffler kommt aktuell auf vier Major-Siege. Der Vergleich von Preisgeld und Siegen beschreibt daher vor allem zwei unterschiedliche Dimensionen: die sportliche Bilanz und die wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen diese Erfolge erzielt wurden.
Der wichtigste Unterschied zwischen den Karrieren von Woods und Scheffler liegt in der Entwicklung der PGA TOUR. Während Woods seine erfolgreichsten Jahre in einer Phase deutlich niedrigerer Preisgelder spielte, stehen den besten Spielern heute wesentlich größere Ausschüttungen zur Verfügung.
Die TOUR Championship 2026 war mit 40 Millionen US-Dollar dotiert. Allein der Sieger erhielt zehn Millionen Dollar. Insgesamt gab es in der Saison 2026 laut den vorliegenden Daten 15 PGA-TOUR-Turniere mit einem Preisgeld von mindestens 20 Millionen US-Dollar. Während Woods' sportlicher Hochphase lag kein Turnierpreisgeld über zehn Millionen US-Dollar.
Schefflers Karriere zeigt, wie stark sich diese Entwicklung auf die Geldrangliste auswirkt. Er verdiente in der Saison 2026 mehr als 30 Millionen US-Dollar an offiziellem Preisgeld. In den vergangenen zwei Jahren kamen laut den vorliegenden Angaben rund 72,7 Millionen US-Dollar hinzu. Sein Karrierewert von 130,39 Millionen Dollar ist deshalb nominal eindeutig – aber nicht inflationsbereinigt und nicht unmittelbar mit Woods' damaligen finanziellen Rahmenbedingungen gleichzusetzen.
Der Rekord sagt somit nicht, dass Scheffler Woods' sportliche Karriere bereits übertroffen hat. Er zeigt vielmehr, dass ein dominanter Spieler der Gegenwart in einer deutlich lukrativeren Tour-Ära sehr viel schneller an die Spitze der Geldrangliste gelangen kann.
Scheffler selbst betrachtet den Rekord nicht als Niederlage für Woods. Vor der TOUR Championship verwies er auf den Einfluss, den Woods auf die Entwicklung des Golfsports und damit auch auf die Höhe der Preisgelder hatte.
„Der Grund, warum die Preisgelder heute so hoch sind, liegt im Einfluss und in der Wirkung, die Tiger auf den Golfsport hatte“, sagte Scheffler bei einer Pressekonferenz. Den Rekordwechsel wollte er deshalb nicht als das Brechen einer Bestmarke gegen Woods verstanden wissen: „Ich würde das deshalb nicht wirklich als einen Tiger-Rekord betrachten, der gebrochen wurde. Für mich zeigt es vielmehr eine der vielen positiven Auswirkungen, die er auf den Golfsport hatte.“
Woods gratulierte Scheffler anschließend mit einer Nachricht auf X. „Drei Siege, fünf zweite Plätze und am Saisonende die Nummer 1. Das sind Zahlen, auf die du stolz sein kannst. Unglaubliche Konstanz über die gesamte Saison. Glückwunsch zu einer historischen Saison, Scottie“, schrieb der 15-malige Major-Sieger.
Scottie Scheffler ist mit 130.390.661 US-Dollar der neue Spitzenverdiener der PGA TOUR. Er hat den fast 26 Jahre alten Rekord von Tiger Woods übernommen und seine ohnehin außergewöhnliche Saison mit dem zweiten FedExCup-Titel gekrönt.
Der Vergleich der 22 Siege mit Woods' 82 Erfolgen verhindert jedoch eine zu einfache Interpretation. Schefflers Preisgeldrekord ist das Ergebnis aus hoher sportlicher Konstanz, einer außergewöhnlichen Erfolgsserie und einer Preisgeldstruktur, die sich seit Woods' besten Jahren grundlegend verändert hat.
Scheffler steht damit nicht automatisch über Woods. Er steht aber an der Spitze einer neuen finanziellen Ära der PGA TOUR – und hat dort bereits eine Marke gesetzt, die künftige Generationen erst wieder einholen müssen.
01 Sep 2026
Scottie Scheffler hat Tiger Woods überholt und einen neuen Preisgeld-Rekord auf der PGA Tour aufgestellt. (Foto: Imago / Icon Sportswire)