


Scottie Scheffler hat die Tour Championship 2026 gewonnen und sich damit zum zweiten Mal den FedExCup gesichert. Der Weltranglistenerste machte in der Schlussrunde im East Lake Golf Club einen Rückstand von drei Schlägen auf Viktor Hovland wett. Mit einer 66 und insgesamt 16 unter Par setzte sich Scheffler am Ende mit drei Schlägen Vorsprung gegen den Norweger durch.
Für Scheffler war es der 22. Sieg auf der PGA TOUR und der dritte in dieser Saison. Zugleich schrieb der 30-Jährige Geschichte: Durch das Siegerpreisgeld von zehn Millionen US-Dollar überholte er Tiger Woods als erfolgreichsten Spieler der Tour bei den offiziellen Karriereeinnahmen.
Hier finden Sie das Leaderboard der Tour Championship der PGA Tour.
Hovland war als Führender in die Finalrunde gestartet. Scheffler musste deshalb von Beginn an Druck machen – und tat das bereits am zweiten Loch. Auf dem 211 Yards langen Par 3 schlug er ein 5er-Eisen bis auf rund fünf Zentimeter an die Fahne. Das Birdie war das erste Zeichen seiner Aufholjagd.
Am vierten Loch legte Scheffler nach. Ein Putt aus rund 24 Fuß fiel zum nächsten Birdie, der Rückstand war damit bereits verschwunden. Scheffler hatte Hovland eingeholt und das Turnier in eine direkte Auseinandersetzung verwandelt.
Dabei spielte East Lake am Sonntag deutlich anspruchsvoller als an den ersten drei Tagen. Der Wind nahm zu, der Platz wurde fester und die Landezonen wurden kleiner. Während der Rundenschnitt nach drei Tagen noch bei 67,35 Schlägen gelegen hatte, stieg er am Finaltag auf 70,07. Von den sechs Spielern an der Spitze blieb nur Scheffler unter Par.
Scheffler blieb auch dann im Turnier, wenn ihm nicht jeder Schlag gelang. Auf der siebten Bahn unterlief ihm nach einem schwierigen Schlag aus dem Grünbunker ein Bogey. Seine Antwort folgte sofort: Aus 96 Yards spielte er den Ball auf sieben Fuß an die Fahne und verwandelte den Birdie-Putt.
Auf der zehnten Bahn zog Scheffler mit einem weiteren Birdie wieder mit Hovland gleich. Am 13. Loch übernahm er nach einem Wedge aus 117 Yards bis auf fünf Fuß erstmals allein die Führung. Zwar gab er den Schlag an der 14 wieder ab, doch Hovland konnte daraus keinen Vorteil ziehen.
Die entscheidende Szene folgte an der 16. Schefflers Abschlag landete im Fairwaybunker. Wieder machte der Amerikaner aus einem möglichen Rückschlag eine Chance: Seine Annäherung blieb elf Fuß neben dem Loch liegen, der Putt zum Birdie fiel. Scheffler führte nun mit zwei Schlägen.
Hovland verpasste auf den hinteren neun Löchern mehrere wichtige Putts. An der 17 schlug er seinen Annäherungsschlag aus 103 Yards über das Grün hinaus ins tiefe Rough und musste ein Bogey hinnehmen. Damit war die Entscheidung praktisch gefallen. Scheffler spielte die letzten Löcher kontrolliert zu Ende.
„Man muss ihm zugutehalten, dass er dann abliefert, wenn es darauf ankommt. So gewinnt man Golfturniere – und so hat er schon so viel gewonnen“, sagte Hovland anschließend über seinen Konkurrenten.
Hier finden Sie die Tabelle mit der Preisgeldverteilung der Tour Championship 2026.
Scheffler beendete das Turnier mit 264 Schlägen über 72 Löcher. Hovland wurde mit drei Schlägen Rückstand Zweiter, Ryan Gerard belegte Rang drei. Für Scheffler war es nach 2024 der zweite FedExCup-Titel. Damit gehört er neben Tiger Woods und Rory McIlroy zu den bislang nur drei Spielern, die den Saisonpreis der PGA TOUR mehrfach gewonnen haben.
Der Sieg verändert zugleich die Einordnung seiner Saison. In der regulären Spielzeit hatte Scheffler nur ein Turnier gewonnen. Zwar sammelte er fünf zweite Plätze und zahlreiche weitere Top-Platzierungen, doch gemessen an seinen eigenen Maßstäben blieb der Eindruck, dass er nicht seine dominanteste Saison spielte. Andere Spieler gewannen häufiger, Wyndham Clark holte zudem den US-Open-Titel.
Scheffler gab die Antwort in den Playoffs. Er gewann zwei der drei Turniere und setzte sich nun auch im wichtigsten Finale durch. „Wenn man auf die Saison zurückblickt, bin ich besonders stolz darauf, dass ich nach schwierigen Starts weitergekämpft und mir trotzdem Chancen auf Siege erarbeitet habe“, sagte Scheffler.
Der fünfte Titel als PGA TOUR Player of the Year in Folge ist damit wahrscheinlicher geworden, aber noch nicht offiziell entschieden. Über die Auszeichnung stimmen die Spieler ab. Scheffler hat seine Argumente in East Lake jedoch erheblich gestärkt.
Noch weitreichender ist die Bedeutung des Sieges für Schefflers Platz in der Geschichte der PGA TOUR. Mit den zehn Millionen US-Dollar für den Erfolg stiegen seine offiziellen Karriereeinnahmen auf 130.390.661 Dollar. Damit liegt er vor Tiger Woods, der in seiner PGA-TOUR-Karriere 120.999.166 Dollar an Preisgeld sammelte. Rory McIlroy folgt mit rund 119,5 Millionen Dollar auf Rang drei.
Der Vergleich muss eingeordnet werden: Die Preisgelder auf der PGA TOUR sind heute deutlich höher als während Woods' erfolgreichster Jahre. Scheffler benötigte deshalb nur 22 Siege, um den Einnahmenrekord zu übernehmen; Woods kommt auf 82 Siege auf der PGA TOUR. Der Rekord misst also nicht, wer die größere sportliche Karriere vorzuweisen hat. Er zeigt aber, wie schnell Scheffler sportliche Erfolge und finanzielle Spitzenwerte miteinander verbindet.
Hinzu kommt, dass Scheffler den Rekord nicht mit einem bloßen Verwalten seiner Ausgangsposition holte. Anders als bei seinem FedExCup-Sieg 2024 startete er diesmal mit Rückstand und erzielte zugleich den niedrigsten tatsächlichen Score des Turniers. Das war für ihn von besonderer Bedeutung. „Ein echtes Turnier zum Abschluss des Jahres zu haben, bei dem ich der Sieger und der Spieler mit dem niedrigsten Score in East Lake bin, fühlt sich nach einer etwas größeren Leistung an“, sagte Scheffler.
Schefflers Saison 2026 war von Konstanz, aber auch von Rückschlägen geprägt. Beim BMW Championship trat er trotz einer Hand-, Fuß- und Munderkrankung an und kämpfte sich noch zu einem geteilten zwölften Platz. In East Lake zeigte sich erneut, was seine Karriere zunehmend prägt: Er bleibt auch dann handlungsfähig, wenn die Bedingungen schwieriger werden oder ein Schlag nicht gelingt.
„Ich möchte mir am Ende meiner Karriere sagen können, dass ich alles getan habe, was ich konnte“, erklärte Scheffler. Dieser Anspruch beschreibt den Ausgang der Tour Championship vielleicht besser als jede Statistik. Der Weltranglistenerste war 2026 nicht in jeder Woche überragend. In der Woche, in der der FedExCup entschieden wurde, war er jedoch der Spieler, der unter Druck am verlässlichsten blieb.
Der zweite FedExCup ist deshalb mehr als ein weiterer Titel. Er bestätigt Schefflers Stellung an der Spitze der PGA TOUR, verschiebt den Karriereeinnahmen-Rekord und liefert zugleich einen weiteren Beleg für seine Fähigkeit, eine Saison im entscheidenden Moment zu seinen Gunsten zu wenden.
31 Aug 2026
Scottie Scheffler gewinnt die Tour Championship 2026 der PGA Tour und damit auch zum zweiten Mal den FedEx Cup. (Foto: Imago)