


Die Travelers Championship 2026 hat nach 72 Löchern noch keinen Sieger. Ein heftiges Gewitter unterbrach das Finale auf dem TPC River Highlights in Cromwell, Connecticut, und verhinderte eine Entscheidung noch am Sonntag. Weltranglistenerster Scottie Scheffler und der Norweger Viktor Hovland treffen am Montagmorgen um 9:00 Uhr ET (15 uhr MESZ) im Sudden-Death-Playoff aufeinander – beide schlossen die regulären 72 Löcher mit 21 unter Par (259) ab.
Hier finden Sie das Leaderboard der Travelers Championship 2026.
Nach vier Tagen hochklassigem Golf auf dem TPC River Highlands steht fest: Ein reguläres Ergebnis gibt es nicht. Scheffler und Hovland trennten sich nach 72 Löchern mit identischen Scorecards – beide bei 21 unter Par. Den entscheidenden Putt lieferte Scheffler auf dem abschließenden 18. Loch: Der Weltranglistenerste versenkte einen Par-Putt aus knapp 2,7 Metern und rettete sich damit ins Playoff. Ein weiter Birdie-Versuch von über acht Metern war zuvor noch am Loch vorbeigegangen.
Dahinter landete Collin Morikawa mit einer bravourösen Schlussrunde von 61 Schlägen (neun unter Par) auf dem dritten Platz bei 20 unter Par – er war der einzige Spitzenkandidat, der seine Runde noch vor der Gewitterunterbrechung abschließen konnte. Matt Fitzpatrick belegte mit einer 64er-Runde den vierten Rang bei 19 unter Par. US-Open-Champion Wyndham Clark und Akshay Bhatia teilten sich mit 18 unter Par den fünften Platz.
Was sich am Sonntagnachmittag über dem Bundesstaat Connecticut zusammenbraute, sollte das Turnier nachhaltig prägen. Um 17:57 Uhr Ortszeit unterbrach der Veranstalter das Spiel wegen Blitzgefahr – das letzte Duo, Scheffler und Hovland, befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade auf dem Weg zum 14. Abschlag, hatte also erst 13 der 18 Löcher absolviert. Insgesamt fielen 1,12 Zoll Regen, die Grüns wurden aufgeweicht und die Bedingungen nach der Wiederaufnahme um 19:20 Uhr ET erschwert.
Das Publikum allerdings ließ sich von den Unwettern nicht vertreiben. Hunderte Fans harrten auf dem Kurs aus – darunter eine lautstarke norwegische Fangruppe, die mit Fahnen und Gesängen deutlich an eine Fußball-WM-Atmosphäre erinnerte. Eine besondere Anekdote lieferte ein Zuschauer, der sich in einer riesigen Regenlache auf dem Rasen fallen ließ und einen „Schneeengel" formte – zur Begeisterung der umstehenden Menge.
Vor der Unterbrechung hatte Scheffler das Geschehen fest im Griff. Mit einem Birdie auf dem Par-5-13. Loch aus rund zwölf Metern zog er auf 21 unter Par davon und führte mit zwei Schlägen Vorsprung. Die Pause jedoch brachte eine Wende.
„Die Bedingungen waren nach dem Neustart völlig anders. Es war schwer einzuschätzen, wie der Ball aus dem nassen Gras kommen würde. Dann wurde es auch noch schnell dunkel", sagte Scheffler nach der Runde.
Hovland nutzte die Unterbrechung als mentalen Neustart. Bereits auf Loch 14 lochte er einen Birdie-Putt aus dem Grünrand und verkürzte auf 20 unter. Auf dem kurzen Par-4-15. Loch – nur 298 Yards lang und damit potenziell mit dem Driver erreichbar – spielten beide einen Fairway-Holz auf die Fahne. Scheffler verfehlte das Grün knapp, chippte aber präzise auf unter 2,5 Meter und rettete den Par. Hovland hingegen spielte einen exzellenten Chip und versenkte den Birdie-Putt aus knapp 1,2 Metern – Gleichstand bei 21 unter.
Loch 17 bot Scheffler die Chance zur erneuten Führung: Ein glänzender Annäherungsschlag aus 173 Metern legte den Ball auf rund 3,3 Meter ans Loch – doch der Birdie-Putt küsste den Rand und blieb draußen. So gingen beide Spieler auf das abschließende 18. Loch gleichauf.
Dort hatte zunächst Hovland die bessere Ausgangsposition: Er traf die Fairwaymitte, während Scheffler seinen Abschlag in den Rough rechts schoss. Hovland spielte eine Pitching Wedge auf gut sieben Meter, Scheffler aus schwierigerer Lage ebenfalls auf Schlagdistanz. Es kam zum Showdown: Scheffler puttete aus 8,2 Metern weit am Loch vorbei. Hovland hatte nun aus 7,3 Metern die Chance auf den Turniersieg – doch sein Putt blieb knapp vor dem Loch. Scheffler musste seinen Rückkehrer aus 2,7 Metern versenken, um sich ins Playoff zu retten. Er tat es – und feierte mit einem seltenen Fausthieb in die Luft.
Scheffler zeigte sich nach dem Abend erleichtert, aber nüchtern. „Es ist schön, diese Putts zu versenken und sich im Turnier zu halten. Es macht mehr Spaß, wenn man die Putts einlocht, die einen gewinnen lassen – aber sich im Spiel zu halten ist auch nicht schlecht. Ich lebe einen weiteren Tag bis morgen und werde früh rausgehen und sehen, was ich tun kann", sagte der Weltranglistenerste.
Hovland zollte seinem Kontrahenten nach dem 18. Loch Respekt: „Man sieht, warum er die Nummer eins der Welt ist – dieser Putt auf dem letzten Loch. Ich werde morgen alles geben müssen." Gleichzeitig zeigte sich der Norweger zuversichtlich: „Ich habe diese Woche viel gutes Golf gespielt, also fühle ich mich ziemlich gut. Natürlich hätte ich es lieber noch in der Regulation entschieden, aber die Chance zu haben, morgen zu gewinnen – das fühlt sich gut an."
Über seinen schwierigen Tagesverlauf vor der Unterbrechung war Hovland selbstkritisch: „Zum Tagesstart hätte ich mir wohl etwas mehr erhofft als ein Unter Par. Ich war in einem schlechten Rhythmus, hatte einige gute und einige schlechte Schläge und fand keinen Flow. Daher war es schön, komplett vom Platz zu gehen, den Kopf freizubekommen – danach fühlte ich mich deutlich besser."
Am Montagmorgen um 9:00 Uhr ET wird auf dem 18. Loch des TPC River Highlands der Sieger der Travelers Championship 2026 ermittelt. Das Format ist klar: Sudden Death – wer zuerst ein Loch gewinnt, holt den Titel. Sollte das 18. Loch kein Ergebnis bringen, wird es so oft wiederholt, bis eine Entscheidung fällt. Übertragen wird das Playoff auf Golf Channel sowie per Livestream auf Peacock und der NBC Sports App.
Für Scheffler wäre es der 21. Sieg auf der PGA Tour – und der erste seit The American Express zu Jahresbeginn 2026. Seine Playoff-Bilanz steht bei ausgeglichenen 2:2, wobei er das Travelers selbst 2024 bereits im Playoff gegen Tom Kim gewann. Hovland hingegen hat bislang alle seine PGA-Tour-Playoffs gewonnen (1:0) – seinen bislang letzten Turniersieg feierte er bei der Valspar Championship 2025.
Jenseits des reinen Sportlichen steht dieses Playoff für zwei höchst unterschiedliche Karrierenarrative. Scheffler ist seit Beginn der Saison 2024 das Maß aller Dinge im Weltgolf – 14 Siege in gut zwei Jahren, vier Major-Titel, unangefochten die Nummer eins der Welt. Zuletzt blieb ein Turniersieg jedoch aus, und die Frage, ob er seinen Rhythmus zum entscheidenden Moment abrufen kann, begleitet ihn in das Playoff.
Hovland hingegen steckte lange in einer Formkrise: Schlagprobleme, Schwung-Umstellungen, ein langer Weg zurück. Die Travelers Championship 2026 zeigte nun aber eindrücklich, dass der Norweger zu seiner besten Form zurückgefunden hat. Als letztes Signature Event der PGA-Tour-Saison bietet das Turnier die ideale Bühne für eine mögliche Rückkehr auf die Siegerstraße.
Zwei Spieler, ein Loch, eine Trophäe – Cromwell, Connecticut, bekommt am Montagmorgen seine Entscheidung.
29 Jun 2026
Scottie Scheffler und Viktor Hovland kämpfen am Montag im Playoff um den Titel der Travelers Championship der PGA Tour. (Foto: Imago / Ion Sportswire)