


Bereits letzte Woche hat die PGA of America das Teilnehmerfeld für die 108. PGA Championship veröffentlicht. 154 Spieler standen fest, zwei letzte Plätze wurden am Wochenende bei der Truist Championship und der Myrtle Beach Classic vergeben. Gespielt wird vom 14. bis 17. Mai im Aronimink Golf Club in Newtown Square, Pennsylvania — vor den Toren Philadelphias.
Es ist das einzige Major-Turnier, das ausschließlich Profis vorbehalten ist. Keine Amateure, kein Monday Qualifying. 156 Spieler, ein Cut nach Runde zwei, 750 FedEx-Cup-Punkte und 100 Weltranglistenpunkte für den Sieger. Und ein Feld, das die Bruchlinien des modernen Golfsports so deutlich abbildet wie kaum ein anderes Turnier in diesem Jahr.
Hier finden Sie Leaderboard und Tee Times der PGA Championship 2026.
Scottie Scheffler kehrt als amtierender Champion nach Aronimink zurück. Der Texaner, der die Weltrangliste anführt, hat in dieser Saison die Truist Championship ausgelassen, um sich gezielt auf die Titelverteidigung vorzubereiten. Scheffler hat in den vergangenen drei Jahren vier Major-Titel gewonnen und gilt erneut als Topfavorit.
Der Name, der am meisten auffällt, steht nicht auf der Liste. Tiger Woods besitzt als vierfacher PGA-Champion eine lebenslange Startberechtigung, doch er wird zum zweiten Mal in Folge bei einem Major 2026 fehlen — nach den Masters im April. Der Hintergrund ist bekannt: Im März wurde Woods in Florida wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet, nachdem er in einen weiteren Autounfall verwickelt war. Er plädierte auf nicht schuldig, kündigte aber an, sich „in Behandlung zu begeben und auf seine Gesundheit zu konzentrieren". Derzeit befindet er sich in einer stationären Rehabilitation in der Schweiz.
Es ist eine Zäsur. Woods hat die PGA Championship zwischen 1999 und 2007 viermal gewonnen. Dass sein Name nun zum zweiten Mal in Folge fehlt, unterstreicht, wie weit sich seine Situation vom Wettkampfgolf entfernt hat.
Auch der zweite große Name der vergangenen Jahrzehnte fehlt — allerdings unter anderen Umständen. Mickelson, PGA-Champion von 2005 und 2021, stand zunächst auf der am Dienstag veröffentlichten Feldliste. Doch nur Stunden später zog er sich zurück und verwies auf eine familiäre Gesundheitsangelegenheit. Mickelson hat in der laufenden LIV-Saison nur ein einziges Event bestritten. LIV-CEO Scott O'Neil kommentierte den Rückzug zurückhaltend: „Ich möchte einfach sehr sensibel damit umgehen."
Mickelson wurde durch Max Homa ersetzt, der beim Masters im April den geteilten neunten Platz belegt hatte und als erster Nachrücker bereitstand.
Die PGA Championship bleibt das Major, bei dem die Grenzen zwischen den Touren am durchlässigsten sind. Mehrere LIV-Spieler sind über ihre Status als ehemalige Major-Sieger oder über Weltranglistenplatzierungen qualifiziert:
Besonders bemerkenswert ist die Sondereinladung für Dustin Johnson. Der zweifache Major-Sieger hätte sich über seine aktuelle Form nicht qualifiziert, doch die PGA of America lud ihn gesondert ein. Damit bleibt Johnsons Serie von 69 aufeinanderfolgenden Major-Teilnahmen intakt — ein Rekord, den die Veranstalter offenbar schützen wollten.
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Neben Scheffler drängen sich mehrere Namen auf:
Rory McIlroy reist als frisch gekrönter Masters-Champion 2026 an. Der Nordire, Nummer zwei der Weltrangliste, hat in Augusta gezeigt, dass er die großen Momente wieder für sich entscheiden kann. Die PGA Championship hat er 2012 und 2014 gewonnen — Aronimink wäre sein dritter Titel.
Xander Schauffele gewann die PGA Championship 2024 und ist bei diesem Turnier konstant stark: In Quail Hollow wurde er 2023 und 2024 jeweils Zweiter. Er gehört zur absoluten Spitzengruppe.
Collin Morikawa, PGA-Champion 2021, spielt eine solide Saison und hat die Erfahrung, auf anspruchsvollen Plätzen zu bestehen. Zuletzt hatte der Amerikaner aber wochenlang mit Rückenproblemen zu kämpfen.
Hideki Matsuyama, Viktor Hovland, Ludvig Åberg, Tommy Fleetwood, Cameron Young und Sahith Theegala komplettieren eine Gruppe von Spielern, die jederzeit ein Major gewinnen können. Besonders Young spielt eine starke Saison und hat in dieser Saison bereits zwei Titel auf der PGA Tour gewonnen.
Auch Jordan Spieth ist im Feld — für ihn wäre ein Sieg bei der PGA Championship der letzte fehlende Baustein zum Karriere-Grand-Slam. Seine Form war zuletzt zwar verbessert, aber von Major-Siegen war er zuletzt weit entfernt.

Eine Besonderheit der PGA Championship: 20 Startplätze gehen an Club Professionals, die sich über die PGA Professional Championship in Bandon Dunes qualifiziert haben. Sieger Jesse Droemer führt die Gruppe an. Fan-Liebling Michael Block, der 2023 in Oak Hill mit einem geteilten 15. Platz für Furore sorgte, ist zum fünften Mal in Folge dabei. Für die meisten dieser Spieler ist allein die Teilnahme der Höhepunkt ihrer Karriere — doch Block hat gezeigt, dass auch ein Club Pro für Schlagzeilen sorgen kann.
Der Aronimink Golf Club wurde 1896 gegründet und gehört zu den traditionsreichsten Anlagen der amerikanischen Ostküste. Der von Donald Ross entworfene und später von Gil Hanse überarbeitete Platz hat zuletzt 2018 das BMW Championship der PGA Tour ausgetragen. Er gilt als technisch anspruchsvoll, mit engen Fairways, schnellen Grüns und einer Platzführung, die Präzision belohnt.
Die Teilnehmerliste der PGA Championship 2026 ist mehr als eine Aufzählung von Namen. Sie ist ein Abbild der Machtverhältnisse im Golfsport: LIV-Spieler, die über historische Exemptions ins Feld kommen. Ein Dustin Johnson, der eine Sondereinladung braucht, um seine Serie zu retten. Ein Tiger Woods, der in einer Schweizer Klinik sitzt, während sein Name auf keiner Startliste mehr auftaucht. Und mittendrin ein Scottie Scheffler, der in aller Ruhe seinen Titel verteidigt. Oder fährt ihm jemand in die Parade?
Am 14. Mai wird abgeschlagen. Bis dahin kann sich das Feld noch verändern — aber die Geschichte, die es erzählt, steht bereits fest.
11 May 2026
Scottie Scheffler tritt bei der PGA Championship 2027 als Titelverteidiger an. (Foto: Imago / Zuma Press)