


LIV Golf wirbt um rund 300 Millionen US-Dollar von Private-Equity- und strategischen Investoren, während ihr saudischer Geldgeber PIF (Saudischer Staatsfond) zum Saisonende 2026 aussteigt. Das UK-Event im JCB Golf & Country Club am 23. Juli soll wie geplant stattfinden – doch das Finanzierungsbild wird mit jeder Woche enger.
Die Suche läuft unter einem umgebauten Aufsichtsgremium: Mit Gene Davis und Jon Zinman wurden zwei auf Insolvenzfragen spezialisierte Manager als unabhängige Direktoren berufen. Front Office Sports berichtete die Details am 12. Juli und nannte sowohl das Kapitalziel als auch die Zusammensetzung des neuen Ausschusses.
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Der PIF hat über die Existenz der Liga hinweg rund sechs Milliarden US-Dollar in LIV Golf investiert und signalisiert, dass diese Zusagen mit dem laufenden Spieljahr enden. CEO Scott O'Neil wirbt nach eigenen Angaben seit Mai 2026 offen um externes Kapital und bezeichnete den Zeitrahmen als dringlich. Im Juni sprach er von durchschnittlich drei Investorengesprächen pro Tag. Die Kapitalrunde ist zweigleisig angelegt: Private Equity ist das primäre Ziel, doch auch Family Offices und Einzelkäufer sind im Blick.
Die Berufung von Davis und Zinman liest sich im Kontext als Expertise für Sondersituationen, geholt noch bevor die Kapitalsuche öffentlich wurde. Beide werden von Front Office Sports als Insolvenzspezialisten geführt – ihre Aufnahme in einen Ausschuss unabhängiger Direktoren ist eine übliche Aufstellung, wenn eine Restrukturierung als Option neben der Kapitalrunde im Raum steht.
Konkrete Private-Equity-Häuser sind bislang nicht als aktive Verhandlungspartner bestätigt. Der Bericht nennt Michael Rueda (Kanzlei Withers) und Brian A. Marks (University of New Haven) als unabhängige Fachstimmen zur Lage der Liga – beide sind jedoch weder offengelegte Investoren noch Gegenparteien.
Unabhängig davon berichtete Sportico über den Investoren-Pitch von Scott O'Neil: Er rahme die aufgelaufenen Verlustvorträge (Net Operating Losses, NOL) der Liga als Steuervorteil für potenzielle Käufer – ein klassisches Argument bei notleidenden Vermögenswerten, das frühere Verluste in künftigen Steuerschutz ummünzt. Finanzmathematisch ist das Argument tragfähig; es beantwortet aber nicht die Frage, ob das zugrunde liegende Geschäft nach einer Kapitalspritze genug Cashflow erzeugt, um den Betrieb zu tragen.
Das UK-Event am 23. Juli im JCB Golf & Country Club in Staffordshire ist der nächste angesetzte Termin. Eine Mitteilung der Liga, dass er gefährdet sei, gibt es nicht; Front Office Sports beschreibt das Event als operativen Nahmarker. Indianapolis (20.–23. August) und die Team-Meisterschaft in Plymouth, Michigan (27.–30. August) gelten auf Basis früherer Berichte als die Termine mit bestätigter kurzfristiger Unsicherheit.
Käme vor dem UK-Event ein Deal zustande, wäre der operative Kalender bis in den August hinein stabilisiert. Scheitert ein Abschluss in den kommenden Wochen, steht das hintere Drittel der Saison 2026 – und die daran gekoppelten Spielerverträge – infrage. Die Insolvenz als Rückfalloption, die im Mai in einer Bloomberg-Meldung bestätigt wurde, bleibt der genannte Notfallpfad, sollte das 300-Millionen-Ziel verfehlt werden. Am direktesten exponiert sind Spieler mit Verträgen, die über 2026 hinausreichen.
14 Jul 2026
LIV Golf ist weiter auf der Suche nach Investoren, um die Zukunft der Tour zu sichern. (Foto: Imago / NurPhoto)