


Mit der Eröffnung von „The Loop“ im Jahr 2016 hat das Forest Dunes Golf Club Resort im US-Bundesstaat Michigan eine der faszinierendsten Innovationen der modernen Platzarchitektur geschaffen. Der von US-Stararchitekt Tom Doak entworfene Kurs greift eine historische Idee auf, die bereits in den Frühzeiten des schottischen Links-Golfs wie auf dem Old Course in St Andrews genutzt wurde, und übersetzt sie in ein durchdekliniertes Meisterwerk der Gegenwart: einen vollkommen reversiblen Golfplatz.
Auf derselben Fläche und über dieselben 18 Grüns erstrecken sich zwei völlig unterschiedliche 18-Loch-Plätze, die an abwechselnden Tagen in entgegengesetzten Richtungen bespielt werden.
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Während der Red Course gegen den Uhrzeigersinn verläuft und sich auf Längen zwischen 5.006 und 6.805 Yards erstreckt, wird auf dem Black Course im Uhrzeigersinn mit einer Gesamtlänge von 4.982 bis 6.704 Yards abgeschlagen.
Was auf dem Papier wie eine einfache Richtungsänderung wirkt, entfaltet auf dem Platz eine verblüffende Dynamik: Eine Bahn, die am Vortag noch als langes Par-4 bergab absolviert wurde, verwandelt sich tags darauf in ein kniffliges Par-3 bergauf. Bunkersysteme, die in der einen Richtung versteckt hinter dem Grün lauern, werden aus der Gegenrichtung zu prominenten Hindernissen direkt vom Tee. Da die Grüns speziell dafür modelliert wurden, Schläge aus zwei völlig entgegengesetzten Himmelsrichtungen aufzunehmen, fordert jede Ausrichtung völlig neue Flugkurven und Strategien.
Vom Charakter her präsentiert sich The Loop als herausragender Inland-Links- bzw. Heideland-Platz. Auf dem sandigen Boden wächst festes, schnell laufendes Fescue-Gras, das das klassische Spiel am Boden („Ground Game“) fordert und fördert. Künstliche Wasserhindernisse oder dichter Baumbestand fehlen bewusst; stattdessen fordern der Wind, natürliche Sand-Blowouts und sanft abfallende Grünkomplexe das taktische Geschick.
Auch bei den Abschlägen bricht der Platz mit Konventionen: Klassische Abschlagsboxen gibt es nicht, stattdessen markieren in den Boden gesteckte Fahnen in den Farben Schwarz, Weiß und Rot die drei Tee-off-Bereiche Back, Middle und Front.
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Diese Freiheit lässt starre Vorgaben in den Hintergrund treten und bringt das pure, ursprüngliche Spielgefühl zurück. In bester Bobby-Jones-Manier hat „Old Man Par“ hier Pause: Das beste Erlebnis bietet der Platz im Matchplay gegen Mitspieler, bei dem exakte Längenangaben nebensächlich werden und die eigene Intuition beim Einschätzen von Bahnverlauf und Schlagweite zählt. Eine Runde auf The Loop gleicht einer faszinierenden Zeitreise zu den schottischen Wurzeln des Golfsports – um die architektonische Magie des Designs vollständig zu durchdringen, sollte man unbedingt beide Richtungen bespielen.
31 Oct 2026
"The Loop" im Forest Dunes Golf Club Resort lässt sich in zwei Richtungen spielen. (Foto: Michael Althoff)
Impressionen aus dem Forest Dunes Golf Club Resort. (Fotos: Michael Althoff)