


Als der Deutsch-Amerikaner Emil Berliner das Grammophon zum Patent anmeldete und in Paris der Eiffelturm errichtet wurde, schlug im Jahr 1887 in Pennsylvania die Geburtsstunde einer echten Legende: Hoch über dem Flusslauf des Allegheny Rivers gründete Joseph Mickle Fox den Foxburg Country Club. Inspiriert von einer Schottland-Reise, bei der er in St Andrews der Faszination des Sports verfiel und sogar Old Tom Morris kennenlernte, brachte Fox Bälle und Hickory-Schläger mit in die Heimat und entwarf selbst einen Platz auf seinem Familienanwesen.
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Bis heute gilt Foxburg als der älteste ununterbrochen bespielte Golfplatz der USA. Die Neun-Loch-Anlage, die durch zwei unterschiedliche Abschlagvarianten auch als vollständige 18-Loch-Runde über 4.439 bis 5.253 Yards absolviert werden kann, versprüht den zeitlosen Charme des späten 19. Jahrhunderts. Statt schierer Schlagweite fordert das hügelige Parkland-Terrain präzises taktisches Geschick, um die von dichten Eichen und Kiefern gesäumten Bahnen und die winzigen, tückischen Grüns erfolgreich zu meistern.
Schon der Auftakt verlangt ein feines Händchen: Das bis zu 309 Yards kurze Par-4 an Bahn 1 führt bergab, wobei der Ball leicht links gehalten werden muss, um dem Gefälle nach rechts und den alten Bäumen zu entgehen. Einem Bunker begegnet man überraschenderweise erst hinter dem leicht ansteigenden Grün. Als schwerster Prüfstein der Runde erweist sich Bahn 3, ein bis zu 374 Yards langes Par-4 als Dogleg nach links, das durch den deutlichen Anstieg im zweiten Teil mindestens einen Schläger mehr verlangt.
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Besondere Raffinesse bietet das mit maximal 435 Yards recht kurze Par-5 an Bahn 5: Je nachdem, ob man von den hinteren weißen oder den vorderen rot-gelben Teeboxen abschlägt, verändert sich der Anspielwinkel um einen Teich grundlegend, bevor sich die Bahn über mehrere Stufen bergauf zieht. An Bahn 7 erfordert ein kurzes Par-4 bergab klares Taktieren vor zwei Hügeln, die den Weg zum schnell nach hinten abfallenden Grün verengen. Ein optisches und spielerisches Highlight bildet das letzte Par-3 an Bahn 8, vor dessen Grün zwei Bunker mit leicht überhängenden Kanten wie ein Paar wachsamer Augen lauern.
Die Runde schließt mit einem steil ansteigenden, 317 Yards langen Par-4, dessen Grün ohne Bunkerschutz mittig auf einer Anhöhe thront. Bis heute sind auf der Anlage zudem die alten Abschlagmarkierungen aus Stein erhalten, die einst sogar Sand für Divots und Wasser zum Schlägerreinigen enthielten – so lässt sich der Platz tatsächlich in seiner historischen Gestaltung erleben.
Nach dem letzten Putt lohnt sich der Weg ins Obergeschoss des urigen Clubhauses, wo mit der „American Golf Hall of Fame“ ein weiteres Juwel wartet. Das liebevoll geführte Museum präsentiert eine eindrucksvolle Sammlung historischer Exponate – von jahrhundertealten Hickory-Schlägern über seltene Feder- und Guttapercha-Bälle bis hin zu persönlichen Erinnerungsstücken des Gründers Joseph Mickle Fox. Der Foxburg Country Club erweist sich damit nicht nur als urgemütliche sportliche Herausforderung, sondern als eine faszinierende Zeitreise und ein unverzichtbares Pilgerziel für jeden Liebhaber der Golfgeschichte.
06 Oct 2026
Der Foxburg Country Club entstand nach einer Schottlandreise seines Gründers. (Foto: Michael Althoff)
Impressionen aus dem Foxburg Country Club. (Fotos: Michael Althoff)