


Vom 9. bis 12. Juli 2026 versammelt sich die Weltspitze im Renaissance Club zur Genesis Scottish Open. Das gemeinsam von DP World Tour und PGA Tour ausgetragene Rolex-Series-Event ist mit neun Millionen US-Dollar dotiert und gilt seit Jahren als die wichtigste Generalprobe für die Open Championship, die eine Woche später in Royal Birkdale ansteht. Das Feld an der schottischen Ostküste könnte in diesem Jahr kaum stärker besetzt sein.
Hier finden Sie das Scottish Open 2026 Live-Leaderboard.
An der Spitze stehen zwei Namen, die den Golfsport derzeit prägen. Weltranglistenerster Scottie Scheffler kommt als Maß aller Dinge nach East Lothian. Ihm gegenüber steht Rory McIlroy, der frischgebackene Masters-Champion und Karriere-Grand-Slammer, der auf Linksland vor heimischem Publikum in Großbritannien ohnehin stets zu den Publikumslieblingen zählt.
Die beiden führen ein Aufgebot an, das an Major-Siegern und Ryder-Cup-Größen kaum zu überbieten ist: Xander Schauffele, Justin Thomas, Shane Lowry, Matt Fitzpatrick, Wyndham Clark und Brooks Koepka sind ebenso gemeldet wie Tommy Fleetwood und der Schwede Ludvig Åberg. Für die schottischen Fans dürfte Robert MacIntyre der emotionale Höhepunkt sein — der Publikumsliebling gewann das Turnier 2024 auf heimischem Boden.
Erfahren Sie hier alles zu den vier Golf-Majors der Herren.
Titelverteidiger Chris Gotterup reist mit dem denkbar besten Rückenwind an. Der Amerikaner sicherte sich am vergangenen Wochenende mit der John Deere Classic seinen vierten PGA-Tour-Titel in zwölf Monaten. Eine finale Runde von 62 Schlägen und ein später Patzer seines Landsmanns Ben Kohles am 18. Loch bescherten ihm den Sieg mit einem Schlag Vorsprung — und katapultierten ihn auf Platz sieben der Weltrangliste.
Seinen ersten DP-World-Tour-Titel holte Gotterup im Vorjahr genau hier, im Renaissance Club. Nun will er als Weltranglistensiebter seinen zweiten Rolex-Series-Triumph nachlegen. "Ich habe letztes Jahr nicht so gut gespielt, hoffentlich ist das also eine gute Vorbereitung — auch wenn beide Plätze etwa so gegensätzlich sind, wie es nur geht", sagte er mit Blick auf den Wechsel vom Parkland-Golf in Illinois zum schottischen Küstengolf.
Erstmals seit längerer Zeit schlagen wieder mehrere LIV-Golf-Profis bei diesem Event ab. Die größte Aufmerksamkeit ziehen dabei Jon Rahm und Tyrrell Hatton auf sich. Beide besitzen weiterhin eine Mitgliedschaft auf der DP World Tour und dürfen über den co-sanktionierten Status des Turniers wieder bei einem weltranglistenrelevanten Wettbewerb antreten — vorausgesetzt, ausstehende Strafen sind beglichen.
Das ist kein kleiner Schritt. Ein gemeinsam von PGA Tour und DP World Tour sanktioniertes Turnier vergibt Punkte für das Official World Golf Ranking (OWGR), LIV-Events tun das nur für die bestplatzierten zehn Spieler. Für Rahm und Hatton, die seit ihrem Wechsel in der Weltrangliste abgerutscht sind, ist die Scottish Open damit eine seltene Gelegenheit, den Trend zu bremsen. Berichten zufolge soll Rahm dafür eine Strafe von rund 2,5 Millionen US-Dollar gezahlt haben — offiziell bestätigt ist diese Zahl allerdings nicht. Eine volle Rückkehr zur PGA Tour ist mit dem Start ausdrücklich nicht verbunden; beide bleiben LIV-Profis.
Der Reiz der Scottish Open liegt nicht allein im Feld, sondern im Platz. Der Renaissance Club an der Küste von East Lothian verlangt echtes Links-Golf: flache, harte Fairways, tiefe Topfbunker und ein Layout, das direkt am Firth of Forth liegt und den Elementen schutzlos ausgeliefert ist. Der Wind entscheidet hier oft mehr als das reine Können — eine Runde bei Flaute und eine bei auffrischender Brise können sich um viele Schläge unterscheiden.
Genau das macht die Woche zur idealen Vorbereitung auf die Open Championship. Wer in North Berwick den flachen, kontrollierten Ball ins Ziel bringt und das Kurzspiel auf schnellen, welligen Grüns beherrscht, reist mit dem richtigen Gefühl nach Royal Birkdale. Für viele Spieler aus dem US-lastigen PGA-Tour-Kalender ist es zugleich die einzige echte Gelegenheit, sich vor dem Major an diese ganz eigene Spielart zu gewöhnen — ein Grund mehr, warum das Feld Jahr für Jahr so prominent ausfällt.
Die Scottish Open eröffnet zugleich den Closing Swing, den fünften und letzten Global Swing der Race to Dubai in Phase eins der DP-World-Tour-Saison. Neben dem Titel und wertvollen Race-to-Dubai-Punkten steht einiges auf dem Spiel: Der Sieger erhält eine Einladung zum Masters, die besten drei noch nicht qualifizierten Spieler, die den Cut überstehen, lösen ihr Ticket für die Open Championship.
Für die Weltbesten ist die Woche an der schottischen Küste damit die letzte echte Standortbestimmung auf Linksland — bevor es in Royal Birkdale um das dritte Major der Saison geht.
07 Jul 2026
Die Genesis Scottish Open findet im Renaissance Club an der Küste von East Lothian statt. (Foto: Imago / Alex Todd)