


Die Open Championship kehrt 2026 nach Royal Birkdale zurück – und bringt ein Rekordpreisgeld mit. 17,75 Millionen Dollar schüttet die R&A bei der 154. Austragung des ältesten Majors der Welt aus, $3,2 Millionen davon gehen an den Sieger, der den legendären Claret Jug in die Höhe stemmen darf. Beides sind neue Bestmarken in der Geschichte der Open Championship. Und doch: Im Vergleich der vier großen Majors bleibt die Open auch 2026 das am geringsten dotierte Turnier – und das mit deutlichem Abstand. Was steckt hinter dieser Entscheidung, und wer verdient wie viel in Southport, England? Alle Antworten im Überblick.
Hier finden Sie die Open Championship 2026 Tee Times.
Wer sich schnell informieren möchte, findet hier die wichtigsten Zahlen zum Open Championship Preisgeld 2026:
Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr fällt damit deutlicher aus als in den vergangenen Jahren – sowohl beim Gesamtpreisgeld als auch bei der Siegerprämie, die um $100.000 gegenüber 2025 angehoben wurde. Damals erhielt Scottie Scheffler nach seinem Triumph in Royal Portrush einen Scheck über $3,1 Millionen.
Rekord hin oder her: Im direkten Vergleich der vier Majors zeigt sich, wie groß der Abstand zwischen der Open Championship und den US-amerikanischen Großturnieren tatsächlich ist.
Während Masters und U.S. Open ihre Preisgelder in diesem Jahr um mindestens eine Million Dollar angehoben haben und die PGA Championship sogar die 20-Millionen-Dollar-Marke geknackt hat, fällt die Erhöhung der Open vergleichsweise bescheiden aus. Der Rückstand auf das nächstplatzierte Major, die PGA Championship, beträgt 2,75 Millionen Dollar. Zum Masters und der U.S. Open sind es sogar $4,75 Millionen.
Diese Lücke ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck einer klaren strategischen Haltung der R&A. Seit dem Start der LIV Golf League im Jahr 2022 hat ein regelrechter Preisgeld-Wettrüstungskampf im professionellen Golfsport eingesetzt. LIV Golf schüttet pro Event 32,3 Millionen Dollar aus, The Players Championship der PGA Tour 25 Millionen Dollar, die Signature Events der Tour jeweils 20 Millionen Dollar. R&A-CEO Mark Darbon hat sich in der Vergangenheit besorgt über dieses rasante Wachstum geäußert. Die Botschaft, die die R&A mit ihrem Preisgeld sendet, ist eindeutig: Die Open Championship definiert ihren Wert nicht über Geld.
Das Open Championship Preisgeld 2026 ist unter den 156 Teilnehmern des Feldes nach Platzierung aufgeteilt. Die Top 34 des Leaderboards erhalten allesamt sechsstellige Beträge – die Grenze zum Cut liegt bei Platz 70. Nur die besten 70 Professionals (und mögliche Geteilte) qualifizieren sich für die abschließenden zwei Runden am Wochenende.
Zahlen erzählen nie die ganze Geschichte – und das gilt bei der Open Championship mehr als bei jedem anderen Turnier. Denn es ist nicht das Preisgeld, das Golfspieler aus aller Welt nach Royal Birkdale zieht. Es ist der Claret Jug.
Die Open Championship ist das älteste Major der Welt, seit 1860 wird um diesen Pokal gespielt. Wer ihn gewinnt, trägt den Titel des „Champion Golfer of the Year" – eine Auszeichnung, die im kollektiven Gedächtnis des Sports tiefer verankert ist als jede Gehaltsabrechnung. Entsprechend nüchtern fällt die Haltung der R&A gegenüber dem Preisgeld-Wettrüsten aus. Wie das US-amerikanische Medium Front Office Sports treffend formulierte: „Die Open Championship beteiligt sich nicht am anhaltenden Preisgeld-Wettrüsten im Golf."
Diese Zurückhaltung ist dabei keine Schwäche, sondern eine Stärke. Denn die Open liefert, was kein Preisgeld kaufen kann: Geschichte, Tradition und den rauen Charme des Linksgolfs. Hinzu kommt der wirtschaftliche Effekt, den das Turnier für seine Gastregion entfaltet: Die R&A beziffert den jährlichen wirtschaftlichen Nutzen der Open Championship für die jeweilige Gastregion auf mehr als 150 Millionen Pfund – ein Wert, der weit über das bloße Preisgeld hinausgeht.
Dass die R&A dabei keinen Anlass sieht, sich in einen Überbietungswettkampf mit Augusta National oder der USGA zu begeben, wird intern wie eine Frage der Identität behandelt. Die Open braucht keine 22 Millionen Dollar, um relevant zu sein. Wer den Claret Jug gewinnen will, kommt sowieso.
Das Preisgeld der Open Championship 2026 ist ein Rekord – aber der Blick in die Vergangenheit zeigt, wie weit dieser Weg war. Als Royal Birkdale zuletzt 2017 Gastgeber der Open war und Jordan Spieth im dramatischen Finale den Claret Jug hob, betrug das Gesamtpreisgeld lediglich 10,25 Millionen Dollar. Spieths Siegerprämie: 1,845 Millionen Dollar.
Neun Jahre später hat sich das Preisgeld der Open Championship in Royal Birkdale nahezu verdoppelt:
Ein Wachstum von rund 73 Prozent beim Gesamtpreisgeld seit 2017 – das ist eine beachtliche Entwicklung. Und doch: Die anderen Majors haben in derselben Zeit noch deutlich stärker zugelegt, angetrieben von LIV Golf und dem Kampf um die besten Spieler der Welt. Die Open Championship wächst – aber in ihrem eigenen Tempo, nach ihren eigenen Regeln.
Das Open Championship Preisgeld 2026 ist ein Rekord – und gleichzeitig ein Statement. 17,75 Millionen Dollar Gesamtpreisgeld und 3,2 Millionen Dollar für den Sieger sind neue Bestmarken für die älteste Golfmeisterschaft der Welt. Doch die R&A macht unmissverständlich klar, dass die Open Championship ihren Platz im Golfsport nicht über Preisgeldrekorde definiert, sondern über das, was seit 1860 in diesem Turnier steckt: Tradition, Prestige und die unsterbliche Faszination des Linksgolfs.
Am Ende zählt in Royal Birkdale ohnehin nur eines: Wer darf den Claret Jug in die Höhe stemmen – und sich für ein Jahr „Champion Golfer of the Year" nennen?
15 Jul 2026
Das Open Championship Preisgeld hat einen neuen Rekordwert erreicht. (Foto: Stuart Kerr/R&A/R&A via Getty Images)