


Die Acushnet Holdings Corp., Mutterkonzern von Titleist und FootJoy, hat am 4. November 2026 ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Im Zeitraum bis zum 30. September sank der Umsatz um 1,3 Prozent auf 649,2 Millionen US-Dollar, nach 657,7 Millionen im Vorjahresquartal. Währungsbereinigt betrug das Minus 0,6 Prozent. Das bereinigte Ebitda ging um 3,3 Prozent auf 114,7 Millionen US-Dollar zurück, die Marge lag bei 17,7 Prozent nach 18,0 Prozent. Der Nettogewinn stieg dagegen leicht um 1,4 Prozent auf 49,2 Millionen US-Dollar, der Gewinn je Aktie auf 0,83 US-Dollar nach 0,81 US-Dollar. Als Hauptgrund für das Umsatzminus nannte der Konzern den vorgezogenen Marktstart der GTS-Driver und -Fairwayhölzer.
Ursprünglich sollte die neue GTS-Serie im dritten Quartal erscheinen. In der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal im August erklärte Acushnet-Chef David Maher, man habe den Start „aus dem dritten Quartal in die saisonale Hochphase des zweiten Quartals“ verlegt. Finanzchef Sean Sullivan sagte damals, dadurch habe sich „ein erheblicher Teil“ der Umsätze und Erträge mit Titleist-Equipment in das erste Halbjahr verschoben. Für das zweite Halbjahr stellte er einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das zweite Quartal hatte Acushnet mit 820 Millionen US-Dollar Umsatz und einem Plus von 14 Prozent abgeschlossen. Die Technik der neuen Modelle hat greenfeed.news im Detail vorgestellt – den GTS Driver 2026 ebenso wie die GTS Fairwayhölzer.
Im dritten Quartal zeigte sich nun der erwartete Effekt. „Der Umsatz lag um ein Prozent unter dem Vorjahr, nachdem wir den Launch unserer GTS-Metalle ins zweite Quartal vorgezogen hatten“, teilte Maher in der Quartalsmitteilung mit. Sullivan sagte dazu in der Telefonkonferenz mit Analystinnen und Analysten: „Wie Sie wissen, sind wir früh gestartet. Das Team hat es gut hinbekommen, unsere Fitting-Werkzeuge schon im zweiten Quartal in den Markt zu bringen.“ Wer sich für das Fitting-Angebot des Herstellers interessiert, findet die Details im Überblick zum Titleist Fitting.
Der Bereich Titleist Golf Equipment, also Bälle und Schläger zusammen, setzte 429,8 Millionen US-Dollar um, ein Plus von 0,5 Prozent. Getragen wurde das vor allem von den Golfbällen: Sie legten um 3,3 Prozent auf 209,1 Millionen US-Dollar zu, gestützt auf höhere Preise und Stückzahlen beim Pro V1. „Das anhaltende Wachstum bei den Golfbällen hat zu Acushnets Ergebnis im dritten Quartal beigetragen“, erklärte Maher in der Mitteilung. Die Schlägersparte verlor 2,0 Prozent auf 220,7 Millionen US-Dollar. Hier standen höhere Verkäufe der kürzlich eingeführten GTS-Driver und -Fairwayhölzer geringeren Stückzahlen bei den Eisen der T-Serie gegenüber.
Die Bruttomarge stieg nach Angaben von Sullivan um 110 Basispunkte auf 49,6 Prozent. Höhere Produktkosten bei Titleist Golf Equipment bremsten den Anstieg teilweise. Das operative Ergebnis des Konzerns fiel von 92,9 auf 80,3 Millionen US-Dollar. Zusätzlich belasteten höhere Zölle das Quartal: Sullivan bezifferte den Gegenwind durch gestiegene Zollkosten auf rund 29 Millionen US-Dollar.
Schwächer lief es bei Bekleidung und Zubehör. FootJoy setzte 126,2 Millionen US-Dollar um, 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr – laut Konzern wegen geringerer Stückzahlen in allen Kategorien. Maher sagte in der Telefonkonferenz, das FootJoy-Geschäft sei im Quartal um 7 Prozent geschrumpft. Der Bereich Golf Gear verlor 9,5 Prozent auf 55,4 Millionen US-Dollar. Maher führte das zum Teil auf den Zeitpunkt zurück, weil im vierten Quartal neue Golfbags von Titleist und neue Produkte der Marke Club Glove auf den Markt kommen.
Regional fiel das Bild gemischt aus. In den USA, dem mit Abstand größten Markt, sank der Umsatz um 1,4 Prozent auf 391,6 Millionen US-Dollar. Die Region Europa, Naher Osten und Afrika wuchs als einzige, um 4,0 Prozent auf 94,7 Millionen US-Dollar. Japan verlor 7,6 Prozent auf 34,1 Millionen, Korea 5,3 Prozent auf 64,1 Millionen US-Dollar.
Über die ersten neun Monate betrachtet steht Acushnet deutlich besser da. Der Umsatz wuchs um 6,8 Prozent auf 2,22 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn um 14,3 Prozent auf 255,4 Millionen US-Dollar. Titleist Golf Equipment kam auf 1,43 Milliarden US-Dollar und ein Plus von 10,1 Prozent, wobei die Schläger um 14,7 Prozent und die Bälle um 5,8 Prozent zulegten. FootJoy lag mit 465,6 Millionen US-Dollar 0,5 Prozent unter dem Vorjahr. Das bereinigte Ebitda stieg um 16,8 Prozent auf 467,8 Millionen US-Dollar, darin enthalten sind netto rund 33,8 Millionen US-Dollar an Rückerstattungen sogenannter IEEPA-Zölle.
Diese Rückzahlungen spielen auch für die Jahresprognose eine Rolle. „Ende dieses Jahres werden wir durch die Zollrückerstattungen einen Nettoeffekt von 30 Millionen Dollar haben“, sagte Sullivan in der Telefonkonferenz. Mitchell Ingles, Analyst bei Raymond James, hakte dort nach: „Ich nehme an, wir sollten die 30 Millionen an IEEPA-Rückerstattungen herausrechnen.“ Bereits im August hatte Sullivan erklärt, alle Rückerstattungen seien beantragt und eingegangen. Für 2026 rechnete er damals mit Zollkosten von rund 54 Millionen US-Dollar.
Den Ausblick für das Gesamtjahr ließ Acushnet beim Umsatz unverändert: Der Konzern erwartet weiterhin rund 2,65 bis 2,675 Milliarden US-Dollar, währungsbereinigt ein Plus von 3,3 bis 4,2 Prozent. Die Spanne für das bereinigte Ebitda wurde auf 455 bis 470 Millionen US-Dollar eingeengt, zuvor waren es 450 bis 470 Millionen. Diese Prognose enthält etwa 30 Millionen US-Dollar an IEEPA-Zollrückerstattungen. „Wir bestätigen unseren Umsatzausblick für das Gesamtjahr und engen den Ausblick für das bereinigte Ebitda in Richtung des oberen Endes der Spanne ein“, erklärte Maher in der Mitteilung. „Dieser Ausblick und unsere Entwicklung seit Jahresbeginn zeigen die Stärke unseres Geschäfts und die gute Verfassung der Golfbranche.“ In der Telefonkonferenz ergänzte er, die Zahl der gespielten Runden liege für das Jahr „weiterhin über dem Vorjahr“.
Die Aktionärinnen und Aktionäre bedient Acushnet weiter: Im dritten Quartal kaufte der Konzern 616.749 eigene Aktien für 55,4 Millionen US-Dollar zurück, im Schnitt zu 89,81 US-Dollar. Am 15. Oktober erwarb Acushnet zusätzlich 583.527 Aktien von der Magnus Holdings Co., Ltd. für 52,5 Millionen US-Dollar.
Acushnet zahlt eine Quartalsdividende von 0,255 US-Dollar je Aktie. Stichtag ist der 4. Dezember, ausgezahlt wird am 18. Dezember 2026. Noch im vierten Quartal sollen die neuen Titleist-Golfbags und Club-Glove-Produkte in den Handel kommen. Für 2027 kündigte Maher „ein Pro-V1-Jahr“ an, dazu ein volles Programm an Produktneuheiten. Die neuen Titleist Pro V1 und Pro V1x für 2027 sind seit Oktober auf der PGA Tour im Test, einen Verkaufsstart hat Titleist noch nicht genannt. Bei Eisen und Puttern erwartet Sullivan 2027 ein schwächeres Wachstum als in diesem Jahr, die Zollkosten in den Herstellungskosten sollen im Jahresvergleich praktisch gleich bleiben.
06 Nov 2026
Acushnet, der Mutterkonzern von Marken wie Titleist und FootJoy, hat sine Quartalszahlen vorgelegt. (Foto: Imago / Zuma Press Wire)