


Rory McIlroy sorgte beim traditionsreichsten Tennisturnier der Welt für Aufsehen – nicht mit dem Schläger, sondern mit seinem Outfit. Der Back-to-Back-Masters-Champion erschien im berühmten Green Jacket in der Royal Box von Wimbledon und verwandelte den Centre Court kurzerhand in ein inoffizielles Ryder-Cup-Teamtreffen.
Wenn die besten Golfer der Welt für Scottish Open und British Open die Insel bereisen, führt ihr Weg traditionell auch nach London – genauer gesagt in den Südwesten der Stadt, zu den gepflegten Rasenplätzen des All England Lawn Tennis Club. Wimbledon ist für die Profis vom Fairway längst mehr als ein sportlicher Abstecher: Es ist ein gesellschaftliches Ritual, ein Moment der Entspannung zwischen zwei der bedeutendsten Wochen im Golfkalender.
In diesem Jahr nutzten gleich mehrere Mitglieder des europäischen Ryder-Cup-Teams die Gelegenheit. Am zweiten Turniertag, dem 2. Juli 2026, versammelten sie sich in der exklusiven Royal Box auf Centre Court, um das Zweitrunden-Match des amtierenden Wimbledon-Champions Jannik Sinner gegen den Portugiesen Nuno Borges zu verfolgen. Der Weltranglistenerste zeigte sich dabei in Topform und ließ seinem Gegner in drei Sätzen keine Chance.
Unter den zahlreichen Prominenten in der Royal Box stach einer besonders hervor: Rory McIlroy. Der 37-jährige Nordire erschien in einem Ensemble, das weltweit für Gesprächsstoff sorgte – dem Green Jacket des Masters Tournament, kombiniert mit einer farblich abgestimmten grünen Krawatte, weißem Hemd und einer klassischen Khakihose.
Das Jacket ist weit mehr als ein Kleidungsstück. Seit 1949 wird es an den Sieger des Masters in Augusta überreicht und gilt als eines der ikonischsten Symbole im Sport. McIlroy darf es derzeit mit besonderem Stolz tragen: Im April 2026 verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr und gewann das Masters zum zweiten Mal in Folge. Mit dem ersten Sieg vollendete er seinen Career Grand Slam – er reiht sich als sechster Golfer der Geschichte in diesen erlauchten Kreis ein und ist erst der vierte Spieler überhaupt, dem Back-to-Back-Siege in Augusta gelangen.
Der amtierende Champion darf das Jacket für die Dauer seines Titelträgerjahres vom Augusta National Golf Club mitnehmen – vorausgesetzt, das Club-Management erteilt bei öffentlichen Auftritten seine Zustimmung. McIlroy hatte nach seinem ersten Titelgewinn 2025 selbst auf die strengen Regularien hingewiesen: „Ich zögere ein bisschen, es zu tragen. Man muss jedes Mal um Erlaubnis fragen – es gibt viele Dos and Don'ts." (Quelle: EssentiallySports)
Dass er es diesmal trug, quittierte das Publikum in der Royal Box mit stehenden Ovationen. Auch in den sozialen Netzwerken schlug der Auftritt hohe Wellen. ESPN-Reporter Marty Smith brachte die Stimmung vieler auf den Punkt: „Green Jacket at Wimbledon: All-time flex."
An seiner Seite strahlte Erica Stoll in einem weißen Maxikleid des Luxuslabels Alaïa, kombiniert mit einer „Lady Dior"-Handtasche und goldenen Sandalen – ein Auftritt, der dem ihres Mannes in nichts nachstand.
McIlroy war jedoch nicht der einzige Golfer im Publikum. Gleich mehrere seiner Teamkollegen aus dem europäischen Ryder-Cup-Kader hatten denselben Gedanken: Teamkollegen Tommy Fleetwood und Justin Rose sowie Kapitän Luke Donald und die Vizekapitäne Thomas Bjørn, Edoardo Molinari und Francesco Molinari fanden sich ebenfalls in der Royal Box ein. Was als lockerer Ausflug begann, entwickelte sich zu einem seltenen öffentlichen Auftritt des gesamten Führungskerns eines der erfolgreichsten Teams im modernen Golfsport.
Nach dem Sieg des Italieners nahm sich McIlroy noch einen Moment, um mit Sinner persönlich zu sprechen – zwei Sportler auf Augenhöhe, beide Champions ihrer jeweiligen Disziplin.
Dass McIlroy gerade in England weilt, ist kein Zufall. Der sechsfache Major-Champion hat seinen Lebensmittelpunkt vor rund einem Jahr von Florida nach London verlegt, damit seine Tochter Poppy dort zur Schule gehen kann. Den Sprung über den Atlantik hatte er bereits vor zwei Wochen gemacht – und die Zeit genutzt, um an der Lancashire-Küste auf dem Kurs von Royal Birkdale zu trainieren. Denn dort, in Southport, findet in wenigen Wochen die 154. Ausgabe der British Open statt – ein Turnier, das McIlroy zuletzt 2014 für sich entscheiden konnte.
Zuvor steht noch die Genesis Scottish Open in North Berwick auf dem Programm. Der Wimbledon-Besuch war also eine bewusste Auszeit zwischen zwei intensiven Turnierwochen – entspannt, stilvoll und mit dem wohl bekanntesten Jacket der Sportwelt.
02 Jul 2026
Rory McIlroy und Ehefrau Erica Stoll beim Tennisturnier in Wimbledon. (Foto: Imago / Abacapress)