


Die PGA Tour hat bestätigt, dass das Tour Championship – das Finale der FedEx-Cup-Playoffs – ab 2028 von einem 72-Loch-Zählspiel in East Lake auf ein zweiwöchiges Matchplay-Format mit 32 Spielern umgestellt wird. Rory McIlroy begrüßte den Schritt öffentlich als „big swing".
Es ist die erste bestätigte Änderung am Finale der Playoffs, seit die Tour ihre umfassendere Zweiwege-Reform aus Championship Series und Challenger Series im Juni ratifiziert hat – und die erste, die das Wettkampfformat selbst betrifft statt Feldgröße, Preisgeld oder Startberechtigungen. Zugleich endet East Lakes Status als dauerhafter Austragungsort zugunsten wechselnder Spielstätten – ein struktureller Einschnitt bei einem der bekanntesten Saisonabschluss-Events des Sports.
Das Tour Championship wird seit der Etablierung des modernen FedEx-Cup-Playoff-Formats als Zählspielturnier auf dem East Lake Golf Club in Atlanta ausgetragen, zuletzt mit einem 30-köpfigen Feld aus der Spitze der Saisonwertung. Es steht innerhalb der breiteren 2028er-Reform der Tour, die das Policy Board am 22. Juni 2026 ratifizierte: eine rund 24 Turniere umfassende Championship Series mit Feldern von etwa 120 Spielerinnen und Spielern, 36-Loch-Cuts und ohne Sponsoren-Wildcards, daneben eine 144 Personen starke Challenger Series mit Aufstiegswegen. Diese Reform betraf bislang Terminplan, Preisgelder und Startberechtigungen; die heutige Bestätigung ist die erste gemeldete Änderung daran, wie die Saison sportlich tatsächlich endet.
Hier sehen Sie die Ergebnisse der Tour Championship 2026 der PGA Tour.
Es ist Jahr 20 der FedExCup-Ära – und die Tour zieht einen Schlussstrich unter ein Modell, das sie seit 2007 rund ein Dutzend Mal angepasst hat, ohne die Fans wirklich zu überzeugen. Das Kernproblem: In einem einzigen Turnier ließen sich der Saisonsieger und ein packendes Finale nie sauber zugleich krönen. Genau das will die Reform auflösen, indem sie beides trennt.
Commissioner Brian Rolapp brachte den Bruch offen auf den Punkt: „Wir haben eine FedEx-Wertung, die ich nicht verstehe – und ich glaube, viele Menschen verstehen sie nicht". Deshalb will die Tour das neue Finale ausdrücklich nicht mehr „Playoffs" nennen. „Es ist nicht die NHL, es ist nicht die NFL – es ist einfach etwas Anderes", sagte Rolapp. „Nennen wir es nicht die Playoffs. Schaffen wir eine eigene Championship." Ziel des Future Competition Committee sei von Anfang an ein leichter verständliches Modell mit größerer Tragweite und einer stärkeren Saisonerzählung gewesen.
Der Umbau betrifft mehr als nur das Matchplay. Der Saisonabschluss läuft ab 2028 in drei Schritten:
Damit rückt der Saisonsieger als eigentlicher Titelträger in den Vordergrund, während das Matchplay bewusst als separater Wettbewerb daneben steht.
Ab 2028 wird das Tour Championship zu einem zweiwöchigen Event auf zwei verschiedenen Plätzen.
In Woche eins spielt das 32-köpfige Feld, aufgeteilt in acht Vierergruppen, drei Tage lang ein Gruppen-Matchplay: Jeder trifft in getrennten Matches auf die anderen drei seiner Gruppe. Die jeweils zwei Besten jeder Gruppe – insgesamt 16 Spieler – erreichen Woche zwei. Bei Gleichstand am Ende der Gruppenphase entscheidet ein Stechen, wer weiterkommt.
In Woche zwei spielen alle 16 verbliebenen Spieler an einem neuen Austragungsort vier Tage lang weiter. Die beiden nach drei Tagen noch ungeschlagenen Spieler treffen am Finaltag aufeinander und machen den Tour-Champion unter sich aus. Die Endplatzierungen ergeben sich aus der Win-Loss-Bilanz aller vier Tage – jeder Spieler bestreitet also durchgehend Matches.
East Lakes Status als fester Austragungsort endet mit der neuen Struktur; die Tour wechselt für das Matchplay-Finale künftig zwischen rotierenden Spielstätten. Eine vollständige Liste möglicher Austragungsorte wurde bislang nicht veröffentlicht.
McIlroy bezeichnete die Änderung öffentlich als „big swing" und sagte, das Future Competition Committee und Commissioner Rolapp hätten „aufgegriffen, was sich die Fans gewünscht haben". McIlroy hatte zuvor Skepsis gegenüber Teilen der 2028er-Reform geäußert – im Zusammenhang mit dem Status des Canadian Open bezeichnete er die niedrigere Entwicklungsstufe Track 2 als „einen aufgehübschten Korn-Ferry-Event". Seine öffentliche Zustimmung zum Matchplay-Umbau des Tour Championship fällt damit spürbar positiver aus als seine bisherige Haltung zur breiteren Reform, insbesondere zur unteren Stufe.
Auch Adam Scott, der als Mitglied des Future Competition Committee an den Vorschlägen mitgearbeitet hat, stützte den Schritt. Er sagte, er sei stolz, dass die Tour den „Mut" gehabt habe, „aus der Schublade herauszutreten" und keine aufgehübschte Variante früherer Matchplay-Turniere aufzulegen.
Lesen Sie hier die Reaktionen der Spieler auf die PGA-Tour-Reform 2028.
Ein Matchplay-Finale verändert die Logik des Saisonabschlusses grundlegend: Aus der über die Saison angesammelten Zählspiel-Bilanz wird am Ende ein Matchplay-Wettbewerb, in dem ein einziges schlechtes Match einen Spitzenreiter der Wertung aus dem Rennen werfen kann – eine echte Verschiebung von Strategie und Einsatz. Zugleich rückt die Frage der TV-Ökonomie wieder in den Vordergrund, die die breitere Reform von Anfang an mitgetrieben hat: Ein zweiwöchiges Matchplay-Produkt ist ein anderes Sendungsformat als ein einzelner 72-Loch-Sonntag, mit Folgen dafür, wie die Tour ihr wertvollstes Playoff-Inventar verpackt und vermarktet. Sowohl die konkrete Rotation der Austragungsorte als auch das Zusammenspiel mit dem breiteren Championship-Series-Terminplan bleiben offene Fragen, die die Tour öffentlich noch nicht abschließend beantwortet hat.
03 Sep 2026
Tommy Fleetwood gewann 2025 die Tour Championship der PGA Tour. Ab 2028 soll das Turnier in einem neuen Format stattfinden. (Foto: Imago / EPA)