


Matt Fitzpatrick hat sich beim RBC Heritage in einem nervenaufreibenden Finale gegen den Weltranglistenersten Scottie Scheffler durchgesetzt. Trotz feindseliger Sprechchöre und eines späten Patzers bewies der Engländer am ersten Extraloch der PGA Tour außergewöhnliche Nervenstärke und sicherte sich zum zweiten Mal das legendäre „Tartan Jacket“.
Hier finden Sie das Endergebnis der RBC Heritage 2026.
Das Finale der diesjährigen RBC Heritage auf der PGA Tour wird als eines der spannendsten in die Geschichte von Hilton Head Island eingehen. Matt Fitzpatrick, der bereits 2023 am Schauplatz der berühmten rot-weiß gestreiften Leuchtturms triumphierte, lieferte sich ein Duell der Giganten mit Scottie Scheffler. Dabei sah es lange Zeit nach einem souveränen Durchmarsch aus, bevor ein einziger Annäherungsschlag am 18. Loch das sicher geglaubte Ergebnis ins Wanken brachte.
Nachdem Fitzpatrick durch ein Bogey am letzten Loch der regulären Runde den Gleichstand zugelassen hatte, kehrten beide Spieler für das Sudden-Death-Stechen an den 18. Abschlag zurück. Inmitten einer Kulisse, die lautstark den US-Amerikaner Scheffler favorisierte, zauberte Fitzpatrick einen Schlag herbei, den er selbst als „nicht von dieser Welt“ bezeichnete.
Aus 204 Yards (ca. 186 Meter) feuerte er ein Eisen 4 gegen den böigen Wind direkt an die Fahne. Während Scheffler das Grün verfehlte, verwandelte der 31-jährige Engländer den resultierenden 4-Meter-Putt zum Birdie und zum Sieg. Es war ein Moment purer Entschlossenheit, der Fitzpatrick seinen vierten Titel auf der PGA Tour einbrachte.
Besonders bemerkenswert war die Atmosphäre auf den Rängen. Die Galerien in South Carolina zeigten sich ungewohnt parteiisch und versuchten, Fitzpatrick durch lautstarke „U-S-A“-Sprechchöre aus dem Konzept zu bringen. Der Mann aus dem englischen Yorkshire reagierte auf die Provokationen mit sportlicher Eleganz: Nach dem entscheidenden Putt legte er den Finger an sein Ohr – eine Geste, die die Kritiker augenblicklich verstummen ließ. Fitzpatrick betonte später, dass ihn die Atmosphäre eher beflügelt habe, auch wenn die Zuschauer eindeutig im „Team Scheffler“ waren.
Der Erfolg auf der PGA Tour war auch ein Triumph der Taktik. Sein Caddie, Daniel Parratt, bewies ein goldenes Händchen, als er Fitzpatrick kurz vor dem Stechen mit einer Anekdote über Rory McIlroy zum Lachen brachte und so die Anspannung löste. Zudem war die Entscheidung, das Eisen 4 aufgrund des drehenden Windes kurzfristig wieder ins Bag zu nehmen, der entscheidende Faktor für den Siegesschlag im Playoff.
Mit diesem Sieg klettert Matt Fitzpatrick auf ein neues Karrierehoch und belegt nun Platz 3 der offiziellen Weltrangliste. Es ist bereits sein zweiter Erfolg innerhalb weniger Wochen, nachdem er erst kürzlich die Valspar Championship für sich entscheiden konnte.
Während Scottie Scheffler zum zweiten Mal in Folge knapp den Sieg verpasste, festigt Fitzpatrick seinen Ruf als einer der mental stärksten Spieler der aktuellen PGA Tour-Saison. Mit Blick auf die in drei Wochen anstehende PGA Championship dürfte der Engländer nun ganz oben auf der Liste der Favoriten stehen.
20 Apr 2026
Matt Fitzpatrick gewinnt die RBC Heritage auf der PGA Tour zum weiten Mal. (Foto: Imago / EPA)